Mundgeruch (Halitosis, Foetor ex ore)

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Viele Menschen wissen nicht, dass Sie Mundgeruch haben – und werden auch nicht darauf angesprochen, da schlechter Atem ein Tabuthema ist. Dabei ist ein Viertel der Bevölkerung vorübergehend oder dauerhaft von Mundgeruch betroffen. In 85 bis 90 Prozent der Fälle ist mangelnde Zahn- und Mundhygiene die Ursache. Einmal erkannt, lässt sich das Problem meist leicht lösen. Manchmal deutet Mundgeruch auf eine andere Erkrankung außerhalb des Mundraums hin.

 

Was ist Mundgeruch?

Mundgeruch selbst ist keine Erkrankung. Unangenehm riechende Atemluft kann vielmehr auf unterschiedliche Ursachen hinweisen: In der Regel wird er durch unzureichende Zahn- und Mundhygiene (85 bis 90% aller Fälle) verursacht. Dadurch können auch Erkrankungen im Mundraum gehäuft auftreten, wie beispielsweise Karies oder Zahnfleischentzündungen. Entgegen der landläufigen Meinung sind Erkrankungen des Magen-Darm-Systems nur in ausgesprochen seltenen Fällen (weniger als 0,1% der Betroffenen) die Ursache von unangenehm riechender Atemluft.

Dafür wird Mundgeruch durch eine Vielzahl anderer Erkrankungen ausgelöst: Zu ihnen zählen unkomplizierte Krankheiten wie Schnupfen, Mandelentzündung oder Nasennebenhöhlenentzündung. In sehr seltenen Fällen verbirgt sich eine ernste Erkrankung hinter Mundgeruch, z. B. eine chronische Leberentzündung (Leberzirrhose), ein Nierenversagen, eine Lungenentzündung oder Tumore, die sich im Mund-, Nasen- oder Rachenraum gebildet haben.

Auch der regelmäßige Genuss von Alkohol und Zigaretten verursacht nicht selten Mundgeruch. Bestimmte Lebensmittel wie Zwiebeln oder Knoblauch können vorübergehend schlechten Atem bewirken. Verschiedene Medikamente können ebenfalls zu Mundgeruch führen. Entweder direkt, indem die Abbauprodukte der Wirkstoffe unangenehm riehen. Oder indirekt: So verringern viele Medikamente den Speichelfluss, der normalerweise Mundgeruch entgegenwirkt. Diese Wirkstoffe sind beispielsweise in Medikamenten gegen Bluthochdruck, Depressionen oder Inkontinenz enthalten.

Der Arzt unterscheidet zwei Formen von Mundgeruch:

  • Foetor ex ore: Betroffene haben einen unangenehmen, atypischen Geruch, wenn sie durch den Mund ausatmen.
  • Halitosis (lateinisch halitus: Atem, hauch): Menschen, die von einer Halitosis betroffen sind, haben auch bei geschlossenem Mund eine unangenehme Ausatemluft. Die Atemluft riecht auch dann, wenn Betroffene über die Nase ausatmen.

Die Halitosis tritt seltener auf. Der Mundgeruch wird hier vor allem durch Erkrankungen ausgelöst, die außerhalb des Mundraums liegen. Zu ihnen zählen beispielsweise eine Mandelentzündung oder eine Bronchitis. Foetor ex ore ist die weitaus häufigere Form von Mundgeruch, die vor allem durch mangelnde Zahn- und Mundhygiene bedingt ist. Im Rahmen einer genauen Diagnose sollte der Arzt oder Zahnarzt daher bei länger andauerndem Mundgeruch die Ausatemluft aus Mund und Nase getrennt analysieren, um der Ursache auf die Spur zu kommen.

Bei Mundgeruch richtet sich die Behandlung nach der eigentlichen Ursache für den unangenehmen Atem. Falls die Ursachen im Mund-, Nasen- oder Rachenraum liegen, so sollten Betroffene vor allem auf eine gründliche Zahn- und Mundhygiene achten. Antibakterielle Mundwasser können bei dieser Form von Mundgeruch – dem Foetor ex ore – über einen kurzen Zeitraum zur Behandlung beitragen. Ist eine Erkrankung außerhalb des Mundraums für den Mundgeruch verantwortlich, so wird der Arzt die zugrunde liegende Ursache behandeln. Mit Besserung der Grunderkrankung wird auch der Mundgeruch verschwinden.

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