MS: Therapie sollte frühzeitig erfolgen

Redaktion PraxisVITA

Die MS-Therapie richtet sich nach der Ausprägung der Erkrankung. Bei einem akuten MS-Schub bekommen Betroffene in der Regel Kortison (v. a. Methylprednisolon) als Infusion in eine Vene. Es wirkt entzündungshemmend und fördert ein schnelles Abklingen der Symptome.

Multiple Sklerose-Therapie
Je nach Form der Erkrankung werden verschiedene Medikamente zur MS-Therapie eingesetzt © alvarez/iStock
Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Therapie
  6. 6. Multiple Sklerose – Experteninterview

Diese MS-Therapie hält in der Regel drei bis fünf Tage an. Die Infusion dauert zwischen 30 und 60 Minuten. Nach der Infusionsbehandlung nehmen Patienten noch maximal 10 bis 14 Tage Kortison-Tabletten ein, um den Körper an den sinkenden Kortisonspiegel zu gewöhnen.

Reicht Kortison nicht aus, kann bei schweren Schüben auch eine Blutwäsche (Plasmapherese) als MS-Therapie helfen. Dabei entfernt eine Maschine die körpereigenen Abwehrstoffe aus dem Blut, welche die Myelinschicht der Nervenfasern angreifen.

 

MS-Therapie mit Medikamenten

Basismedikamente in der MS-Therapie sind bei einer schubförmig verlaufenden Form Interferon-beta und Glatirameracetat. Die beiden Wirkstoffe können Schübe vermeiden und haben wahrscheinlich auch langfristig einen positiven Einfluss auf den Verlauf der Erkrankung. Bei schweren Verläufen oder wenn die Basismedikamente nicht wirken, kommen weitere Wirkstoffe infrage, zum Beispiel Fingolimod oder Natalizumab.

 

Wirkstoffe in der MS-Therapie

Auch der Wirkstoff Cladribin eignet sich für die Behandlung von schubförmiger MS bei Patienten mit hoher Krankheitsaktivität. Die Substanz, die zur oralen Kurzzeittherapie eingesetzt wird, soll die Anzahl der Schübe verringern und den Krankheitsverlauf verlangsamen.

Bei einer sekundär fortschreitenden Multiplen Sklerose, die sich aus einer schubförmigen MS entwickeln kann, sind für die Basis-MS-Therapie Interferon-beta-Präparate und Mitoxantron zugelassen, sofern noch Schübe auftreten. Eine sekundär fortschreitende MS ohne Schübe – also ohne beschwerdefreie Intervalle – kann mit den Wirkstoffen Mitoxantron und gegebenenfalls Cyclophosphamid behandelt werden.

Geheilte MS-Patientin Jennifer Molson
Das hat mich geheilt!  

Ist Multiple Sklerose doch heilbar?

 

MS-Therapie je nach Beschwerden

MS-Therapie Physiotherapie
Zur symptomatischen MS-Therapie gehört beispielsweise die Physiotherapie © istock/alvarez

Die symptomatische MS-Therapie ist ebenfalls sehr vielfältig. Je nachdem, welche Beschwerden auftreten und wie schwer sie sind, kommen unter anderem folgende Verfahren infrage:

  • Physiotherapie
  • Ergotherapie
  • Logopädie
  • Psychotherapie
  • symptomspezifische Medikamente, z. B. bei Depressionen oder Inkontinenz
  • Intervalltherapie
Multiple Sklerose – Experteninterview
Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.