Multiple Sklerose: Diagnose erfordert verschiedene Untersuchungen

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Therapie
  6. 6. Multiple Sklerose – Experteninterview

Bis die Multiple Sklerose-Diagnose feststeht, vergehen im Schnitt etwa drei bis vier Jahre ab dem Auftreten der ersten Symptome. Um die Erkrankung zu diagnostizieren, stellt der Arzt zunächst einige Fragen zu den Symptomen und der Krankengeschichte des Patienten, zum Beispiel ob die Symptome früher schon einmal aufgetreten sind oder ob ein Familienmitglied Multiple Sklerose hat. Der Arzt beurteilt außerdem, wie ausgeprägt die Symptome sind. Dazu stehen ihm verschiedene Diagnose-Skalen zur Verfügung.

Nach diesem Gespräch untersucht der Arzt für die Multiple Sklerose-Diagnose, ob die Symptome auf Probleme bei der Reizweiterleitung zurückzuführen sind (neurologische Untersuchung). Dazu testet er zum Beispiel die Reflexe. Außerdem veranlasst er verschiedene Laboruntersuchungen, um andere Erkrankungen auszuschließen.

 

Multiple Sklerose-Diagnose: Welche Untersuchungen macht der Arzt?

Geben die Untersuchungen weitere Hinweise auf eine Multiple Sklerose, ordnet der Arzt eine Magnetresonanztomografie (MRT) an. Mit diesem bildgebenden Verfahren kann er die für die Erkrankung typischen Entzündungsherde im zentralen Nervensystem erkennen und die Multiple Sklerose-Diagnose stellen. Sie erscheinen als helle Flecken im Gehirn. Bei der MS-Krankheit liegt eine räumliche und zeitliche Dissemination (Verteilung) der Entzündungsherde vor. Räumlich bedeutet, dass an unterschiedlichen Nervenfasern Entzündungen vorhanden sind. Unter einer zeitlichen Dissemination verstehen Ärzte, dass im Verlauf der Erkrankung immer neue Herde im zentralen Nervensystem entstehen. Eine MRT-Untersuchung alleine reicht aber nicht aus, um eine Multiple Sklerose festzustellen.

Multiple Sklerose-Diagnose
Anhand eines MRT kann der Arzt die Multiple Sklerose-Diagnose stellen © Wavebreakmedia/iStock
 

Rückenmarkflüssigkeit gibt Aufschluss

Zusätzlich zur Magnetresonanztomografie kann der Arzt die Krankheit in den meisten Fällen mit einer Untersuchung der Rückenmarksflüssigkeit (Liquor) erkennen und die Multiple Sklerose-Diagnose stellen. Bei der MS-Krankheit sind bestimmte Eiweiße im Liquor erhöht. Auch elektrophysiologische Messungen der Muskelaktivitäten können Hinweise für die Multiple Sklerose-Diagnose sein.

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