Was ist Multiple Sklerose?

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Therapie
  6. 6. Multiple Sklerose – Experteninterview

Was ist Multiple Sklerose (MS)? Die Erkrankung ist eine der häufigsten des Nervensystems. Doch nicht jeder MS-Patient landet im Rollstuhl – etwa ein Drittel der Betroffenen hat auch nach einem längeren Krankheitsverlauf keine wesentlichen Behinderungen.

 

Was ist Multiple Sklerose?

Multiple Sklerose (kurz: MS) ist eine Erkrankung, bei der sich bestimmte Teile von Nervenfasern (Myelin- oder Markschicht) im zentralen Nervensystem – also dem Gehirn und Rückenmark – entzünden. Diese Entzündungen breiten sich immer weiter aus (Dissemination) und führen zu Entzündungsherden an verschiedenen Nervenfasern des zentralen Nervensystems. Diese Herde können nur etwa so klein wie der Kopf einer Stecknadel sein oder auch den Durchmesser eines Euro-Stücks haben. Doch um die Frage „Was ist Multiple Sklerose?“ wirklich beantworten zu können, muss man sich ansehen, was die Krankheit im Nervensystem genau auslöst.

Junge Frau mit MS
Was ist Multiple Sklerose und wann bricht die Krankheit aus? Die Patienten sind meist zwischen 20 und 40 Jahre alt © Fotolia

Was ist Multiple Sklerose? Die Facherklärung: Die Myelinschicht besteht aus Fetten, Eiweißen und Wasser. Sie umhüllt die Nerven und verbessert die Reizweiterleitung. Die ständigen (chronischen) Entzündungen bei Multiple Sklerose führen dazu, dass die Myelinschicht zurückgeht und irgendwann komplett fehlt („Entmarkung“). In der Folge funktioniert die Reizweiterleitung immer schlechter, was vielfältige Beschwerden hervorrufen kann. Andere medizinische Namen für die Multiple Sklerose lauten Encephalomyelitis disseminata und Polysklerose.

 

Multiple Sklerose immer häufiger bei Kindern und Jugendlichen

Was also ist Multiple Sklerose und wie oft tritt die Krankheit auf? In Deutschland gibt es Schätzungen zufolge etwa 122.000 Multiple Sklerose Kranke. Die Patienten sind meist zwischen 20 und 40 Jahre alt, wenn die Multiple Sklerose Symptome hervorruft und festgestellt wird. Multiple Sklerose kann aber auch schon in der Pubertät auftreten. Erkrankungen mit neurologischen Symptomen vor dem zehnten Lebensjahr sind selten, denn vermutlich dauert es etwa zehn Jahre, bis nach den ersten Veränderungen im zentralen Nervensystem spürbare Symptome auftreten. Nach dem 45. Lebensjahr sinkt das Risiko, eine Encephalomyelitis disseminata zu entwickeln, deutlich. In den letzten Jahren wird Multiple Sklerose jedoch immer häufiger bei Kindern und Jugendlichen sowie bei über 45-Jährigen festgestellt.

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