Müdigkeit in der Schwangerschaft – woher sie kommt und was Sie dagegen tun können!

Redaktion PraxisVITA
Müdigkeit in der Schwangerschaft
Etwa die Hälfte aller werdenden Mütter leidet vor allem im ersten und im dritten Trimester unter Müdigkeit in der Schwangerschaft © istock/dolgachov
Inhalt
  1. Warum leiden so viele Frauen unter Müdigkeit in der Schwangerschaft?
  2. Wie lange hält die Müdigkeit in der Schwangerschaft an?
  3. Was kann man gegen die Schwangerschaftsmüdigkeit tun?
  4. Übersicht: Das hilft gegen Müdigkeit in der Schwangerschaft
  5. Was Sie nicht gegen die Müdigkeit in der Schwangerschaft tun sollten

Müdigkeit ist eines der klassischen Schwangerschaftssymptome. Hier erfahren Sie, welche Ursachen Müdigkeit in der Schwangerschaft haben kann und mit welchen Tipps Sie die ständige Mattheit überwinden können.

Sie sind schwanger und leiden unter Dauermüdigkeit? Damit sind Sie nicht allein. Müdigkeit gehört zu den häufigsten Schwangerschaftssymptomen. Bei etwa der Hälfte aller Frauen tritt sie nur temporär auf. Schlimmstenfalls begleitet die Müdigkeit Sie aber die gesamte Schwangerschaft über.

Die 10 besten Tipps gegen Müdigkeit

 

Warum leiden so viele Frauen unter Müdigkeit in der Schwangerschaft?

Der Körper muss während der Schwangerschaft Schwerstarbeit leisten. Vor allem die hormonelle Umstellung sorgt am Anfang einer Schwangerschaft für eine ungewohnte Müdigkeit. Dafür ist vor allem das Hormon Progesteron verantwortlich. Aber auch andere körperliche Vorgänge begünstigen die Dauermüdigkeit während der Schwangerschaft. So wird das Herz während dieser Zeit stärker zum Arbeiten gebracht, weil es mehr Blut durch den Körper pumpen muss. Denn nicht nur die Mutter wird jetzt versorgt, sondern auch das Kind in ihrem Bauch.

Im ersten Drittel wird etwa die Plazenta gebildet, über die dem Ungeborenen wichtige Nährstoffe zugeführt werden. Hinzu kommen der verlangsamte Stoffwechsel und das Absinken von Blutdruck und Blutzucker. Auch diese Prozesse begünstigen die Müdigkeit in der Schwangerschaft.

Nicht nur Blutzuckerschwankungen und hormonelle Veränderungen, auch eine falsche Ernährungsweise kann die Ursache für eine vermehrte Müdigkeit in der Schwangerschaft sein. Zu große Portionen sowie ungesunde und fettige Nahrung begünstigen die Schwangerschaftsmüdigkeit.

Ein weiterer Faktor ist Eisenmangel. Stellt Ihr Gynäkologe diesen anhand eines Bluttests fest, wird er Ihnen eine geeignete Therapie empfehlen.

Anämie
Eisen befindet sich im hauptsächlich in den roten Blutkörperchen, als zentraler Bestandteil des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin. Eisenmangel beeinträchtigt die Leistungsfähigkeit und führt in der Schwangerschaft vor allem zu Müdigkeit und Erschöpfung© istock/Dr_Microbe
 

Wie lange hält die Müdigkeit in der Schwangerschaft an?

Am intensivsten ausgeprägt ist die Schwangerschaftsmüdigkeit in den ersten drei bis vier Monaten. Wie viele andere Schwangerschaftsbeschwerden nimmt die Müdigkeit häufig mit dem zweiten Schwangerschaftsdrittel ab. Gerade das zweite Trimester über haben die werdenden Mütter mehr Energie. Ab dem dritten Trimester wird die Schwangerschaft dann wieder beschwerlicher, die Motivation nimmt ab und die Abgeschlagenheit zu.

 

Was kann man gegen die Schwangerschaftsmüdigkeit tun?

Um etwas gegen die Müdigkeit in der Schwangerschaft zu unternehmen, ist es wichtig, auf die Signale Ihres Körpers zu hören. Benötigt er Ruhe, geben Sie ihm Ruhe. Gönnen Sie ihm Entspannung. Und auch ein Mittagsschlaf (zwischen zehn und 30 Minuten) ist in Ordnung. Aber: Zu viel Schlaf macht zusätzlich müde.

Auch nach Bewegung kann Ihr Körper hin und wieder verlangen. Aktivität und Schwangerschaft schließen sich definitiv nicht aus – außer, Ihr Arzt hat Ihnen Bettruhe verschrieben. Übertreiben Sie es jedoch nicht. Schwimmen, Schwangerschafts-Yoga und Spaziergänge kurbeln den Kreislauf an. Frische Luft versorgt die Zellen mit Sauerstoff und schenkt uns neue Energie.

Yoga gegen Schwangerschaftsmüdigkeit
Was hilft gegen Müdigkeit in der Schwangerschaft? Bauen Sie viel Bewegung an der frischen Luft ein. Yoga kurbelt den Kreislauf an und schenkt neue Energie © istock/Onfokus

Außerdem sollten Sie Ihre Ernährung nochmal genau unter die Lupe nehmen, wenn Sie so oft müde sind. Viel Flüssigkeit (1,5 bis 2 Liter am Tag) ist jetzt wichtig. Achten Sie außerdem auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung. Weitere Informationen zum Thema Ernährung von Schwangeren und Stillenden finden Sie hier.

 

Übersicht: Das hilft gegen Müdigkeit in der Schwangerschaft

  • Im Alltag immer für Ruhe- und Entspannungsphasen sorgen
  • Bewegung wie Yoga, Schwimmen und Spaziergänge
  • frische Luft
  • viel trinken
  • gesund und ausgewogen ernähren

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Was Sie nicht gegen die Müdigkeit in der Schwangerschaft tun sollten

Egal wie müde Sie während der Schwangerschaft sind, putschen Sie sich nicht unnatürlich auf. Trinken Sie also nicht literweise Koffein in Form von Kaffee oder schwarzem Tee und verzichten Sie generell auf extreme Wachmacher wie zum Beispiel Energy Drinks. Forscher haben herausgefunden, dass bereits geringe Mengen Koffein das Risiko für Wachstumsstörungen beim ungeborenen Kind erhöhen können.

Kaffe in der Schwangerschaft
Auch wenn Sie von Müdigkeit in der Schwangerschaft geplagt sind, trinken Sie nicht literweise Koffein in Form von Kaffee. Schlimmstenfalls gefährden Sie damit die Gesundheit Ihres Kindes © istock/Zinkevych

Ebenso wie Genussmittel sind auch Medikamente in der Schwangerschaft tabu, es sei denn, Ihr Gynäkologe rät Ihnen in speziellen Fällen dazu.

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