Mückenstiche behandeln – Tipps für Eltern

Kinderärztin Dr. Nadine Hess erklärt, wie Sie Mückenstiche behandeln sollten
Expertin Dr. Hess: „In einigen Fällen kann es zu einer sogenannten persistierenden Insektenstichreaktion kommen. Hierbei jucken die Stiche teilweise sogar noch mehrere Wochen nach dem Stich und sind gut sichtbar.“ © privat

Sind das noch Stiche von normalen Mücken?! Wie soll man diese Mückenstiche behandeln? Kinderärztin Dr. Nadine Hess schildert hier an einem Fall aus ihrer Praxis, was hilft, wenn Ihr Kind mit ausgeprägt großen, geschwollenen und stark juckenden Insektenstichen vom Spielen zurückkommt – und was Sie beim Mückenstiche behandeln mit Kortison beachten sollten.

 

Das sagt die Kinderärztin Dr. Nadine Hess

Junge am Wasser hat große Mückenstiche
Mückenstiche möglichst nicht kratzen – dadurch erhöht sich das Risiko einer bakteriellen Superinfektion© Fotolia

Kürzlich stellte eine Mutter ihren fast dreijährigen Sohn vor – er hatte einen ganz geschwollenen, leicht überwärmten Knöchel links, ein fast zugeschwollenes Auge rechts und diverse, wirklich große Insektenstiche. „Wo waren Sie denn am Wochenende? An einem See?“ fragte ich. „An der Alster, sonst nirgends...“ Aber damit war meine Frage schon vollumfänglich beantwortet und die Ursache für die ausgeprägten Schwellungen gefunden. Dies war nämlich nicht mein erster Patient mit den Beschwerden: Mehrere Freunde hatten mich am Wochenende, nach ausgedehnten Grillabenden an eben diesem schönen Hamburger Gewässer, kontaktiert, weil auch sie unter ausgeprägt großen und stark juckenden Stichen litten. Ob es nun besondere Mücken oder eine andere, stechende Insektenart gewesen ist, kann ich nicht sagen, helfen konnte ich jedoch allen.

 

Mückenstiche behandeln – was Sie bei Kortison beachten sollten

Kind Mückenstiche behandeln am Auge Vorsicht mit Kortison
Mückenstiche behandeln mit Kortison-Gel: Am Auge muss man mit der Anwendung sehr vorsichtig sein – Eltern sollten darauf achten, dass kein Kortison ins Auge gelangen kann© Fotolia

Mit der Mutter vereinbarte ich, dass sie die besonders betroffenen Stellen an Auge und Knöchel ein bisschen kühlen sollte, richtige „Tobe-Orgien“ waren für den Tag gestrichen und ich rezeptierte ein juckreizstillendes Gel, das ein wenig Kortison enthielt. Am Auge muss man mit der Anwendung sehr vorsichtig sein, Kortison sollte (außer in besonderen Fällen) nicht ins Auge geraten. Da der Stich aber in Höhe der Augenbraue war, war das Risiko, dass etwas von dem Kortison ins Auge gelangen konnte, geringer und ich besprach mit der Mutter, dass das Gel wirklich nur dort aufgetragen werden durfte. Außerdem riet ich, dass sie beim Mückenstiche behandeln gezielt darauf schauen sollte, dass der Kleine sich möglichst nicht die Augen rieb. Das Gel sollte im Kühlschrank aufbewahrt werden – erstens wirkt es durch die Kühle noch leicht abschwellend und zweitens ist es so noch besser juckreizstillend.

Sollte die Schwellung bleiben und zusätzlich noch rot werden, sollte sie sich wieder melden – in dem Fall konnte es zu einer Superinfektion gekommen sein, die man zusätzlich zu den Mückenstichen behandeln muss. Glücklicherweise war das aber nicht der Fall und bereits am nächsten Tag waren die Schwellungen und auch der Juckreiz deutlich zurückgegangen.

 

Mückenstiche behandeln – was ist, wenn die Schwellung nicht verschwindet?

In einigen Fällen kann es zu einer sogenannten persistierenden Insektenstichreaktion kommen. Hierbei jucken die Stiche teilweise sogar noch mehrere Wochen nach dem Stich und sind gut sichtbar. Wieso manche Kinder zu solchen Reaktionen neigen, ist unklar. Wichtig ist jedoch, dass sie irgendwann von alleine wieder verschwinden. Wie sollte man diese persistierenden Mückenstiche behandeln? In der Zwischenzeit sollte versucht werden, den Juckreiz zum Beispiel mit Lotio alba zu stillen und zu verhindern, dass es durch das vermehrte Kratzen zu einer bakteriellen Superinfektion kommt.

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