Mückenplage in Deutschland: Diese Regionen sind bedroht

Daphne Sekertzi

Weil der Winter mild und die frühen Frühlingsmonate warm und feucht waren, droht jetzt eine Mückenplage in Deutschland. Diese Regionen sind besonders bedroht!

Inhalt
  1. Mückenplage in Deutschland: Das sind die Gründe
  2. In diesen Regionen droht eine Mückenplage
  3. Überschwemmungsmücken sind besonders aggressiv
  4. Können Mücken Krankheiten übertragen?

Jeden Sommer aufs Neue wird man von summenden Mücken am Schlafen gehindert und mit juckenden Stichen versehen. Doch in diesem Sommer wird das in manchen Regionen in Deutschland nicht die Ausnahme, sondern die Regel sein: Eine Mückenplage ist auf dem Vormarsch.

 

Mückenplage in Deutschland: Das sind die Gründe

In den letzten beiden Sommern konnten sich Mücken nicht stark verbreiten – zu trocken war es für die feuchtigkeitsliebenden Zweiflügler. Dieses Jahr ist es aber anders. Die vielen Regentage im Frühling im ständigen Wechsel mit warmen Temperaturen boten optimale Bedingungen für eine bestimmte Mückenart, sich zu vermehren: die Überschwemmungsmücke.

Die Weibchen legen bis zu 100 Eier in überschwemmten Flächen an Flüssen, Seen und Bächen ab. Die Larven schlüpfen bereits nach ein oder zwei Wochen – aber nur, wenn sich das Wasser nicht wieder zurückzieht. Ist der Boden trocken, können die Larven mit der nächsten Überschwemmung schlüpfen. Bis zu drei Jahre ist das möglich.

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In diesen Regionen droht eine Mückenplage

Daher werden Gebiete mit Gewässern, bei denen es durch die vielen Niederschläge zu Hochwasser kam, von einer Mückenplage heimgesucht. Dazu zählen die Oder, der Ammersee und der Starnberger See in Bayern, teilte Doreen Werner, Biologin im Leibnitz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF), gegenüber der Deutschen-Presse-Agentur (dpa) mit. Werner zählte in den Überflutungsflächen mehr als 100 Überschwemmungsmücken. Bei 20 Mücken pro Minute spricht man von einer Plage.

 

Überschwemmungsmücken sind besonders aggressiv

In den betroffenen Gebieten sind nicht nur mehr Mücken unterwegs; sie stechen auch öfter zu als gewöhnliche Hausmücken, da sie unter „Entwicklungsdruck“ stehen. Denn um nachfolgende Generationen zu ermöglichen, müssen die Weibchen ihre Eier entwickeln und ablegen – und dafür brauchen sie Blut: „Wir haben zeitweise bis zu 200 Anflüge pro Minute und Mensch gezählt", erklärt Werner. Dabei würden „Anflüge“ nicht Annäherungen, sondern Stiche bedeuten. Zudem stechen Überschwemmungsmücken nicht nur am Abend und in der Nacht, wie man es von Hausmücken kennt. Stattdessen sind sie rund um die Uhr aktiv.

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Können Mücken Krankheiten übertragen?

Überschwemmungsmücken können zwar Krankheiten übertagen, das Risiko sei dafür jedoch sehr gering, so die Biologin. Eine Gefahr geht von anderen Mücken aus: Das Robert-Koch-Institut (RKI) rechnet damit, dass die sogenannten Celux-Mücken hierzulande in den nächsten Jahren das West-Nil-Fieber verbreiten werden. In Bayern, Baden-Württemberg, Thüringen und Hessen konnten sich zudem die eingewanderten Tiger- und Buschmücken vermehren, die Überträger des Zika- und Dengue-Virus sind. Laut dem RKI ist jedoch ihre Anzahl in den Bundesländern so klein, dass nur ein geringes Infektionsrisiko besteht.

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Quellen

200 Stiche pro Minute, in: sueddeutsche.de

West-Nil-Fieber im Überblick, in: rki.de (Robert-Koch-Institut)

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