Mücken-Ausbreitung in Deutschland: 5 neue Stechmückenarten entdeckt – diese Gefahren drohen!

Sie surren und stechen schon wieder: Die Mücken sind bereits sehr aktiv. Und nicht nur das, denn die Mücken-Ausbreitung fremder Arten nimmt ebenfalls zu. So haben sich in den letzten Jahren 5 neue invasive Stechmückenarten in Deutschland etabliert.

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Die vergangenen warmen Wochen hätten die Entwicklung der Mückenpopulation gefördert, so die Diplom-Biologin Dr. Doreen Werner vom am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF). Sorgen macht dabei die Ausbreitung von 5 neuen Stechmückenarten, die aus dem Ausland kommen und sich in Deutschland eingenistet haben. Von ihnen gehen besondere Gefahren aus.

5 neue Stechmückenarten in Deutschland etabliert

Neben den rund 50 bekannten heimischen Arten wie der Gemeinen Hausmücke oder den Wald- und Wiesenmücken machen sich in Deutschland zunehmend auch invasive Arten breit. Sie kommen beispielsweise als Eier oder Larven über den Güterverkehr aus südeuropäischen Ländern hierher.

5 dieser Stechmückenarten haben sich in den letzten Jahren in Deutschland etabliert:

  • Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus)

  • Die Asiatische Buschmücke (Aedes japonicus)

  • Die Koreanische Buschmücke (Aedes koreicus)

  • Culiseta longiareolata, eine mediterrane Mücke (noch ohne deutschen Namen)

  • Anopheles petragnani (ebenfalls noch ohne deutschen Namen)

Während die letzten beiden nicht als Überträger von Krankheitserregern auf den Menschen gelten, stellen die drei ersten Arten durchaus eine Gefahr für die Gesundheit dar.

Mücken-Ausbreitung: Gefahr tropischer Krankheiten wie Zika oder West-Nil-Fieber

Die invasiven Mückenarten können Tropenkrankheiten übertragen, darunter das Chikungunya-, das Dengue- oder das West-Nil-Fieber. Auch die Übertragung des Zika-Virus ist möglich.

Die Mücken stecken sich beim Blutsaugen über einen infizierten Wirt an und geben die Viren dann beim nächsten Saugen weiter. Noch ist die Zahl der Stechmücken, die solche Infektionen übertragen, in Deutschland relativ klein. Doch wenn es warm und feucht ist, breiten sich die Arten weiter aus – und damit steigt die Gefahr einer Infektion mit den gefährlichen Krankheitserregern.

Neue Stechmückenarten: Mückenatlas erfasst das Vorkommen

Doreen Werner vom ZALF hat schon früh eine Erfassung der Mücken gefordert: „Durch die in Europa in den letzten Jahren zunehmenden Ausbrüche von Stechmücken-übertragenen Krankheiten wie Dengue-, West-Nil- oder Chikungunya-Fieber sowie den Zika-Virus-Ausbruch in Südamerika wurde die aktuelle Bedeutung von Stechmücken als Krankheitsüberträger unter Beweis gestellt. Zur Risikoabschätzung benötigen wir dringend Daten zur Verbreitung der in Deutschland vorkommenden invasiven und einheimischen Arten“, so die Biologin.

Zu diesem Zweck wurde der „Mückenatlas“ eingeführt. Alle Bürger:innen Deutschlands können hier Mücken einsenden. Dieses sogenannte „Citizen-Science-Projekt“ (Bürgerforscher-Projekt) macht es den Forschenden möglich, die Mücken zu bestimmen und ihr Vorkommen regional zu verorten. Zwischen 2012 und Mai 2022 sind 30.800 Mücken eingesendet und erfasst worden. Auch in diesem Jahr wurden bereits rund 500 Mücken geschickt, wodurch unter anderem eine erhöhte Aktivität der Asiatischen Buschmücke seit April festgestellt werden konnte.

Mithilfe dieses Projektes können die Expert:innen nun die Mücken-Ausbreitung in Deutschland kontrollieren und die Verbreitung der 5 neuen Stechmückenarten sowie das Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung im Auge behalten.