MS-Symptome sind vielfältig

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Therapie
  6. 6. Multiple Sklerose – Experteninterview

Multiple Sklerose ruft sehr unterschiedliche Symptome hervor, je nachdem, wo die Entzündungsherde im zentralen Nervensystem sitzen. Häufige frühe MS-Symptome sind zum Beispiel Empfindungsstörungen (Sensibilitätsstörungen), ein unsicherer Gang und Schwäche in den Beinen.

Betroffene berichten, dass sich die Bereiche pelzig oder taub anfühlen, kribbeln und weniger berührungsempfindlich sind. Auch Lähmungserscheinungen sind häufige MS-Symptome.

Entzündet sich der Sehnerv, kann der Multiple-Sklerose-Patient nicht mehr richtig sehen – er sieht wie durch einen Schleier oder erblindet. Bei einem kompletten Abklingen der Entzündung ist auch die normale Sehkraft des Patienten wieder hergestellt. Oft ist der Sehnerv aber bereits so stark geschädigt, dass das betroffene Auge fehlsichtig bleibt. Später können außerdem die Augenbewegungen beeinträchtigt sein: Die feinen Muskeln, die den Augapfel bewegen, sind kurzfristig gelähmt. Betroffene sehen Doppelbilder.

Darüber hinaus viele weitere MS-Symptome möglich, die unterschiedlich stark ausgeprägt sein können.

 

Typische MS-Symptome

Die Beschwerden können sich im Verlauf der Erkrankung verändern.

 

Mediziner unterscheiden vier Verlaufsformen der MS

  • Klinisch isolierte Multiple Sklerose: Häufig die erste Phase im symptomatischen Krankheitsverlauf. Es treten zwar MS-Symptome auf, die auf eine Entmarkung der Nervenfasern hindeuten, Entzündungsherde hingegen sind aber noch nicht erkennbar.
  • Schubförmig intermittierender Verlauf (circa 80 Prozent der MS-Erkrankungen): Die MS-Symptome gehen nach etwa sechs bis acht Wochen zurück und treten danach immer wieder schubweise auf.
  • Sekundär progredienter Verlauf: Die MS-Symptome werden von Schub zu Schub stärker. Dieser Verlauf tritt bei etwa der Hälfte der Patienten mit schubförmigen Verläufen auf, wenn keine angemessene Behandlung erfolgt.
  • Primär progredienter Verlauf (circa 10 bis 15 Prozent der MS-Erkrankungen):  Die MS-Symptome werden von Anfang an schleichend immer stärker, es treten keine Schübe auf.
MS-Symptome
Die MS-Symptome wie Lähmungserscheinungen treten meist schubweise auf und schränken den Alltag der Betroffenen stark ein © belchonock/iStock
 

Der MS-Verlauf und Hormone

Manchmal verläuft die Multiple Sklerose auch jahrzehntelang ohne größere Probleme. Dies kommt bei etwa jedem zehnten Betroffenen vor. In diesem Fall sprechen Ärzte manchmal von einer benignen (gutartigen) MS. Frauen erkranken etwa doppelt bis dreimal so häufig an der schubförmigen MS wie Männer. Die fortschreitenden (progredienten) Formen betreffen dagegen Frauen und Männern etwa gleich oft.

Hormone können den Verlauf einer MS beeinflussen. Während einer Schwangerschaft treten zum Beispiel seltener MS-Schübe auf, danach deutlich häufiger.

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