MRT-Kontrastmittel setzt sich im Gehirn ab

MRT-Untersuchung
Vor der Magnetresonanztomographie (MRT) wird dem Patienten häufig ein Kontrastmittel gespritzt – dieses kann sich im Gehirn ablagern, wie Untersuchungen zeigen © Fotolia

Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA prüft derzeit die Sicherheit von sogenannten Kontrastmitteln, die bei MRT-Untersuchungen eingesetzt werden. Der Grund: Untersuchungen zeigen, dass Giftstoffe darin im Gehirn zurückbleiben können.

Die sogenannte Magnetresonanztomographie (MRT) ist eine Untersuchungsmethode, die ohne den Einsatz von Röntgenstrahlung detaillierte Bilder des Körperinneren liefert. Diese Methode gilt als schonende Alternative zu einer Röntgenuntersuchung. In vielen Fällen wird dem Patienten davor ein Kontrastmittel in die Vene gespritzt, damit ähnliche Gewebe besser voneinander unterschieden werden können.

 

Gadolinium setzt sich im Gehirn ab

Ein Bestandteil dieses Kontrastmittels ist das giftige Metall Gadolinium. Damit es sich nicht im Blut auflöst und im Körper ablagert, wird es an eine Trägersubstanz gebunden. Untersuchungen zeigen jedoch, dass es sich von dieser Substanz lösen und im Gewebe – speziell im Hirngewebe – ablagern kann. Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA prüft derzeit Berichte über Fälle, in denen das Metall noch Jahre nach den Untersuchungen in verschiedenen Hirnstrukturen gefunden wurde. 

Bislang ist unklar, ob die Ablagerungen zu gesundheitlichen Schäden führen können. Der Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner e.V. (BDN) rät jedoch, die Kontrastmittel vorerst nur bei unvermeidbaren Untersuchungen einzusetzen. Das Herz etwa lasse sich auch mit einer Myokardszintigraphie oder Ultraschall untersuchen, so der Verband.

„Betroffen waren Patienten mit vier oder mehr Kontrast-MRT“, sagt Professor Dr. med. Detlef Moka, Vorstandsvorsitzender des BDN. „Das Risiko steigt offenbar mit der Anzahl der Untersuchungen.“ Mehrfachuntersuchungen sollten Patienten daher nach Möglichkeit vermeiden.

 

Patienten mit Nierenproblemen besonders gefährdet

Besonders gefährdet seien außerdem Patienten mit einer eingeschränkten Nierenfunktion. Denn während eine gesunde Niere Giftstoffe aus dem Körper leitet, ist bei diesen Menschen die Gefahr erhöht, dass die Stoffe sich im Körper ablagern. „Wenn Gadolinium bei Patienten mit Nierenschwäche länger im Körper bleibt, kann es sich in Haut und Organen ablagern und eine schwere Bindegewebserkrankung auslösen, die Nephrogene Systemische Fibrose“, so Moka.

Bislang gibt es noch keine Hinweise darauf, dass Ablagerungen von Gadolinium zu gesundheitlichen Schäden führen. Dennoch ruft der Verband Ärzte dazu auf, jeden Einsatz des Kontrastmittels individuell gewissenhaft zu prüfen und wenn möglich auf Alternativen auszuweichen.

Hamburg, 5. Februar 2016

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