Morbus Crohn: Vegane Ernährung besser als Medikamente

Verena Elson Medizinredakteurin

In einem Fallbericht schildern Ärzte die Geschichte eines Mannes, der seit Jahren an Morbus Crohn litt. Medikamente zeigten keine Wirkung. Doch dann schlug der Patient einen anderen Weg ein und stellte seine Ernährung um – mit erstaunlichen Erfolgen.

Ein Mann kocht vegan
Nach der Umstellung auf eine rein pflanzliche Ernährung war ein Morbus-Crohn-Patient plötzlich beschwerdefrei Foto:  PeopleImages/iStock

Der Mann war Ende 20, als er nach einer Darmspiegelung die Diagnose Morbus Crohn erhielt – bei dieser Erkrankung kommt es immer wieder zu Entzündungen des Darms. Vor seiner Diagnose hatte der Patient seit Jahren unter chronischer Müdigkeit, Blähungen, schubweisen starken Bauchschmerzen und Übelkeit gelitten. Mehr als ein Jahr lang erhielt er daraufhin intravenös Medikamente, die aber keine Besserung brachten.

 

Ernährungsumstellung bringt Heilung

Im zweiten Jahr seiner Behandlung verbannte der Patient im Zuge einer 40-tägigen religiös motivierten Fastenperiode alle tierischen Lebensmittel von seinem Speiseplan und ernährte sich ausschließlich von Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten. Die Folge: eine komplette Remission. Eine erneute Darmspiegelung zeigte eine verheilte Darmschleimhaut; der Mann war fortan beschwerdefrei und konnte seine Medikamente absetzen.

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Warum hilft eine vegane Ernährung bei Morbus Crohn?

Der Fallbericht schildert lediglich die Genesung eines einzelnen Patienten und kann keineswegs beweisen, dass Morbus Crohn durch die Umstellung auf eine vegane Ernährung heilbar ist. Dennoch weisen bereits mehrere Studien darauf hin, dass eine rein pflanzliche Ernährungsweise hilft, die Entzündungsanzeichen und Beschwerden bei den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa zu lindern.

Die Begründung vermuten Forscher in den sogenannten sekundären Pflanzenstoffen von Obst und Gemüse: Diese Substanzen, die der Pflanze beispielsweise ihre Farbe verleihen oder sie vor Fressfeinden schützen, wirken zum einen entzündungshemmend und erhöhen zum anderen die Vielfalt der Darmbakterien. Eine verringerte Artenvielfalt der „Bewohner“ des Darms trägt laut Vermutung von Medizinern zur Entstehung chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen bei.

Quellen:
Sandefur, K. et al (2019): Crohn’s Disease Remission with a Plant-Based Diet: A Case Report, in: Nutrients. DOI: 10.3390/nu11061385

Chiba, M., Ishii, H., & Komatsu, M. (2019): Recommendation of plant-based diets for inflammatory bowel disease. In: Translational pediatrics.

Chiba, Mitsuro, et al. (2018): Relapse prevention in ulcerative colitis by plant-based diet through educational hospitalization: A single-group trial. In: The Permanente journal.

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