Morbus Crohn: “Mit der Diagnose kam endlich Hilfe“

Erleichterung nach Morbus-Crohn-Diagnose
Für Menschen, die schon seit Jahren unter chronischen Bauchschmerzen und Durchfall leiden, kann die Diagnose Morbus Crohn eine Erleichterung sein © Fotolia

Morbus Crohn: Die Darmentzündung ist chronisch und unheilbar. Trotzdem ist die Diagnose für viele Betroffene eine Erleichterung. Sie haben oft einen langen Leidensweg hinter sich. Nach der Diagnose geht es ihnen endlich besser – denn die Beschwerden sind gut behandelbar. Die Geschichte einer Betroffenen.

Viola (48) hat einen langen Leidensweg hinter sich. Schon als junges Mädchen quälten sie schlimme Bauchschmerzen und Durchfall, doch eine Ursache wurde nicht gefunden. Jahrzehntelang traten die Beschwerden immer wieder auf, einmal kam es sogar zu einem lebensgefährlichen Darmverschluss, doch die Ärzte waren ratlos. Erst 2006 wurde bei der Hamburger Verwaltungsangestellten die richtige Diagnose gestellt: Sie hat Morbus Crohn, eine chronische Darmentzündung.

 
 

Lebensgefahr durch Darmverschluss

Damals lag Viola mit dem zweiten Darmverschluss im Asklepios-Westklinikum in Rissen. Dort erkannte der Morbus-Crohn-Experte Prof. Andreas Raedler endlich ihr Leiden. Und machte ihr Mut, dass die Krankheit heute gut behandelbar ist. Es gibt hochwirksame Medikamente, mit denen sich die Entzündungen weitgehend verhindern lassen. „Ich war unendlich erleichtert", sagt die 48-Jährige, „das Schönste für mich war, dass ich wusste: Ich würde wieder arbeiten können."

 

Nach Morbus-Crohn-Diagnose: Keine Diät notwendig

Zur Therapie gehörten nicht nur regelmäßige Infusionen, sondern auch eine Ernährungsberatung. „Noch in der Klinik wurde ein Plan erstellt. Zuerst bekam ich Schonkost, weil ich so schlapp war. Ich hatte vor dem zweiten Darmverschluss fast 15 Kilo abgenommen." Als es ihr besser ging, wurde der Speiseplan nach und nach erweitert. „Ich muss keine Diät halten, verzichte aber auf schwer Verdauliches. Wenn ich Heißhunger auf etwas ,Verbotenes' habe, esse ich eine kleine Portion davon."

 
 

Trotz Morbus Crohn beschwerdefrei leben

Mittlerweile bekommt die Hamburgerin nur noch einmal im Monat eine Spritze gegen die Entzündungen und hat nahezu keine Beschwerden mehr. „Ich vertrage die Medikamente sehr gut", sagt sie. Allerdings weiß sie auch, dass es jederzeit einen Rückfall geben kann. Ende 2010 hatte sich wieder eine entzündliche Verengung im Darm gebildet. Sie konnte mit Medikamenten behandelt werden. Trotzdem ist Viola zuversichtlich, dass sie auf einem guten Weg ist. Ihre Blutwerte sind schon viele Monate stabil, vielleicht können die Infusionen bald ganz abgesetzt werden. Angst vor der Zukunft hat sie jedenfalls nicht: „Ich weiß, dass mich Morbus Crohn immer begleiten wird. Vielleicht muss ich auch wieder operiert werden. Aber bis dahin genieße ich jeden Tag. Denn mein Leben macht wieder richtig Spaß."

 

Ansprechpartner finden

Sie haben den Verdacht unter Morbs Crohn oder einer anderen chronisch-entzündlichen Darmerkrankung zu leiden? Informationen und Fachärzte in ihrer Umgebung finden Betroffene beim Kompetenznetz Darmerkrankungen: http://www.kompetenznetz-ced.de/arztsuche.html.

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