Morbus Basedow: drei typische Symptome

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Die typische Form von Morbus Basedow ist durch drei charakteristische Symptome begleitet, die Ärzte als die Merseburger-Trias bezeichnen – der Merseburger Arzt Karl von Basedow hat sie erstmalig beschrieben. Ihr Auftreten ist ein deutlicher Hinweis auf Morbus Basedow. Es handelt sich dabei um eine erhöhte Herzfrequenz mit mehr als 100 Schlägen pro Minute und eventuell weiteren Herzrhythmusstörungen, einer Vergrößerung der Schilddrüse (Kropf) sowie Veränderungen der Augen.

 

Merseburger-Trias: drei typische Morbus-Basedow-Symptome

  • erhöhte Herzfrequenz (Tachykardie)
  • Vergrößerung der Schilddrüse (Struma, Kropf)
  • Hervortreten der Augen (Exophthalmus, endokrine Orbitopathie)
Ungewöhnlich starkes Schwitzen, sowie warme und feuchte Haut sind erste Symptome, die auf einen Morbus Basedow hindeuten können
Ungewöhnlich starkes Schwitzen, sowie warme und feuchte Haut sind erste Symptome, die auf einen Morbus Basedow hindeuten können© shutterstock

Grundsätzlich können sich bei Morbus Basedow alle Symptome zeigen, die auf eine Überfunktion der Schilddrüse zurückzuführen sind. Sie kommen in unterschiedlichen Kombinationen und Abstufungen vor. Die Morbus-Basedow-Symptome sind also bei vielen Patienten so unspezifisch, dass sich nicht direkt auf das verursachende Krankheitsbild schließen lässt. Gerade wenn weitere Beschwerden bestehen, etwa eine chronische Herzkrankheit oder Diabetes mellitus, ziehen Ärzte als Auslöser nicht immer sofort Morbus Basedow in Betracht. Bei den Symptomen gibt es zudem Unterschiede, abhängig vom Alter der Betroffenen.

 

Morbus Basedow: mögliche unspezifische Symptome

Bei Senioren mit Morbus Basedow treten in vielen Fällen nur wenige oder sogar nur einzelne Symptome auf, die auch nicht stark ausgeprägt sein müssen, zum Beispiel Herzrhythmusstörungen. In der öffentlichen Wahrnehmung werden mit Morbus Basedow diese Symptome verbunden: hervorquellende Augäpfel, Schwellungen der Lider, Bindehautentzündungen, starrer Blick und Beeinträchtigung der Sehfähigkeit, falls der Sehnerv beteiligt ist. Diese Beteiligung der Augen nennen Ärzte endokrine Orbitopathie. Sie wird nicht direkt durch die Schilddrüsen-Überfunktion ausgelöst. Vielmehr führen die gleichen, falsch gesteuerten Abwehrreaktionen des Körpers, welche die Arbeit der Schilddrüse beeinträchtigen, auch im Bereich der Augen zu Entzündungsprozessen, die schließlich die beschriebenen Veränderungen bewirken.

 

Besondere Belastungen des Organismus können zu schwerem Krankheitsverlauf führen

Bei Morbus Basedow können sich die Symptome unter Umständen so stark verschlimmern, dass eine lebensgefährliche Situation eintritt. Das kommt jedoch nur in seltenen, sehr schweren Fällen vor, die meistens durch eine besondere Situation ausgelöst werden. Die überschüssigen Hormone haben hierbei eine giftähnliche Wirkung auf den Körper und beeinträchtigen sogar die Hirnfunktion. Ärzte sprechen dann von einer Thyreotoxikose oder thyreotoxischen Krise. Unterschieden werden drei Stadien, die ein Patient mit Morbus Basedow jedoch nur ohne Behandlung der Symptome durchläuft. Die Thyreotoxikose bei Morbus Basedow beginnt mit starken, prinzipiell grippeähnlichen Symptomen, zum Beispiel hohem Fieber, Herzrasen, Erbrechen, Durchfall, Schweißausbrüchen, Austrocknung (Dehydrierung), Unruhe oder Delirium. Es folgen Bewusstseinsstörungen. Schließlich kann die thyreotoxische Krise zu Kreislaufversagen, Koma und eventuell einer Funktionsstörung der Nebennieren führen, weswegen die Produktion des lebenswichtigen Hormons Kortisol gestört wird. Bei Morbus Basedow werden diese extremen Symptome zum Beispiel durch eine mangelhafte Behandlung ausgelöst oder eine zu hohe Jodzufuhr. Besondere Belastungen des Organismus können ebenfalls zu solch einem Verlauf führen (zum Beispiel Operationen, Infektionskrankheiten oder eine Schwangerschaft).

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