Moorbad: Erholung und Heilung im Schlamm

Redaktion PraxisVITA

Entschlackend, entgiftend und entspannend – das sind nur einige der positiven Effekte, die das traditionelle Moorbad mit sich bringt. Allerdings sollten beim Baden im Torf auch einige Dinge beachtet werden.

Eine schlammbedeckte Frau liegt auf einer Liege
Ein Moorbad wirkt entspannend und durchblutungsfördernd Foto:  iStock/franckreporter
Inhalt
  1. Was ist ein Moorbad?
  2. Anwendungsbereiche von Moorbädern
  3. Wirkung des Moorbads
  4. Moorbad für zu Hause
  5. In diesen Fällen lieber auf das Moorbad verzichten
 

Was ist ein Moorbad?

Als Moorbad bezeichnet man ein Bad in sogenanntem Badetorf, der mit Wasser vermischt wurde. Dieser Badetorf wird speziell für diesen Zweck in Mooren abgebaut. Es gibt Moorbad-Fertigpackungen für zu Hause – als wirksamer gelten allerdings Moorbäder aus frisch zubereitetem Badetorf, die in zahlreichen Kurorten angeboten werden.

Das Moorbad ist kein neuer Trend der Wellness-Industrie, sondern schon lange als wohltuende Heilmethode bekannt. In Deutschland soll es die ersten Moorbäder bereits um 1800 gegeben haben. In den darauffolgenden Jahren und Jahrzehnten sind auch immer mehr europäische Kurorte auf den Geschmack gekommen und rüsteten sich damit aus.

 

Anwendungsbereiche von Moorbädern

Heute kommen Moorbäder innerhalb einer Kur oder eines Wellnesstages zum Einsatz. Hierfür wird zunächst Wasser mit frischem Badetorf gemischt. Es empfiehlt sich eine breiige und dickflüssige Konsistenz, weil die Wärme dadurch besonders gut gespeichert wird. Apropos: Bei der 20- bis 30-minütigen Behandlung wird es mit 40 bis 46 Grad ganz schön heiß.

Das Moorbad findet in den entsprechenden Einrichtungen immer unter professioneller Aufsicht statt, da es bei solch hohen Temperaturen zu Kreislaufproblemen kommen kann. Deswegen sollte man sich nach dem Bad im Schlamm etwa eine Stunde Zeit nehmen und Ruhe gönnen. Das heißt: warm abduschen, zurücklegen und warmhalten.

 

Wirkung des Moorbads

Da Moor mit vielen gesundheitsfördernden Effekten in Verbindung gebracht wird, ist es auch als das „schwarzes Gold“ bekannt. Es wirkt entspannend, soll aber auch noch weitere positive Auswirkungen auf Gesundheit und Körper haben. Zunächst sind es die vielen Nährstoffe des Torfs, die das Baden im Schlamm zu einer wirkungsvollen Heilmethode machen – dazu zählen Magnesium, Eisen, Kalzium, Kieselsäure, Kupfer und Huminsäure. Letztere wirkt entgiftend und entzündungshemmend. Huminsäure soll zudem die Produktion von Antikörpern steigern. Die Wirkung des Moorbads im Überblick:

  • Durchblutungsfördernd: Bei Moorbädern wird unter anderem die Durchblutung angeregt, was zum einen auf den Anstieg der Körpertemperatur und zum anderen auf die im Torf enthaltene Kieselsäure zurückzuführen ist.
  • Stärkung des Immunsystems: Da die Körpertemperatur beim Moorbad um rund zwei Grad ansteigt, wird ein sogenanntes Heilfieber erzeugt, das den Körper dazu veranlasst, seine Abwehrkräfte anzukurbeln.
  • Krampflösend: Moorbädern wird eine krampflösende Wirkung nachgesagt, weshalb sie gerne bei Verspannungen und Rückenschmerzen angewendet werden. Auch bei Muskelverletzungen oder Entzündungserkrankungen sollen sie hilfreich sein.
  • Entschlackend und entgiftend: Ein Moorbad aktiviert den Stoffwechsel und soll dadurch den Körper entschlacken und entgiften.
  • Feuchtigkeitsspendend: Wer sich regelmäßig in den Schlamm wagt, soll durch die Extraportion Feuchtigkeit langfristig ein strahlendes und straffes Hautbild bekommen.

Zu guter Letzt ist es natürlich der Wohlfühlfaktor, der Moorbäder so attraktiv für Wellness-Liebhaber macht. Die Wärme wirkt beruhigend, während sich Körper und Geist voll und ganz entspannen können.

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Moorbad für zu Hause

Mit einem Moorbad kann man es sich auch in der heimischen Badewanne gemütlich machen, allerdings sollte es dann weniger intensiv durchgeführt werden, um den Kreislauf in dem unbeaufsichtigten Umfeld nicht zu sehr zu belasten. So sollte das Bad auf rund zehn bis höchstens 20 Minuten verkürzt werden und die Temperatur der Masse bei maximal 40 Grad liegen. Ein Heilfieber, das nur unter professioneller Aufsicht erfolgen sollte, ist so nicht möglich. Aber auch ohne das Heilfieber hat das Moorbad viele positive Effekte, von denen man zu Hause profitieren kann. 

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In diesen Fällen lieber auf das Moorbad verzichten

Trotz seiner vielen positiven Effekte ist ein Moorbad nicht für jeden geeignet. Menschen, die offene Wunden, Krampfadern, nässende Ekzeme, empfindliche Haut oder schwerwiegende Erkrankungen wie Krebs oder Herz-Kreislauf-Probleme haben, sollten grundsätzlich auf Moorbäder verzichten. Aufgrund der künstlichen Steigerung der Körpertemperatur können sie auch für ältere Menschen bedenklich werden. Weil das Baden im Torf den Hormonhaushalt beeinflussen kann, sollten auch Schwangere von dieser Wellness-Behandlung unbedingt absehen.

Wenn Sie hingegen Krankheitsbilder wie Rheuma oder Arthrose behandeln wollen, ist zu beachten, dass regelmäßige Moorbäder nur unterstützend zu einer Behandlung durchgeführt werden sollten. Eine Absprache mit einem Arzt ist auch im Hinblick auf mögliche Nebenwirkungen eines Moorbads angeraten.

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