Molybdän: Das unbekannte Spurenelement

Redaktion PraxisVITA

Molybdän ist ein Spurenelement, das der Körper nicht selbst herstellen kann. In welchen Lebensmitteln kommt es vor und welche Funktionen erfüllt es im Körper?

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Der Körper kann Molybdän nicht selbst herstellen, deswegen muss man das Spurenelement über den Körper aufnehmen Foto:  iStock/fcafotodigital
Inhalt
  1. Was ist Molybdän?
  2. In welchen Lebensmitteln ist Molybdän enthalten?
  3. Welche positive Wirkung hat Molybdän im Körper?
  4. Was passiert bei einem Molybdänmangel?
  5. Wie hoch ist der Molybdänbedarf bei Kindern und Erwachsenen?
 

Was ist Molybdän?

Molybdän ist ein in der Natur weit verbreitetes, lebensnotwendiges (essenzielles) Spurenelement, das über die Nahrung in den Körper aufgenommen werden muss, weil er es nicht selbst produzieren kann. Damit es vom Körper genutzt werden kann, muss es als sogenanntes Molybdat vorliegen.

In diesem Zustand sind die elektrisch geladenen Teilchen (Ionen) des Moleküls in einer ganz bestimmten Weise geladen. Man spricht auch vom Oxidationszustand. Im Gegensatz zu anderen Metallen, wie Eisen oder Mangan, ist Molybdän in höheren Konzentrationen weniger giftig.

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In welchen Lebensmitteln ist Molybdän enthalten?

Molybdän kommt in Spuren in sämtlichen pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln vor. Wie hoch der jeweilige Gehalt in Pflanzen sind, hängt stark von den Anbauverhältnissen ab. Auf saurem Boden beispielsweise nimmt Getreide nur sehr wenig Molybdän auf, wohingegen ein neutraler oder basischer Boden die Aufnahme des Spurenelements in die Pflanze fördert.

Besonders reich an Molybdän sind Getreide und Hülsenfrüchte. Innereien, Milch und Eier liefern weniger hohe Mengen. Der folgende Überblick zeigt den Gehalt von Molybdän in ausgewählten Lebensmitteln:

LebensmittelMolybdängehalt in Mikrogramm pro 100 Gramm
Rinderleber165
grüne Erbsen70
grüne Bohnen43
Hühnchen40
Weizenvollkorn35
Fisch30 - 50
Hühnerei14
Kartoffeln4 -6
 

Welche positive Wirkung hat Molybdän im Körper?

Molybdän ist im Körper an der sogenannten enzymatischen Katalyse beteiligt. Dabei werden chemische Umwandlungen im Körper mithilfe von Enzymen in Gang gebracht. Molybdän ist dabei ein sogenannter Co-Faktor und sitzt im Zentrum der Enzyme, die Molybdän für ihre Reaktion benötigen.

In dieser Form unterstützt das Spurenelement beispielsweise die Bildung von Eiweißen und die Entgiftung von Schwefel. Darüber hinaus soll es eine positive Wirkung auf die Zahngesundheit haben und Karies vorbeugen, indem es das Wachstum von Bakterien hemmt.

 

Was passiert bei einem Molybdänmangel?

Wer sich ausgewogen ernährt und gesund ist, kann praktisch keinen Mangel an Molybdän entwickeln. Deshalb gibt es hierzu auch keine dokumentierten Erfahrungen.

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Lediglich bei Menschen, die lange Zeit künstlich, beziehungsweise direkt über eine Körpervene ernährt wurden (parenterale Ernährung), können molybdänbedingte Mangelerscheinungen auftreten. Dazu gehörten Herzrasen (Tachykardie), eine schnelle Atmung (Tachypnoe), starke Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Nachtblindheit oder auch Wassereinlagerungen (Ödeme).

 

Wie hoch ist der Molybdänbedarf bei Kindern und Erwachsenen?

Pro Tag brauchen Neugeborene bis zu einem Alter von vier Monaten nur 7 Mikrogramm Molybdän – so viel wie in einem halben Hühnerei enthalten ist. Im Alter von vier bis zwölf Monaten steigt der Bedarf auf 20 bis 40 Mikrogramm pro Tag. Kleinkinder zwischen einem und vier Jahren sollten täglich schon so viel Molybdän zu sich nehmen, wie in etwa 100 Gramm Fisch enthalten ist, also 25 bis 50 Mikrogramm.

Zwischen sieben und zehn Lebensjahren besteht ein täglicher Bedarf von 40 bis 80 Mikrogramm Molybdän. Ab dem zehnten Lebensjahr bis ins Erwachsenenalter hinein beträgt der tägliche Bedarf an Molybdän 50 bis 100 Mikrogramm, was beispielsweise 200 Gramm Hühnchen oder grünen Bohnen entspricht.

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