Mittelschmerz: Wenn Frau den Eisprung spürt

Rieke Heinze Medizinredakteurin

Krämpfe, Übelkeit und Stimmungsschwankungen – Menstruationsbeschwerden kennen alle Frauen. Doch wie sieht es mit dem Mittelschmerz aus? Die Schmerzen während des Eisprungs sind nicht für jede ein Thema.

Frau liegt mit Wärmflasche, Schockolade und Tagebuch auf dem Bett
Mittelschmerzen sind die Schmerzen während des Eisprungs Foto:  iStock/LaylaBird
Inhalt
  1. Was genau ist Mittelschmerz?
  2. Wie machen sich die Ovulationsschmerzen bemerkbar?
  3. Wodurch werden die Schmerzen beim Eisprung ausgelöst?
  4. Furchtbarkeit und Verhütung – welche Aussagekraft hat der Mittelschmerz?
  5. Intermenstrualschmerzen – Hilfsmittel zur Symptomlinderung
 

Was genau ist Mittelschmerz?

Ein dumpfer oder ziehender Schmerz im linken oder rechten Unterbauch sind die typischen Symptome des Mittelschmerzes. Krämpfe, ein Ziehen im Rücken oder in der Bauchgegend sind bei der Menstruation nicht ungewöhnlich.

Anders verhält es sich bei dem sogenannten Mittelschmerz: Die Schmerzen treten nicht mit Einsetzen der Menstruation auf, sondern um den Zeitpunkt des Eisprungs herum. Nicht jede Frau nimmt die Schmerzen wahr, tatsächlich registriert nur jede vierte bis fünfte Frau diese Ovulationsbeschwerden.

 

Wie machen sich die Ovulationsschmerzen bemerkbar?

Die Schmerzen sind grundsätzlich im Bereich des Unterbauchs einzuordnen. Ein leichtes Ziehen bis hin zu starken Krämpfen zeichnen den Mittelschmerz aus.

Die Schmerzen können einseitig sein, also im linken oder rechten Unterbauch, können aber auch nicht eindeutig lokalisierbar sein oder sogar in den Rücken und in die Beine ziehen. Manche Frauen spüren den Eisprung und die damit verbundenen Schmerzen nur ein paar Sekunden oder Minuten, andere leiden Stunden oder auch Tage unter den Beschwerden. Die Unterleibsschmerzen treten nicht unbedingt jeden Monat auf – auch beschwerdefreie Monate und Zeiträume sind möglich.

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Wodurch werden die Schmerzen beim Eisprung ausgelöst?

Die Frage nach der Ursache für die Unterleibsbeschwerden ist nicht eindeutig geklärt. Tatsächlich gibt es mehrere Erklärungsansätze für die krampfartigen Schmerzen:

  • Vor dem eigentlichen Eisprung: das heranwachsende Follikel (Eibläschen) verursacht Druck auf den Eierstock und eine Kapselspannung ist die Folge
  • Während des Eisprungs: Das Platzen des Follikels ist Grund für die Schmerzen. Außerdem könnte die austretende Flüssigkeit eine Reizung des Bauchfells verursachen.
  • Nach dem Eisprung: Die aus dem Follikel austretende Flüssigkeit reizt das Bauchfell und die Umgebung

Ebenfalls eine Möglichkeit: Der Eileiter stülpt sich über den Eierstock, um die sichere Passage des Eis bis in die Gebärmutter zu gewährleisten. Dabei kontraktiert sie – das könnte sich als Krämpfe oder Schmerzen bemerkbar machen.

 

Furchtbarkeit und Verhütung – welche Aussagekraft hat der Mittelschmerz?

Der Mittelschmerz kann nicht direkt den Eisprung bestimmen und kann daher auch keine (alleinige) Aussage über die fruchtbaren Tage der Frau treffen. Als sekundäres Anzeichen der Fruchtbarkeit und dementsprechend für Verhütungsbedarf oder eben gezielten Geschlechtsverkehr um einen Kinderwunsch zu erfüllen kann er jedoch in Verbindung mit der Basaltemperatur und dem Zervixschleim genutzt werden, um die fruchtbaren Tage zu bestimmen.

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Intermenstrualschmerzen – Hilfsmittel zur Symptomlinderung

Mittelschmerzen lassen sich ähnlich wie Menstruationsbeschwerden behandeln bzw. lindern.

  • Wärme: Eine Wärmflasche, ein Heizkissen, das Kirschkernkissen oder auch ein warmes Bad entspannen und lösen verkrampfte Muskulatur. In Verbindung mit einem Tee und etwas Ruhe sind Geist und Körper entspannt und die Schmerzen hoffentlich gelindert.
  • Mönchspfeffer, Frauenmantel und Schafgarbe sind bekannte Kräuter bei der Behandlung von Menstruationsbeschwerden
  • In besonders schlimmen Fällen lohnt sich das Gespräch mit dem Gynäkologen.

Grundsätzlich sind Mittelschmerzen keine krankhaften Symptome. Der Körper sollte geschont werden und ausreichend mit Flüssigkeit und Nährstoffen versorgt werden. Auch Bewegung kann krampflösend wirken und bringt auf andere Gedanken.

Quellen: 

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Dr. Schaenzler, Nicole/ Dr. med. Hoffbauer, Gabi (2001), Wörterbuch der Medizin, München, Econ Ullstein List Verlag GmbH & Co. KG

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