Mittelohrentzündung Baby – der beste Schutz

Redaktion PraxisVITA
Ein Baby weint und hält sich das Ohr
Mittelohrentzündung Baby – Stillen kann davor schützen, fanden US-Forscher jetzt heraus © Fotolia

Quälende Ohrenschmerzen und durchwachte Nächte – eine Mittelohrentzündung beim Baby kann eine Belastung für die ganze Familie sein, besonders wenn sie immer wieder auftritt. Drei Faktoren schützen besonders wirksam davor, haben US-Forscher jetzt herausgefunden.

Ein Forscherteam um Tasnee Chonmaitree an der University of Texas begleitete 367 Babys während ihres ersten Lebensjahres. Sie sammelten Informationen zum Auftreten von Mittelohrentzündungen in der Familie sowie dazu, ob und wie lange die Babys gestillt wurden und ob sie in ihrem ersten Lebensjahr Passivrauch ausgesetzt waren.

Die Forscher entnahmen regelmäßig Proben aus Hals und Nasenschleimhaut der Babys und untersuchten sie auf Infektionen. Eltern informierten die Studienleiter sofort, wenn ihr Kind Ohrenschmerzen oder eine Erkältung bekam – dann wurden die Babys innerhalb der nächsten Tage untersucht. Im Verlauf der Studie traten 180 Mittelohrentzündungen bei 143 Babys auf.

 

Zur Vorbeugung von Mittelohrentzündung Baby stillen?

Bei der Auswertung der Ergebnisse kristallisierte sich ein Faktor als besonders wirksamer Schutz vor einer Mittelohrentzündung beim Baby heraus: Stillen – und zwar für mindestens drei Monate. Stillen wurde bereits in zahlreichen vorherigen Studien mit einer Stärkung des Immunsystems und dem Schutz vor dem Plötzlichen Kindstod, Übergewicht, Diabetes und Allergien assoziiert. Kinderärzte empfehlen darum eine Stilldauer von mindestens sechs Monaten.

 

Zum Schutz vor Mittelohrentzündung Baby impfen

Weiteren Schutz vor Mittelohrentzündungen beim Baby liefern Impfungen gegen Grippe und Pneumokokken sowie eine rauchfreie Umgebung. Der Grund: Mittelohrentzündungen entstehen häufig in Folge solcher Infekte. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Pneumokokken-Impfung für alle Kinder unter zwei Jahren. Sie ist ab der achten Lebenswoche zugelassen und wird dreimal im Abstand von je vier Wochen durchgeführt. Frühestens nach einem Zeitraum von sechs Monaten wird eine Boosterimpfung verabreicht, die den Impfschutz dauerhaft gewährleistet.

Die Grippeimpfung empfiehlt die STIKO nur Kindern, deren Immunsystem etwa durch eine chronische Krankheit geschwächt ist. Zugelassen ist sie ab sechs Monaten und muss jährlich wiederholt werden.

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