Mittel gegen Verstopfung: Die Verdauung in Schwung bringen

Trockenobst enthält viele Ballaststoffe gegen Völlegefühle
Trockenobst enthält viele Ballaststoffe, die Völlegefühl und Verstopfungen verhindern können © shutterstock

Dreimal täglich bis dreimal pro Woche – jeder muss verschieden oft auf die Toilette. PraxisVITA erklärt, wann es ein Völlegefühl ist, ab wann es sich um eine chronische Verstopfung handelt und welche Mittel gegen Verstopfung helfen.

Nur träge oder verstopft?

Verstopfung (Obstipation) liegt erst vor, wenn die Stuhlentleerung unvollständig bleibt, starkes, schmerzhaftes Pressen nötig ist und die Betroffenen unter Völlegefühl und Blähbauch leiden. Dauern diese Beschwerden länger als drei Monate an, handelt es sich um eine chronische Verstopfung. Doch welche Mittel gegen Verstopfung helfen?

Mittel gegen Verstopfung: Den Darm anregen

Hausmittel sind nur bei leichter Verstopfung sinnvoll: ausreichend bewegen, Ballaststoffe essen (zum Beispiel Trockenobst, Hülsenfrüchte), genügend trinken. Diese Maßnahmen können dem Darm auf die Sprünge helfen. Bei einer ernsten Obstipation reicht das nicht mehr aus. Dann kann auch ein Abführmittel ein sinnvolles Mittel gegen Verstopfung sein.

Hartnäckige Irrtümer

Viele scheuen davor zurück, Abführmittel zu nehmen – zu Unrecht. Wirkstoffe wie Bisacodyl oder Natriumpicosulfat können Sie guten Gewissens auch dauerhaft einnehmen. Es besteht keine Gefahr von Abhängigkeit oder Flüssigkeitsverlust. Mehr zu trinken ist kein Allheilmittel. Es bringt nur dann etwas, wenn vorher ein echter Flüssigkeitsmangel bestand.

Verstopfung
Stress ist einer der häufigsten Auslöser für Verdauungsbeschwerden© Alamy

Welche Mittel gegen Verstopfung helfen noch?

Die Kraft der Samen steckt in Aniskörnern. Sie wirken bei Magenkneifen nach dem Essen mit ätherischen Ölen als gutes Mittel gegen Verstopfung und lösen Krämpfe.

Unser Bauch liebt Wärme – das wussten schon unsere Großmütter. Wärme fördert die Darmdurchblutung und lindert Schmerzen. Besser als jede Wärmflasche: Vier bis fünf Kartoffeln kochen, zerstampfen, zwischen zwei Tüchern auf den Bauch legen (Kartoffeln dürfen nicht zu heiß sein). Dauer: 30 – 60 Minuten.

Ingwer besänftigt. Die Asia-Wurzel ist der Geheim-Tipp gegen einen nervösen Magen und wirkt auch als Mittel gegen Verstopfung. Schon eine Tasse Ingwertee genügt, um Bauchschmerzen zu lindern und unseren Magen wunderbar sanft zu entspannen.

Warum ist der Darm so schnell gereizt?

Was würde wohl unser Darm antworten, wenn wir ihn nach seinem innigsten Wunsch fragten? Vermutlich würde er darauf pochen, in Ruhe seine Arbeit verrichten zu wollen. Das kann er leider häufig nicht, weil ihm dazu schlicht der Mumm fehlt. Dem sensiblen Organ gehen Hektik und Stress unter die Haut. Fehlen ihm obendrein die nötigen Ballaststoffe im Essen, macht er „dicht“. Er gibt den Trägen und streikt. Das kennen vor allem Frauen ab 50 nur allzu gut.

Verstopfung
Wärme ist ein sanftes und sehr wirksames Mittel gegen Verstopfung© Fotolia

Je nach Lebenslage können unterschiedliche Faktoren unseren Bauch irritieren. Eine neue Lebenssituation oder verschärfter Stress im Beruf, die Pubertät der Kinder, all das kann den Darm belasten. Daher sollten wir unseren Magen-Darm-Trakt als unser Kraftwerk begreifen – und pflegen. Greifen Sie daher bei Beschwerden als erstes auf sanfte Mittel gegen Verstopfung, Blähungen und Co. zurück.

Unser Bauch verfügt sogar über eine eigene Schaltzentrale: das enterische Nervensystem, auch Bauchhirn genannt. Es besteht aus 100 Millionen Nervenzellen und bildet Botenstoffe wie unser Gehirn, etwa Gute-Laune-Hormone. Gleichwohl kann uns das Bäuchlein auch unglücklich machen – wenn ihm der Stress auf den Magen schlägt. Wir leiden dann unter Bauchkrämpfen, Beschwerden wie Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder dem Reizdarmsyndrom.

Themen
Das könnte Sie auch interessieren
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.