Mitesser entfernen – so geht’s

Mona Trautmann Medizinredakteurin

Sie wollen die kleinen schwarzen Pünktchen auf der Nase loswerden? Wer Hautunreinheiten falsch ausdrückt, riskiert Verletzungen und Entzündungen. PraxisVITA erklärt, wie Sie Mitesser richtig entfernen.

 

Was sind Mitesser?

Mitesser heißen in der Fachsprache Komedonen. Es handelt sich dabei um verstopfte Poren, die typischerweise eine dunkle Oberfläche haben. Die Hautunreinheiten entstehen, wenn der Kanal des Talgdrüsenfollikels durch abgestorbene Hornzellen verschlossen ist und der Talg nicht mehr abfließen kann. Mitesser kommen am häufigsten an Kinn, Nase und Stirn vor. In dieser sogenannten T-Zone befinden sich viele Talgdrüsen.

Junge Frau betrachtet ihre Haut kritisch im Spigel
Mitesser kommen vor allem im Bereich von Stirn, Nase und Kinn vor und erzeugen ein unreines Hautbild© iStock/gpointstudio
 

Helle und dunkle Mitesser

Es gibt zwei Arten von Mitessern: Blackheads und Whiteheads. Die Dunkelfärbung der Blackheads entsteht, weil Melanin an der Oberfläche des Mitessers mit dem Sauerstoff in der Luft reagiert. Whiteheads – geschlossene Mitesser – sind als helle Pünktchen oder kleine Erhebungen auf der Haut zu sehen. Auch hier ist die Ursache eine Verstopfung der Talgdrüsen. Da sich die Unreinheit nicht an der obersten Hautschicht befindet, sondern tiefer liegt, gelangt kein Sauerstoff an den Pickel – es kommt nicht zur Dunkelfärbung.

Verstopfte Poren – ob in Form von offenen oder geschlossenen Mitessern – können zu Pickeln und Entzündungen führen und sorgen für ein unreines Hautbild – für viele Menschen Grund genug, die Unreinheiten selbst auszudrücken.

Junge Frau wäscht sich am Waschbecken im Badezimmer das Gesicht
Wenn Sie Ihre Mitesser selbst entfernen wollen, sollten Sie strenge Hygienemaßnahmen einhalten. Dazu gehört auch die Reinigung des Gesichts vor der Behandlung© iStock/Voyagerix
 

Mitesser entfernen – darf man sie ausdrücken?

Unsachgemäß ausgedrückte Mitesser verursachen oft schmerzhafte Entzündungen und Pickel – Narben und Pickelmale sind mögliche Folgen. Deshalb ist es wichtig, einige Hygieneregeln einzuhalten, wenn Sie Mitesser entfernen wollen:

  • Gesichtsreinigung: Befreien Sie Ihr Gesicht mit einem pH-neutralen Waschgel von Make-up Resten
  • Dampfbad: Halten Sie Ihr Gesicht etwa zehn Minuten lang über eine Schale mit heißem Kamillentee. So öffnen sich die Poren. Alternativ legen Sie für einige Minuten einen feuchten warmen Waschlappen auf Ihr Gesicht.
  • Hände waschen, um das Infektionsrisiko gering zu halten.
  • Ein sauberes Kosmetiktuch um die Fingerspitzen wickeln.
  • Nur sanft drücken
  • Hören sie auf zu drücken, wenn Blut oder klare Flüssigkeit aus dem Mitesser tritt.
  • Entfernen Sie Mitesser am besten am Abend – falls Rötungen auftreten sind diese bis zum nächsten Morgen verschwunden.

Das Ausdrücken der Mitesser ist immer Stress für die Haut – achten Sie deshalb darauf, die richtige Hautpflege bei Mitessern anzuwenden, um Unreinheiten schonend zu entfernen und neuen Mitessern vorzubeugen.

 
 

Komodonenquetscher gegen Mitesser

Ein nützliches Werkzeug zum Entfernen von Mitessern ist der Komodonenquetscher. Der Vorteil des Geräts ist, dass Sie weniger Druck auf die Haut ausüben müssen. Diese Methode ist außerdem hygienischer, als die Mitesser mit bloßen Händen auszudrücken. Trotzdem sollten Sie das Gerät und Ihre Hände vor der Anwendung desinfizieren, um Infektionen zu vermeiden.

Der Komodonenquetscher besteht aus einem Stäbchen an dessen Ende sich eine Schlaufe befindet. Bereiten Sie Ihre Haut mit einem Dampfbad auf die Behandlung vor. Fahren Sie dann mit dem Ende der Schlaufe über die betroffenen Hautstellen und üben Sie leichten Druck dabei aus, um die Mitesser herauszudrücken. Komodonenquetscher erhalten Sie in der Apotheke und in der Drogerie.

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Nach der Behandlung sollten Sie sich möglichst nicht ins Gesicht fassen. Sie können aber mit sauberen Händen Zinkcreme auftragen, um die Haut zu beruhigen
 

Mitesser entfernen mit dem Porensauger

Eine weitere Methode zur Entfernung von Mitessern ist der Porensauger: das Gerät erzeugt ein Vakuum und saugt so Mitesser aus der Haut. Der Porensauger hat unterschiedliche Stärkegrade und verschiedene Aufsätze, die Sie je nach Gesichtspartie aufstecken. Mit dem Aufsatz fahren Sie über die Stellen, die sie reinigen möchten.

Auch hier gilt: Ein Dampfbad oder aufgelegter Waschlappen öffnet die Poren und macht die Behandlung schonender. Am besten starten Sie mit der schwächsten Saugstufe. Bleiben Sie nicht zu lange auf einer Stelle, sonst drohen rote oder blaue Flecken im Gesicht. Ein anschließend aufgetragenes Gesichtswasser kühlt die Haut.

Egal mit welcher Methode Sie Mitesser entfernen – fassen Sie sich danach nicht ins Gesicht, da sonst Bakterien in die kleinen Verletzungen eindringen können. Sie können nach der Behandlung mit sauberen Händen eine Zinkcreme auftragen, um die Haut zu beruhigen.

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Professionell und hautschonend: Am besten lassen Sie einen Kosmetiker Ihre Mitesser entfernen© iStock/Samotrebizan
 

Hygienisch und professionell - Mitesser vom Kosmetiker entfernen lassen

Wenn Sie Ihrer Gesichtshaut etwas Gutes tun wollen, lassen Sie sich von einer professionellen Kosmetikerin behandeln.

Beachten Sie: Die Berufsbezeichung „Kosmetiker/in“ ist nicht gesetzlich geschützt – das heißt, dass theoretisch jeder sich so nennen darf. „Staatlich geprüfte“ Kosmetiker/innen haben dagegen eine ein- bis dreijährige Ausbildung samt Prüfung abgeschlossen.

Achten Sie bei der Wahl Ihres Kosmetikers auch auf folgende Punkte:

  • Der Arbeitsplatz sollte sauber sein.
  • Die Kosmetikerin sollte keine langen Fingernägel haben (Verletzungsgefahr).
  • Vor der Behandlung sollte die Kosmetikerin Sie nach Erkrankungen fragen und sich Ihre Haut genau ansehen.
  • Nach einer guten Behandlung sollten kaum rote Flecken zu sehen sein.
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