Mit sieben hatte sie ihre ersten Nierensteine

Kinder können Nierensteine haben
Auch Kinder können Nierensteine haben – die Entfernung ist aber schonend und schmerzfrei und meist ist keine Narkose notwendig © Shutterstock

In Deutschland treten jährlich bei 1,2 Millionen Menschen Nierensteine auf. Sogar Kinder sind betroffen. Was der kleinen Jana geholfen hat, die schmerzhaften Steine loszuwerden.

„Zuerst glaubten die Kinderärzte an eine Magen-Darm-Grippe, weil ich solche Bauchschmerzen hatte", erinnert sich Jana. Das hübsche Mädchen weiß bereits mit neun Jahren, wie schmerzhaft Nierensteine sein können. Als sie sieben Jahre alt war, wurden bei ihr zum ersten Mal Nierensteine diagnostiziert. Schon damals überwiesen die Ärzte Jana ins Krankenhaus München-Harlaching. Allerdings nicht in die Kinderklinik, sondern zum Urologen Professor Chaussy. Heute behandelt der Arzt die junge Patientin schon zum zweiten Mal mit einer Stoßwellen-Therapie.

 

Auch Kinder können unter Nierensteinen leiden

„Viele Eltern wissen gar nicht, dass auch Kinder schon unter Nierensteinen leiden können", erklärt Professor Chaussy. Mit Nierensteinen ist nicht zu spaßen. „Bewegt sich der Stein von der Niere abwärts durch den Harnleiter, kann das sehr schmerzhafte oder gar lebensbedrohliche Folgen haben", warnt der Urologie-Chefarzt. Die Betroffenen klagen über heftige Schmerzen in Rücken, Unterbauch oder Leiste."

 

Die Nierensteine werden zertrümmert

Per Ultraschall und Röntgen lokalisiert der behandelnde Arzt die schmerzhaften Steine im Körper des Patienten. Anschließend feuert er von außen mit dem Nierensteinzertrümmerer circa 3.000 Stoßwellen pro Behandlung auf die Steine ab. Die Wellen sind so gebündelt, dass ihr Brennpunkt genau auf den jeweils angepeilten Nierenstein trifft. Durch den Druck zerfällt der Stein in kleine Teilchen. Die Niere selbst und das umliegende Körpergewebe hingegen werden nicht geschädigt. Die Steinkrümel scheidet der Körper auf natürlichem Weg mit dem Urin aus.

 

Keine Narkose notwendig

Dieses Mal brauchte Jana noch nicht mal mehr eine Narkose, sondern bekam nur eine Schmerzspritze. Und ein langer Klinikaufenthalt ist bei dieser Therapie auch nicht notwendig. Das Mädchen musste eine Nacht lang im Klinikum München-Harlaching bleiben: „Aber nicht nur im Bett, sondern auch auf den Gängen und viel im Treppenhaus", lacht sie. Denn damit die Teilchen der Nierensteine auf natürlichem Weg über den Urin ausgeschieden werden, muss man sich nach der Behandlung erst mal viel bewegen. Von den Stoßwellen hat sie kaum etwas bemerkt. „Am nächsten Vormittag holte mich mein Vater ab. Mir ging es wieder gut. Nur einen Tag später konnte ich schon wieder zur Schule gehen."

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