Mit Selbsthypnose eine Auszeit vom Alltag nehmen

Durch Selbsthypnose können wir Stress und Sorgen ausblenden und neue Kraft schöpfen
Durch Selbsthypnose können wir Stress und Sorgen ausblenden und neue Kraft schöpfen © iStock

Dank der alten Entspannungsmethode der Selbythypnose lassen sich Belastungen, Ängste und sogar Krankheiten besser bewältigen. Der Vorteil: Sie brauchen dazu keinen Lehrer - mit etwas Übung kommen Sie ganz leicht von allein zur Ruhe...

Lust auf eine Auszeit? Dann schließen Sie einfach mal die Augen. Stellen Sie sich vor, Sie wären an einem einsamen Strand. Spüren Sie den Sand unter den Füßen, hören Sie das Wellenrauschen? Gut so, denn schon sind Sie abgetaucht - und zwar in die Selbsthypnose.

 

Was passiert bei der Selbsthypnose?

"Während der Selbsthypnose ist man in einer Art gedanklicher Versunkenheit", sagt der Berliner Diplom-Psychologe und Hypnotherapeut Harald Krutiak. Als ob man irgendwo sitzt und seinen Erinnerungen nachhängt. "Viele verwechseln den Zustand mit Schlaf - dabei sind wir aber hellwach." Während unser Geist entspannt, aktiviert der Körper nämlich die sogenannten Alpha-Wellen im Gehirn. Sie entstehen sonst, wenn wir kurz vorm Einschlafen sind, und bewirken, dass wir stärker in Bildern denken.

Studien belegen, dass Selbsthypnose auch Migräne-Schmerzen lindern kann
Studien belegen, dass Selbsthypnose auch Migräne-Schmerzen lindern kann © iStock
 

Was bringt die Selbsthypnose?

Schon alte Naturvölker versetzten sich durch Selbsthypnose in Trance, um neue Kraft zu schöpfen. Denn nur wenn sich der Geist vom angespannten Körper löst, können wir Stress und Sorgen ausblenden. Der Trick: Man stellt sich einen Ort vor, an dem man sich rundum wohl und stark fühlt. Der Körper übernimmt dieses Gefühl und bewahrt es auch über die Hypnose hinaus. Mit der Technik können Sie sogar Krankheiten abheilen. Denn oft werden diese schlicht durch Überanstrengung verursacht. Selbsthypnose aktiviert unsere Selbstheilungskräfte: Studien belegen, dass dadurch Schmerzen (z. B. bei Rheuma, Migräne) gelindert, Tinnitus vertrieben und dem Reizdarmsyndrom entgegengewirkt werden kann. Selbst bei Schlafstörungen oder der Zigarettenentwöhnung hilft die Methode.

 

Wie funktioniert die Selbsthypnose?

Legen Sie zunächst fest, wie lange Sie in der Selbsthypnose-Trance bleiben wollen, ideal sind 15 Minuten. Machen Sie es sich bequem und schließen Sie die Augen. "Konzentrieren Sie sich auf das, was Sie hören und spüren", sagt Krutiak. Verbinden Sie diese Wahrnehmungen mit der Vorstellung eines traumhaften Ortes, an dem Sie sich gesund und geborgen fühlen - z. B. ein schöner Strand. "Sagen Sie sich: ,Ich höre die Geräusche meiner Straße. Und an dem Traumort höre ich die Wellen an den Strand rollen." Und dann: ,Ich spüre das Sofa unter mir. An meinem Traum-Ort spüre ich den Sand zwischen den Zehen." Und so weiter." So sinken Sie in eine tiefe Trance.

Für die Selbsthypnose konzentriert man sich auf seine Wahrnehmungen und verbindet diese mit Vorstellung eines traumhaften Ortes, an dem man sich gesund und geborgen fühlt
Für die Selbsthypnose konzentriert man sich auf seine Wahrnehmungen und verbindet diese mit Vorstellung eines traumhaften Ortes, an dem man sich gesund und geborgen fühlt © iStock
 

Wie geht es von der Selbsthypnose zurück ins Hier und Jetzt?

Um aus der Selbsthypnose zu kommen, legen Sie bildlich alle Sorgen auf eine Wolke und stoßen Sie sie fort. Anschließend sagen Sie sich gedanklich, wie gut es Ihnen jetzt geht. Dass Sie stark sind und schaffen, was Sie sich vorgenommen haben. Oder sich z. B. ohne Zigaretten viel besser fühlen. "Ist die festgelegte Zeit um, kommen Sie ganz von selbst wieder zu sich. Das liegt an unserer inneren Uhr", sagt der Experte. "Üben Sie am besten täglich! So werden Sie insgesamt viel gelassener." Und können das Leben frei und unbeschwert genießen.

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