Mit Pasta zur Traumfigur?

Mona Trautmann Medizinredakteurin
Junge Frau steht in der Küche und kocht Spaghetti
Schlank sein und Nudeln essen? Das schließt sich nicht aus, wie Forscher kürzlich bestätigten © iStock/nensuria

Nudeln während der Diät – darauf verzichten viele Abnehmwillige und Figurbewusste. Zu Unrecht? Forscher haben Studien überprüft, die sich mit dem Zusammenhang von Pasta und Gewichtszunahme beschäftigen.

Kohlenhydrate in Form von Nudeln werden immer wieder mit Übergewicht in Verbindung gebracht. In der Low-Carb-Diät oder bei der ketogenen Ernährung sind sie verboten und müssen Varianten aus Kichererbsenmehl oder Zucchinistreifen weichen. Doch Forscher haben eine gute Nachricht für figurbewusste Nudelliebhaber: Sie fanden heraus, dass Pasta in keinem direkten Zusammenhang mit einer Gewichtszunahme steht. 

Die vermeintlichen Dickmacher können ohne Probleme Teil einer gesunden und figurbewussten Ernährung sein und sogar zu einer Gewichtsreduktion beitragen. Der Grund: im Gegensatz zu den meisten anderen raffinierten Kohlenhydraten, hat Pasta einen niedrigen glykämischen Index. Das bedeutet, dass sie den Blutzuckerspiegel nur gering ansteigen lässt und so keinen Heißhunger verursachen.

Glykämischer Index

Beim glykämischen Index (GI) handelt es sich um einen Wert, der die Wirkung kohlenhydrathaltiger Lebensmittel auf den Blutzuckerspiegel anzeigt. Je höher der Wert, desto stärker lässt das Lebensmittel den Blutzuckerwert ansteigen. Der Körper setzt als regulierende Maßnahme Insulin ein, um den Zucker in die Zellen zu transportieren. In der Folge sinkt der Blutzuckerwert und es kommt zu Heißhunger.

 

Die Studie – machen Nudeln wirklich dick?

Forscher des St. Michael Hospitals in Toronto führten eine Meta-Analyse aller verfügbaren Ergebnisse aus randomisierten kontrollierten Studien durch, die sich mit dem Einfluss von Pasta auf das Körpergewicht beschäftigen. Sie überprüften Ergebnisse aus 30 Studien mit fast 2.500 Teilnehmern mit einem durchschnitllichen BMI von 30,4.

Die Testpersonen hatten auf eine Ernährung mit niedrigem glykämischem Index geachtet und Kohlenhydrate ausschließlich in Form von Nudeln gegessen. Durchschnittlich waren das 3,3 Portionen Nudeln pro Woche, wobei eine Portion einer halben Tasse gekochter Pasta entspricht. 

 

Das Ergebnis: Gewichtsabnahme trotz Pasta 

Die Erkenntnisse der Studie dürften viele Low-Carb-Befürworter überraschen – Hauptautor Dr. John Sievenpiper fasst zusammen: Nudeln tragen nicht zu einer Gewichtszunahme oder der Erhöhung des Körperfettanteils bei, wenn sie in Kombination mit einer gesunden Ernährung gegessen werden. Im Gegenteil: Die Studienteilnehmer nahmen sogar ab. In den durchschnittlich zwölf Wochen Beobachtungszeit verloren die Studienteilnehmer durchschnittlich etwa ein halbes Kilogramm Körpergewicht. 

Die Forscher betonen, dass die Ergebnisse sich auf eine Ernährung mit Lebensmitteln mit niedrigem glykämischem Index beziehen. Weitere Untersuchungen seien notwendig, um zu testen, ob die Wirkung von Nudeln auf das Körpergewicht auch in Kombination mit anderen Ernährungsweisen bestehen bleibt. Wer nun auf den Geschmack gekommen ist: PraxisVITA zeigt Ihnen die besten Pasta-Rezepte zum Abnehmen.

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