Mit Lachyoga gegen Stress

Julia Klinkusch Medizin- und Wissenschaftsjournalistin

 Lachyoga ist eine besondere Yogaform: Übungen, bei denen bewusst gelacht wird, sollen unter anderem dabei helfen, Stresshormone abzubauen und chronische Schmerzen zu lindern.

Zwei ältere Personen lachend im Lotussitz
Lachyoga soll nicht nur Stresshormone reduzieren, sondern auch einen schmerzlindernden Effekt haben Foto:  istock_fizkes

Lachyoga oder Yogalachen – das klingt zunächst im wahrsten Wortsinn nach einem Spaß. Doch Lachyoga ist durchaus ernst gemeint. Es stammt, wie fast alle Yogastile, aus Indien. Ziel ist es, dass ein zu Beginn künstliches Lachen auf Dauer in echtes Lachen übergeht. Das soll helfen, Stress abzubauen.

 

Was ist Lachyoga?

Lachyoga wird auch Yogalachen oder Hasya Yoga genannt. Das Wort „Hasya“ stammt aus dem Sanskrit und bedeutet Lachen. Dieser Yogastil ist noch sehr jung – erst 1995 hat Madan Kataria, ein Arzt und Yogalehrer aus Mumbai, den ersten Lachclub in Indien gegründet. Seine Erkenntnisse gehen auf die Selbstversuche des US-amerikanischen Journalisten Norman Cousins zurück. Er konnte zu Beginn der 1970er-Jahre mit einer von ihm erfundenen Lachtherapie die Schmerzen seiner chronischen Wirbelsäulenentzündung lindern. Spätere Studien konnten einen Zusammenhang zwischen Lachen und Schmerzlinderung feststellen.

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Madan Kataria machte sich die Erkenntnisse dieser Studien zunutze. Er verband Lachübungen mit Übungen aus dem Yoga. Diese Lachübungen sind eine Kombination aus Klatsch-, Dehn- und Atemübungen. Dass dadurch entstehende künstliche Lachen entwickelt sich im Idealfall während der Lachyoga-Übungen zu einem echten Lachen. Auch deshalb, weil die Übungen in Mimik und Gestik oft komisch wirken. Inzwischen wird in mehr als 6.000 Lachclubs weltweit regelmäßig gelacht.

 

Welche Wirkung hat Lachyoga?

Mit der Wirkung des Lachyogas hat sich auch die Gelotologie (Lachforschung) befasst. Gelotologen haben in mehreren Studien herausgefunden, dass sich das Lachen in vielerlei Hinsicht auf den Körper auswirkt. So sorgt es für die Ausschüttung von Glückshormonen, aber auch von entzündungshemmenden und schmerzstillenden körpereigenen Substanzen. Kleinere Studien zeigten, dass Lachen auch die Killerzellen des Immunsystems stimulieren sowie Stresshormone abbauen kann – Lachen kann also tatsächlich einen gesundheitsfördernden Effekt haben.

Zudem verändert sich beim Lachen die Atmung. Sie wird durch die ruckartigen Bewegungen des Zwerchfells rhythmisch unterbrochen. Dadurch sollen das Herz-Kreislaufsystem angeregt und der Sauerstoffaustausch im Gehirn erhöht werden. Diese physischen Auswirkungen des Lachens bringen jedoch auch Einschränkungen mit sich. So wird Lachyoga für Menschen mit Lungenerkrankungen oder Zwerchfellbrüchen nicht empfohlen. Auch Patienten mit Bluthochdruck, Inkontinenz oder einem Aneurysma wird von diesem Yogastil abgeraten.

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Welche Lachyoga-Übungen gibt es?

Die Lachyoga-Übungen werden üblicherweise in einer sogenannten Lachsession oder Yogastunde eingebaut. Eine Session besteht aus vier Elementen. Zu Beginn wird geklatscht, dazu laut „Hohoho“ und „Hahaha“ gerufen. Danach folgen Atemübungen aus dem klassischen Yoga, sogenannte Pranayama.

In der dritten Phase wird häufig die Lachyoga-Übung „Sehr gut, sehr gut, Yeah!“ genutzt, bei der diese Worte laut ausgesprochen und die Arme erhoben werden. In der vierten Phase folgen dann die klassischen Lachyoga-Übungen. Insgesamt hat Madan Kataria mehr als 100 Übungen für das Lachyoga entwickelt.

Quelle:

Kataria, Madan und Andrew Weil (2020): Laughter Yoga: Daily Laughter Practices for Health and Happiness, London: Yellow Kite Books

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