"Mit einem Kribbeln im Zeigefinger fing alles an"

Ein Kribbeln im Zeigefinger kündigte die Schmerzen an
Ein Kribbeln im Zeigefinger kündigte die Schmerzen an. Die sogenannte spinale Dekompression befreite Cornelia Dohse schließlich von ihren Rückenschmerzen © Fotolia

An ihre Rückenprobleme hatte sich Cornelia Dohse (48) über die Jahre gewöhnt. Doch als die verordnete Wärmetherapie und Schmerztabletten nicht mehr halfen, drohte eine OP. Fast wäre sie im Rollstuhl gelandet. Ein Kribbeln im rechten Zeigefinger kündigte das Malheur an.

 

Ständiges Kribbeln im Zeigefinger

,,Seit Jahren hatte ich immer wieder Rückenschmerzen. Doch diese Symptome waren neu", erinnert sich Cornelia Dohse*. Alles fing mit einem Kribbeln im Zeigefinger an. Ein paar Tage später strahlten nadelstichartige Schmerzen in den gesamten rechten Arm. ,,Ich konnte ihn nicht mehr bewegen und vor Qualen kaum noch das Haus verlassen", berichtet die Grundschullehrerin. Ihr Zustand verschlimmerte sich zusehends: ,,Nachts konnte ich kaum schlafen, auf dem Rücken ging es überhaupt nicht. Selbst starke Schmerzmittel bewirkten kaum noch etwas." Als Nebenwirkungen traten dafür unschöne Wassereinlagerungen am ganzen Körper auf.

 

Die sonst so hilfreiche Wärmetherapie versagte

Selbst die ansonsten so hilfreiche Wärmetherapie versagt diesmal völlig. ,,Danach hatte ich bisher immer einige Monate Ruhe." Am Ende ihrer Kräfte, hört Cornelia Dohse auf die Empfehlung einer Freundin und vereinbart einen Termin in der Neurochirurgie der MediaPark Klinik Köln. Die Fachärzte dort diagnostizierten mit Hilfe der Kernspintomographie einen Bandscheibenvorfall am Halswirbel und verschrieben ihr zunächst einmal PTA-Spritzen mit Kortison gegen die Schmerzen. Die halfen nur kurz. Zwei Wochen später waren sie heftiger denn je. Eine OP schien unausweichlich. Da rät ihr der leitende Facharzt Dr. Patrick Simons zur spinalen Dekompression auf einer SpineMed-Liege. Diese Methode nimmt durch gezielte Dehnung der Wirbelsäule den schmerzhaften Druck von den Bandscheiben. ,,Anfangs war ich natürlich skeptisch", berichtet Cornelia Dohse. ,,Doch bevor ich mich unters Messer lege, probiere ich erst alle anderen Möglichkeiten, sagte ich mir."

Und was die Mutter zweier Kinder kaum zu hoffen gewagt hatte, trat ein: Schon nach einigen Anwendungen nimmt das Kribbeln im Zeigefinger und im Arm ab. ,,Nach der 18. Anwendung waren meine Probleme ganz verschwunden."

 

Spinale Dekompression gegen Rückenschmerzen

Millionen Menschen leiden bei uns unter chronischen Rückenschmerzen. Laut Robert-Koch-Institut sind 62 Prozent der Frauen und 56 Prozent der Männer betroffen. War bisher eine OP in vielen Fällen unumgänglich, so bietet nun eine Behandlungsmethode aus den USA eine weitaus angenehmere Alternative: Spinale Dekompression. Statt in den OP geht es auf eine computergesteuerte Behandlungsliege, die durch gezielte Dehnung der Wirbelsäule systematisch den schmerzhaften Druck von den Bandscheiben nimmt. Der Hintergrund: Verletzte oder beschädigte Bandscheiben im Hals- oder Lendenwirbelsäulenbereich heilen aufgrund der ständigen Druckbelastung nur langsam. "Bisher konnte ich Patienten, die eine OP ablehnten, nur Streckungsübungen und andere Maßnahmen zur Linderung ihrer Beschwerden empfehlen. Jetzt eröffnet sich diesen Patienten eine echte Alternative zum chirurgischen Eingriff", betont Dr. Patrick Simons, Neurochirurg der MediaPark Klinik Köln. Als erste neurochirurgische Praxis in Deutschland setzen die Wirbelsäulentherapeuten die spinale Dekompression bei der Behandlung von Bandscheibenvorwölbungen und Bandscheibenvorfällen mit einer Ischialgie ein. Nach zwölf bis zwanzig halbstündigen Behandlungen tritt in der Regel eine deutliche Linderung der Schmerzen ein. "Bei den meisten Patienten kann sogar eine vollständige Beschwerdefreiheit erzielt werden", versichert Dr. Simons. Nebenwirkungen sind bisher nicht bekannt. Nicht geeignet ist die Methode bei ausgeprägten Vorfällen mit Lähmungen.

Mausarm
Ein ständig abgeknicktes Handgelenk, wie beim Bedienen der Computer-Maus, führt an Muskeln und Sehnen zu Entzündungen mit Schmerzen bis in die Schulter© Fotolia

*Name von der Redaktion geändert

 

Welche Handbeschwerden gibt es außer dem Kribbeln im Zeigefinger?

Mausarm: Ein ständig abgeknicktes Handgelenk, wie beim Bedienen der Computer-Maus, führt an Muskeln und Sehnen zu Entzündungen mit Schmerzen bis in die Schulter. Der Wechsel auf eine ergonomisch geformte Maus und spezielle Dehnübungen helfen. Schnappfinger: Einseitige Tätigkeiten wie das häufige Schreiben von SMS überlasten die Sehnen. Sie entzünden sich, schwellen an. Der Finger lässt sich schwer strecken, schnellt plötzlich nach vorn. Oft hilft eine Bandage. Fingerarthrose: Ursache kann eine genetische Veranlagung oder eine Stoffwechselstörung sein. Oft bilden sich Knötchen an den Gelenken, die Finger sind geschwollen und weniger beweglich. Entzündungshemmende Cremes und eine Reizstromtherapie versprechen Linderung.

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