Mit diesem Trick verbessern Sie Ihre Produktivität

Frau sitzt am Schreibtisch und isst
Ständiges Sitzen schadet nicht nur unserem Körper, sondern schränkt offenbar auch unsere geistige Leistungsfähigkeit ein © Alamy

Wer kennt es nicht, den ganzen Tag hat man im Büro am Schreibtisch gesessen und trotzdem ist man abends so müde, dass man sich am liebsten gleich auf die Couch fallen lässt. Und so richtig etwas geschafft, hat man auch wieder nicht. Die Ursache für unser Unwohlsein könnte eine unserer Lieblings-Körperhaltungen sein: Das Sitzen.

Sitzen ist bequem und nicht besonders anstrengend. Etwas Gutes tun wir unserem Körper damit jedoch nicht. Wer täglich mehr als sechs Stunden am Stück sitzt, hat ein um 40 Prozent höheres Risiko, in den nächsten 15 Jahren zu sterben, als Menschen, die weniger als drei Stunden am Tag sitzen. Zu diesem Ergebnis kam unter anderem eine Studie aus England. Obwohl bereits bekannt ist, dass häufiges und langes Sitzen mit einem erhöhten Risiko für Herzleiden und Diabetes in Verbindung steht, verbringt der durchschnittliche Mensch 50-70 Prozent des Tages sitzend. Wissenschaftler sprechen sogar schon von der Phrase „Sitzen ist das neue Rauchen“. Tatsächlich ist der Mensch evolutionär nicht dafür ausgelegt, stundenlang zu sitzen. Denn dafür war in grauer Vorzeit einfach keine Zeit. Jagen, sammeln und Ackerbau lassen sich auch heute ohne Hilfsmittel nur schwer im Sitzen ausführen.

 

Weg mit dem Schreibtischstuhl!

Eine Studie aus den USA hat jetzt gezeigt, dass ständiges Sitzen nicht nur unserem Körper schadet, sondern auch unsere geistige Leistungsfähigkeit beeinträchtigt.

Um Ihren Geist auf Hochtouren zu bringen müssen Sie aber nicht gleich Ihren Schreibtischjob kündigen. Es reicht schon, seine Arbeit wenige Stunden am Tag im Stehen auszuführen, etwa mit Hilfe eines höhenverstellbaren Schreibtisches. Zu diesen Ergebnissen kamen Wissenschaftler des Texas A&M Health Science Center. In einem Experiment ließen sie Mitarbeiter eines Call-Centers ein halbes Jahr lang an höhenflexiblen Schreibtischen arbeiten. Die Ergebnisse waren erstaunlich: Die Probanden arbeiteten fast 50 Prozent produktiver, als ihre Kollegen, die den ganzen Tag saßen. Die Produktivität wurde in der Anzahl der erfolgreich geführten Telefonate, die die Probanden pro Stunde tätigten, gemessen. Die Call-Center-Mitarbeiter hatten dank der neuen Schreibtische etwa 1,6 Stunden pro Tag mehr gestanden, als ihre sitzenden Kollegen.

 

Appell an die Arbeitgeber

„Wir hoffen, dass unsere Arbeit den Firmen zeigt, dass trotz der Investitionen, die für die Einrichtung von Steh-Arbeitsplätzen nötig sind, die gesteigerte Produktivität der Angestellten die ursprünglichen Kosten mehr als wettmachen“, sagt Mark Benden, Professor an der Texas A&M School of Public Health und Autor der Studie. „Jetzt, da wir so aufschlussreiche Ergebnisse gewonnen haben, werden wir fortfahren, noch kreativere Möglichkeiten zu suchen, objektive Produktivitätsmaßnahmen auch für andere Bürotätigkeiten zu finden“.  

Hamburg, 26. Mai 2016

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