Mit dem Rauchen aufhören: Die besten Tipps

Redaktion PraxisVITA

Oft versucht und genauso oft gescheitert? Mit diesen Tipps, der richtigen Strategie und ärztlicher Hilfe schaffen Sie es, mit dem Rauchen aufzuhören!

Noch ganz genau erinnert sich Martina C. an den Moment, in dem sie zum ersten Mal beschloss, mit dem Rauchen aufzuhören. Damals hatte sie auf ihren Traumurlaub verzichtet, nur weil sie Angst hatte, den fünfstündigen Flug nicht ohne Zigarette zu überstehen. „Genug!", sagte sie sich. Doch was folgte, waren unzählige erfolglose Versuche, aufzuhören. Deshalb probierte sie es schließlich mit ärztlicher Hilfe und Medikamenten.

 

Mit dem Rauchen aufhören ist schwer

„Der Wille allein reicht bei den meisten Rauchern nicht aus", weiß Dr. Justus de Zeeuw, Facharzt für innere Medizin. Denn Nikotin-Sucht wirkt auf zwei Ebenen: der körperlichen und der psychischen. Und beide Ebenen müssen gemeinsam behandelt werden. Der Körper von Rauchern verlangt schnell nach einer neuen Dosis des Nervengifts. Außerdem ist Rauchen ein erlerntes Verhalten, ein Ritual, ein fester Bestandteil im Tagesablauf. „Die meisten rauchen in bestimmten Situationen, beispielsweise nach dem Essen oder in einem stressigen Moment."

„Im Gehirn sorgt Nikotin dafür, dass das Glückshormon Dopamin ausgeschüttet wird", erklärt Dr. de Zeeuw das Suchtpotenzial. „Der Raucher empfindet so etwas wie eine Belohnung und dieses Gefühl möchte er immer wieder haben."

 

Gut vorbereiten, um mit dem Rauchen aufzuhören

Nach und nach mit dem Rauchen aufhören funktioniert meist nicht, da Sie immer wieder mit Ihrem Suchtmittel in Kontakt kommen", sagt der Experte. Stattdessen sollte man sich sorgfältig auf seinen Rauchstopp vorbereiten und sich einige Strategien für die kritischen Momente zurechtlegen. Die eigene Motivation lässt sich meist steigern, wenn man sich das Positive des Nichtrauchens vor Augen führt. Das ist neben den gesundheitlichen Vorteilen oft auch eine deutliche Geldersparnis.

 

Rauchen aufhören mit Verhaltenstherapie

Reicht all das nicht aus, gibt es maßgeschneiderte Therapien für die beiden Ebenen der Nikotinsucht. So bieten heute schon viele Kliniken Verhaltenstherapien an. Einzeln oder in Gruppen lernen die Raucher dabei, ihre Gewohnheiten zu ändern. Die Therapie-Ansätze mit Medikamenten widmen sich dagegen eher der körperlichen Seite der Sucht.

Erzählen Sie Freunden und Familie vom Rauchstopp
Erzählen Sie Freunden und Familie, dass Sie mit dem Rauchen aufhören möchten. Das erhöht die Motivation und Sie sichern sich zusätzliche Unterstützung© Fotolia
 

Hilft Nikotinersatz?

„Es gibt die bekannten Nikotin-Kaugummis, -Pflaster oder -Lutschtabletten", sagt Dr. de Zeeuw. „Sie führen dem Körper weiter Nikotin zu – ohne, dass man rauchen muss. So ist man in der Lage, sein gewohntes Verhalten zu ändern." Das bedeutet: Man nimmt weiter Nikotin zu sich. Zwar ist dieser Stoff nicht das eigentlich Schädliche am Rauchen (die gefährlichen Folgekrankheiten entstehen durch die mehr als 4 000 Giftstoffe in jeder Zigarette), allerdings möchten viele Raucher ihre Nikotin-Abhängigkeit nicht ausgerechnet mit Nikotin bekämpfen.

 

Nikotinfreie Medikamente

Eine Alternative sind nikotinfreie Medikamente. „Deren Wirkstoff blockiert die Andock-Stellen im Gehirn, an denen sich sonst das Nikotin festsetzt", so der Experte. „Das Glückshormon Dopamin wird so zwar weiter freigesetzt – aber in geringerer Menge." So treten weniger Entzugs-Symptome auf und das Verlangen nach einer Zigarette sinkt. Das spürte auch Martina C. Zwar musste sie die verschreibungspflichtige Arznei selbst bezahlen, doch war das mit drei Euro pro Tag billiger als ihre Zigaretten. Mit den Medikamenten schaffte sie es endgültig, mit dem Rauchen aufzuhören.

Jetzt mit dem Rauchen aufhören: Die besten Aussteiger-Tipps

 

1. Festen Termin setzen

Entscheiden Sie sich klar für einen Tag, an dem Sie aufhören. Das sollte nicht morgen oder nächste Woche sein. Sie brauchen etwas Zeit, um sich auf Ihren Ausstieg vorzubereiten.

 

2. Rauchfreie Umgebung

Entsorgen Sie Ihre Raucher-Utensilien wie Aschenbecher und Feuerzeuge. Meiden Sie künftig Orte, an denen geraucht wird!

 

3. Sport hilft

Nutzen Sie Ihre neue Leistungsfähigkeit, um mehr Sport zu treiben. Das verstärkt das Erfolgserlebnis.

 

4. Rituale brechen

Kaffee ohne Zigarette? Für viele Raucher unvorstellbar! Lernen Sie, mit alten Gewohnheiten zu brechen, um mit dem Rauchen aufzuhören. Zum Kaffee tut's auch ein Keks. Und mit mehr Sport ist der auch kein Problem.

 

5. Wetten, dass ...?

Ein bisschen Druck darf sein: Erzählen sie Freunden und Familie, dass Sie aufhören wollen. Dann bekommen Sie mehr Unterstützung. Und wetten Sie ruhig, dass Sie es schaffen!

 

6. Zähneputzen gegen die Sucht

Es gibt viele Methoden, sich vom Verlangen abzulenken. Ist der Drang wieder mal besonders groß, greifen Sie zur Zahnbürste! Auch gut: Obst essen, Wasser trinken.

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