Mit Artischocke Diabetes vorbeugen?

Artischocke
Die Artischocke kann erhöhte Cholesterinwerte senken und Blutzuckerwerte positiv beeinflussen © alamy

Als Delikatesse verfeinert sie mediterrane Gerichte, dank ihres Bitterstoffs Cynarin findet sie aber auch medizinisch Verwendung: die Artischocke. Insbesondere bei Völlegefühl oder Sodbrennen bringt sie Erleichterung. Jetzt haben Forscher einen weiteren positiven Effekt der Distelblüte entdeckt...

Eine tolle Nachricht für Diabetiker und Diabetes-Gefährdete: Die dreimonatige Anwendung eines Presssaftes aus Artischockenblütenknospen verbesserte bei Typ-2-Diabetikern die Nüchternblutzuckerwerte, HbA1c-Werte („Zucker-Hämoglobin“) und das Gesamtcholesterin. Auch die bei den Patienten vorliegenden Verdauungsbeschwerden besserten sich. Dieses Ergebnis zeigte eine Studie mit 52 Patienten mit Verdauungsbeschwerden und langjährigem Diabetes Typ 2. Die Patienten erhielten den Presssaft in einer Dosis von drei mal zehn Milliliter pro Tag. Nach drei Monaten war der Nüchternblutzucker um 7,8 Prozent, der HbA1c-Wert um 5,7 Prozent und das Gesamtcholesterin um 5,4 Prozent gesunken. Zudem besserten sich typische Symptome von Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl und Druck/Spannungsgefühl sowie das allgemeine Wohlbefinden. Nebenwirkungen sind nicht bekannt.
 Einzelfälle zeigten, dass die Gabe des Presssaftes aus Artischockenblütenknospen vor einer kohlenhydratreichen Testmahlzeit bei Typ-2-Diabetikern im Vergleich zur Testmahlzeit ohne den Presssaft den Blutzuckerspiegel deutlich senkte.
 Am wirksamsten ist dabei die Königsartischocke. Diese Hochleistungssorte hat zusätzlich einen günstigen Einfluss auf die Blutfettwerte.

 

Durch Artischocke bessere Cholesterin- und Blutzuckerwerte

Die Wirkungen der Artischocke auf die Leber sind seit langem bekannt. Mittlerweile wurde die positive Beeinflussung des Stoffwechsels beim metabolischen Syndrom – eine Kombination aus verschiedenen Risikofaktoren für Herz-/ Kreislauferkrankungen – gezeigt: in einem Erstversuch eine Blutzuckersenkung und in einer klinischen Studie bei übergewichtigen Patienten eine Senkung des Nüchternblutzuckers um etwa zehn Prozent.

Für die Effekte verantwortlich machen die Forscher die Hemmung bestimmter Enzyme sowie eine Wirkung im Insulin-Stoffwechsel.

Erhältlich ist Artischockensaft im Reformhaus.

 

Artischocke lindert viele Beschwerden

Das schmackhafte Mittelmeergemüse drosselt nicht nur die Cholesterinproduktion, sie regt auch die Leber dazu an, mehr Gallenflüssigkeit zu produzieren und abfließen zu lassen. Letzteres lässt das Cholesterin ebenfalls sinken. Darüber hinaus profitiert der Darm vom besseren Abfluss der Galle, weil er sie braucht, um Fett zu verwerten. Die Artischocke regt also nicht nur die Verdauung an, sondern schützt auch vor Koliken. Studien konnten zudem nachweisen, dass die Pflanze mit dem lateinischen Namen Cynara scolymus sehr gut geeignet ist, um Erkrankungen von Leber und Darm zu lindern und vorzubeugen. Tübinger Wissenschaftler stellten außerdem fest, dass der in Artischockenextrakten enthaltene Wirkstoff Glutathion vor Zellgiften schützt. Darüber hinaus sind Artischocken reich an Vitamin C, E, Betakarotin und Kalium sowie Kalzium und Magnesium. Vor allem gestressten Menschen fehlen diese Vitamine und Mineralstoffe häufig: Wer mindestens einmal wöchentlich Artischocken isst, leidet seltener unter stressbedingten Krankheiten wie Verdauungsstörungen.

Übrigens: Egal ob aus der Dose oder frisch – 100 Gramm Artischocke enthalten 11 Gramm Ballaststoffe. Damit ist die Artischocke neben Kohl und Karotten die ballaststoffreichste Gemüsesorte. Probieren Sie die zarten, entschlackenden Herzen zum Beispiel in Pastasoßen, gebraten zu Fleisch oder frisch auf Schinkenbrot.

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Hamburg, 12. August 2016

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