Mit 3000 Volt gegen Lebertumoren

Leber schematisch
Da die Erkrankung häufig erst spät entdeckt wird, haben viele Leberkrebspatienten eine schlechte Prognose © iStock

Für Leberkrebs-Patienten, die mit bisherigen medizinischen Verfahren nicht mehr behandelt werden konnten, gibt es nun neue Hoffnung. Die Wirksamkeit der Irreversiblen Elektroporation (IRE) wurde jetzt durch eine Studie des Uniklinikums Regensburg belegt.

Für die bisher größte Studie zu der neuen Behandlungsmethode wurden 71 Patienten fünf Jahre lang beobachtet. Bei der IRE werden die Leberkrebszellen mit zielgerichteten Elektroimpulsen verödet. Dafür werden im Zentrum des Tumors mehrere Elektroden platziert. Dann werden bis zu 80 mal kurze, elektrische Impulse von bis zu 3000 Volt abgegeben, wodurch ein elektromagnetisches Feld entsteht. Dadurch entstehen Risse in der sogenannten Membran der Leberkrebszellen und das führt wiederum zu einem geregelten Zelltod. Während der etwa zweieinhalb Stunden dauernden Behandlung wird die Lage der Elektroden durchgehend durch bildgebende Verfahren wie etwa Computertomografie kontrolliert.

In der Studie konnte nach der IRE bei 93 Prozent der Patienten eine komplette Tumorentfernung nachgewiesen werden. Nur bei etwa einem Drittel der behandelten Krebspatienten entwickelten sich erneut Leber-Tumorzellen.
Dadurch, dass es ein eher kleiner Eingriff ist, dürfen die Patienten schon nach drei bis vier Tagen wieder nach Hause. Wurden bei der ersten Behandlung nicht alle Leberkrebszellen zerstört, kann die IRE schon sechs bis acht Wochen später erneut durchgeführt werden. 

Die neue Therapiemethode ist für die Patienten, deren Leber-Tumoren bislang als inoperabel gelten. Die Erkrankung wird meist erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt, wodurch viele Betroffene schon zu Beginn eine schlechte Prognose bekommen. Die IRA kann bei Tumoren von bis zu sechs Zentimetern angewandt werden.

 

Bisherige Methoden

Ist noch nicht zu viel Lebergewebe betroffen, wird eine Operation zur Entfernung des Tumors anderen Behandlungen vorgezogen. Ist schon zu viel Gewebe befallen, wird häufig eine Radiofrequenzablation durchgeführt, bei der der Tumor gezielt mit Hitze über spezielle Sonden verkocht wird. Jedoch kann diese Methode nur bei Tumoren unter fünf Zentimetern eingesetzt werden. Außerdem werden mit dieser Methode nicht immer alle Tumorzellen vollständig entfernt. In diesem Fall wird der Eingriff wiederholt.

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