Mistel - die Heilpflanze des Jahres 2003

Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Mistel helfen kann, den Blutdruck zu senken. Anthroposophen wenden sie sonst noch bei Gelenkschmerzen an.

Die Römer stellten aus den klebrigen Beeren der Mistel Vogelleim her. Damit fingen sie Vögel
Die Römer stellten aus den klebrigen Beeren der Mistel Vogelleim her. Damit fingen sie Vögel© Fotolia
 

Mistel: Anwendung und Heilwirkung

Definition Mistel

Bezeichnung: Viscum album              Familie: Sandelholzgewächse           Gattung: Misteln (Viscum)

Die Volksmedizin verwendet das Kraut der Mistel, um Bluthochdruck zu senken. Weitere Anwendungsbereiche vor allem der anthroposophischen Medizin sind, Gelenkschmerzen. Im Laborversuch konnte auch eine Stärkung des Immunsystems beobachtet werden.

Die Kommission E (BfArM/BGA) zieht eine blutdrucksenkende Wirkung in Betracht – jedoch unter dem Vorbehalt einer weiteren und erneuten Überprüfung. Für andere Bestandteile der Mistel gibt es keine Belege für eine Wirksamkeit.

 

In der Mistel enthaltene Wirkstoffe

Biogene Amine; Lectine; Flavonoide; Lignane, Polysaccharide, Polypetide wie die Viscotoxine. Die von der Mistel angezapften Wirte beeinflussen durch ihre Sekundärstoffe die pharmakologische Aktivität der Mistel.

 

Verbreitung

Das Hauptverbreitungsgebiet der Mistel sind die gemäßigten Breiten Mittel- und Südeuropas.

 

Botanik

Mistel stoppt Hirntumorwachstum
Ein Mistelextrakt kann die Lebensqualität eines Patienten mit Hirntumor verbessern, indem es die Bildung von Metastasen vermindert© Fotolia

Die weiße Mistel ist ein immergrüner, zweihäusiger Halbschmarotzer. Er wächst auf Bäumen. In erster Linie werden Laubbäume von ihm befallen, aber auch Nadelbäume. Im Dezember reifen die weißen Beeren der Pflanze. Vögel, besonders Drosseln, fressen sie. Oft bleiben die klebrigen Samen an den Schnäbeln der Vögel haften. Auf diese Weise gelangen sie auf andere Bäume. Dort bilden sie erst eine Haftscheibe. Ausgehend von dieser dringt dann die primäre Saugwurzel in die Rinde ein. Dort verzweigt sie sich in Rindenwurzeln, die den Ausgangspunkt für sekundäre Senker bilden. Diese dringen in den Holzkörper des Wirtsbaumes ein. Nur bei Massenbefall tragen Bäume hiervon einen relevanten Schaden davon.

 

Andere Namen für die Mistel

Weißbeerige Mistel, Weiße Mistel

Wissenswertes über die Mistel

Schon in der Antike galt die Mistel als magische Pflanze mit besonderen Kräften. Eine besondere Rolle spielte sie für die keltischen Druiden. Von Eicheln stammende Misteln galten ihnen als heilig. Heute dürfte die Mistel Vielen aus den Asterix-Comics bekannt sein. Dort ist sie essenzieller Bestandteil des Zaubertranks des Druiden Miraculix.

Als Weihnachtsbrauch hängen in England, Frankreich und den USA Mistelzweige über den Türen gehängt. Wer sich darunter begegnet, muss sich küssen. Steht ein Mädchen ungeküsst unter dem Zweig, wird sie im nächsten Jahr nicht heiraten.

Die Mistel ist die deutsche Heilpflanze des Jahres 2003 (Heilkräuterfreunde Deutschlands).

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