Mirtazapin: Ein Weg aus der Depression

Dr. med. Dierk Heimann Facharzt für Allgemeinmedizin

Mein 28-jähriger Patient durchlebt zum wiederholten Mal eine depressive Episode. Nachts findet er keine Ruhe, tagsüber fühlt er sich ständig überdreht. Er hat früher schon darunter gelitten.

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Mirtazapin hilft bei mittelschweren Depressionen und Schlafstörungen Foto:  iStock/Obradovic
Inhalt
  1. Mirtazipan: Das richtige Medikament bei Depressionen?
  2. Müdemacher Mirtazapin
  3. Mirtazapin schlägt auf Herz und Nieren
  4. Mehr Kilos durch Mirtazapin
  5. Keine Abhängigkeit bei Mirtazapin
  6. Mirtazapin kann Wechselwirkungen haben
 

Mirtazipan: Das richtige Medikament bei Depressionen?

Wir wissen heute: Medikamente gegen Depressionen sind nur bei mittelschweren oder schweren Episoden sinnvoll, sie helfen leider nicht jedem Betroffenen und es dauert mindestens ein bis vier Wochen, bis sie wirken.

Greift ein Wirkstoff bis dahin nicht, sollte ein anderer versucht oder die Dosierung erhöht werden. Auch sollten Ärzte gut auswählen, ob eher eine beruhigende oder ein anregende Substanz eingesetzt wird.

 

Müdemacher Mirtazapin

Da mein Patient eine mittelschwere Depression hat, rate ich ihm zu einer Psychotherapie und zu einem Medikament - dem Wirkstoff Mirtazapin. Das Mirtazapin passt zu seiner Situation, da noch vor dem Einsetzen der antidepressiven Wirkung die Substanz hilft, wieder besser zu schlafen.

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Mirtazapin schlägt auf Herz und Nieren

Mirtazapin kann zu gefährlichen Rhythmusstörungen im Herzen führen – daher sollte vor Behandlungsbeginn ein EKG die Unbedenklichkeit klären.

Funktionieren Leber oder Niere nicht richtig, ist ebenfalls Vorsicht geboten. An eine ausführliche Blutuntersuchung mit Blutbild und ein EKG sollten daher immer gedacht werden. Auch nach einigen Wochen wieder.

 

Mehr Kilos durch Mirtazapin

So gut das Mirtazapin wirkt, es führt leider häufig zu mehr Hunger und damit zu mehr Kilos auf der Waage. Im Alltag erlebe ich oft, dass insbesondere Frauen (und eitle Männer) das Medikament dann schnell wieder absetzen – ohne ärztliche Rücksprache.

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Keine Abhängigkeit bei Mirtazapin

Die Gerüchte halten sich hartnäckig und dennoch sind sie falsch: Medikamente wie das Mirtazapin machen nicht abhängig! Dennoch sollten sie langsam ein- und ausdosiert werden, um plötzliche Stimmungsschwankungen zu vermeiden. Ein Behandlungszyklus dauert oft einige Monate.

 

Mirtazapin kann Wechselwirkungen haben

Wer andere Medikamente einnimmt, sollte das unbedingt seinem Arzt sagen! Selbst manche pflanzlichen Arzneimittel wie Johanniskraut erhöhen die Wirkstärke des Mirtazapins erheblich.

Das kann zu mehr Nebenwirkungen führen. Andere Substanzen wie manche Antibiotika machen das Herz empfindlich für Rhythmusstörungen.

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