Mini-Gerät gegen Atemaussetzer

Eine Frau schläft mit einem Airing in der Nase
Der sogenannte Airing soll es Patienten mit Schlafapnoe ermöglichen, nachts auf die Atemmaske zu verzichten © www.fundairing.com

Eine Atemmaske, von Striemen am Kopf gehalten, mit einem dicken Schlauch, der zu einem Gerät auf dem Nachttisch führt: Die bisherige Therapie bei Schlafapnoe schafft die Atmosphäre einer Intensivstation. Das könnte sich bald ändern, dank einer neuen Entwicklung – Praxisvita stellt sie vor.

Bei einer Schlafapnoe wird der Gaumensegel so weit nach unten gezogen, dass es zu nächtlichen Atemaussetzern kommt – diese erhöhen das Risiko für Bluthochdruck um 50 Prozent. Wer an einer obstruktiven Schlafapnoe leidet, hat zudem ein etwa fünfmal so hohes Risiko, innerhalb der nächsten sieben Jahre eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu entwickeln.

Airing-Nasenring
Mit zwei Silikon-Ausbuchtungen wird der Airing in die Nase gesteckt – ein winziges Gebläse sorgt dafür, dass die Atemwege frei bleiben© www.fundairing.com

Die herkömmliche Behandlungsmethode bei einer starken Schlafapnoe ist die sogenannte Atemwegs-Überdruck-Therapie (CPAP für continuous positive airway pressure). Jede Nacht trägt der Patient dabei eine Atemmaske, die Überdruck auf den Atemtrakt ausübtund so Rachen und Atemwege freihält. Als nachteilig wird dabei häufig die Wirkung des dicken Schlauchs aus der Atemmaske empfunden, der das Umdrehen im Schlaf erschwert. Das Beatmungsgerät ist zudem sehr teuer (zwischen 500 und 1.500 €) und nimmt viel Platz weg. Dennoch verbessert diese Behandlung bei mehr als 70 Prozent der Patienten die Lebensqualität deutlich.

 

Airing schützt vor Atemaussetzern

Der von einem Bostoner Unternehmen entwickelte „Airing“ soll Schlafapnoe-Patienten künftig das Schlafen zwischen Schläuchen ersparen. Der kleine Apparat benötigt weder Kabel noch Schlauch. Er ist batteriebetrieben und mit einem winzigen Gebläse ausgestattet. Der Airing wird in die Nase gesteckt und bläst kontinuierlich Luft in die Atemwege, um sie freizuhalten.

Das Gerät ist für den einmaligen Gebrauch angelegt, danach lässt die Wirkung der Batterie nach. Es ist aus recycelbaren Materialien hergestellt.

Noch ist der Airing nicht zugelassen – die Bostoner Hersteller rechnen mit einer Zulassung in den USA Anfang 2016. Die Vorteile sind eindeutig: Der Airing ist klein, drückt nicht und kann in jeder Wohnung verteilt werden, ohne Platz weg zu nehmen. Und das Beste daran: Im Handel soll er nur knapp drei Euro kosten.

Hamburg, 7. Juli 2015

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