Mini-Antenne erkennt Herzinfarktrisiko

Redaktion PraxisVITA
Grafik eines menschlichen Herzens und Arterien
© iStock/yodiyim

Forscher des Vancouver General Hospitals haben einen Smart Stent entwickelt, der kleinste Veränderungen im Blutfluss wahrnimmt und Arterienverengungen schon im frühesten Stadium erkennt.

Stents sind kleine Gefäßstützen, die aussehen wie Röhrchen aus einem Drahtgeflecht. Sie werden genutzt, um Arterien offen zu halten – von innen stützen sie die Gefäßwände. So sollen Sie zum Beispiel einen Herzinfarkt verhindern.

Viele Patienten, die einen Stent gesetzt bekommen, haben jedoch einen Rückfall, eine sogenannte Restenose. Dabei verschließen sich die erweiterten Gefäße wieder. Grund dafür sind erneute Plaquebildung oder Vernarbungen.

Das Team der UBC (University of British Columbia) fand unter der Leitung von Professor Kenichi Takahata nun eine Lösung: Mithilfe eines intelligenten Stents wollen sie das ernuete Verschließen von Gefäßen verhindern.

Verengtes Gefäß mit Stent
Verengtes Gefäß, das von einem Stent gestützt und so offengehalten wird © iStock/7activestudio

Der sogenannte Smart Stent sieht aus wie herkömmliche Stents und besteht ebenfalls aus medizinischem Edelstahl. Der entscheidende Unterschied: Er enthält einen Mikrosensor und funktioniert wie eine Art Mini-Antenne – er misst den Blutfluss und nimmt kleinste Veränderungen wahr. Die Daten werden dann an ein externes drahtloses Lesegerät gesendet und können von einem Arzt abgelesen werden.

Das Forscherteam um Dr. York Hsiang, UBC-Professor für Chirurgie und Gefäßchirurg am Vancouver General Hospital, wies darauf hin, dass die Überwachung der Restenose entscheidend für die Behandlung von Herzerkrankungen ist. Bisher kommen Verfahren wie CT oder Röntgen zum Einsatz, um eine Verstopfung der Arterien zu diagnostizieren. Mithilfe des Smart Stands können Ärzte ihre Patienten nun zukünftig einfacher überwachen und rechtzeitig handeln, wenn ein Rückfall droht.

Der Prototyp des Geräts wurde bisher erfolgreich im Labor und an einem Schweinemodell getestet.

Nähere Informationen zum Smart Stent auf der Seite der Universität

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