Mineralwasser im Öko-Test: Radioaktives Uran gefunden!

Verena Elson Medizinredakteurin

Öko-Test hat verschiedene Mineralwasser-Sorten getestet. In einigen finden sich bedenkliche Stoffe; zwei Marken fallen durch. Alle Infos zum Mineralwasser-Test!

Video Platzhalter

Immerhin: Jedes zweite Produkt konnte im Mineralwasser-Test 2021 von Öko-Test mit „sehr gut“ abschneiden. In einigen fanden die Tester:innen jedoch Spuren von Schwermetallen und Pestiziden.

 

Öko-Test: Zwei Mineralwasser-Sorten „durchgefallen“

Zwei Sorten erhielten die Note „mangelhaft“:

  • „San Benedetto mit Kohlensäure versetzt“
  • „Marius Quelle Classic, Sachsenheim“

Mit „sehr gut“ schnitten dagegen unter anderem folgende Marken ab:

 

Mineralwasser mit Chromat besser meiden

In drei Mineralwässern konnten die Expert:innen von Öko-Test Chromat (Chrom VI) nachweisen, darunter „San Benedetto mit Kohlensäure versetzt“ (Note: mangelhaft).

Chromat ist ein geschmackloses und geruchloses metallisches Element, das natürlicherweise in Gesteinen, Böden und Pflanzen vorkommt.

Chromat gilt als krebserregend. Auch, wenn der Chromat-Anteil in allen getesteten Mineralwässern unter dem vorgeschriebenen Grenzwert für Mineralwasser liegt, empfiehlt Öko-Test, eine Marke zu bevorzugen, die gar kein Chromat enthält. Denn, so warnen die Expert:innen, der Stoff befindet sich auch in anderen Lebensmitteln; um die gesamte Aufnahme zu reduzieren, sollte also jede bekannte Quelle möglichst gemieden werden. 

Eine Frau trägt Gesichtscreme auf
Beauty Gesichtscremes im Öko-Test: 3 beliebte Produkte sind „ungenügend“

 

"San Pellegrino": Uran im Mineralwasser

In einer Mineralwassersorte konnten die Expert:innen Uran nachweisen: „San Pellegrino“ (Note: ausreichend).

Uran ist ein leicht radioaktives Schwermetall. Seine Strahlenwirkung ist im Zusammenhang mit dem Mineralwasser als gesundheitlich unbedenklich einzustufen, so Öko-Test; bedenklicher ist demnach seine Toxizität.

Eine 1998 veröffentlichte Forschungsarbeit lieferte Hinweise auf Nierenfunktionsstörungen durch die regelmäßige Aufnahme von Uran über Trinkwasser – bisher konnten diese Ergebnisse laut Öko-Test allerdings nicht von aktuelleren Studien untermauert werden.

Eine Frau trinkt ein Glas Wasser
Gesunde Ernährung Regenwasser trinken: Geht das?

 

Mineralwasser-Test: Bor im Trinkwasser

In zwei Mineralwasser-Sorten konnte Öko-Test das Halbmetall Bor ausfindig machen, darunter „Marius Quelle Classic, Sachsenheim“ (Note: mangelhaft). Bor hat eine toxische Wirkung – in Tierstudien wirkte es sich schädlich auf Entwicklung und Fortpflanzung der Versuchstiere aus.

Inzwischen nahm der Hersteller gegenüber RUHR24 Stellung zu der schlechten Bewertung: „In unserem Produkt Marius Quelle Classic sind 0,56 mg/l Bor enthalten. Dieser Wert liegt weit unter den von der deutsche Mineral- und Tafelwasser-Verordnung sowie der Trinkwasserverordnung vorgegebenen Grenzwerten und ist deswegen unbedenklich.“ Dieser offizielle Grenzwert beträgt 1 mg/l.

 

Pestizide in neun Mineralwasser-Sorten

In neun Mineralwässern fand Öko-Test Rückstände von Pestiziden. Allerdings betonen die Expert:innen, dass von diesen Rückständen keinerlei Gefahr für die Gesundheit ausgehe – lediglich das Gebot der „ursprünglichen Reinheit“ sei so nicht erfüllt.

Löffel mit Pasta wird aus einem Topf gehoben, daneben  ein Holzbrett, Tomaten, Basilikum und Knoblauch
Service Nudelwasser nicht wegschütten: 8 Dinge, die Sie damit machen können!

 

Wie kommen die schädlichen Stoffe ins Mineralwasser?

Wie Öko-Test auf seiner Webseite aus dem Gesetzestext zitiert, hat Mineralwasser „seinen Ursprung in unterirdischen, vor Verunreinigungen geschützten Wasservorkommen“. Dabei handelt es sich um Regenwasser, das durch Gesteinsschichten zur Quelle fließt, aus der es abgefüllt wird. Auf seiner Reise kann das Wasser giftige Stoffe „aufsammeln“ und mit zur Quelle nehmen.

Zusätzlich können Pestizide, die auf dem Acker versickern, in zersetzter Form durch das Erdreich in die Trinkwasserquellen gelangen. In welchen Mineralwasser-Sorten letztlich Schadstoffe landen, hängt also vor allem davon ab, aus welcher Quelle sie abgefüllt werden.

Der vollständige Mineralwasser-Test-Bericht kann hier erworben werden.

Quellen:

Mineralwässer im Test: Die besten Marken im Vergleich, in: oekotest.de

Die Bedeutung von Chrom im Trinkwasser, in: umweltbundesamt.de

Zamora, M. Limson, et al. (1998): Chronic ingestion of uranium in drinking water: a study of kidney bioeffects in humans, in: Toxicological Sciences

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2021 praxisvita.de. All rights reserved.