Milie: So werden Sie den weißen Pickel los

Redaktion PraxisVITA

Eine Milie sieht aus wie ein kleines weißes Pickelchen. Auch wenn es bei dieser Hautveränderung keinen Grund zur Sorge gibt, so ist es doch gut zu wissen, was eine Milie ist und vor allem – wie man sie wieder loswird.

Milie am Auge und Wange
Bei einer Milie handelt es sich um eine harmlose Hautveränderung, deren Entfernung meist nur aus kosmetischen Gründen erfolgt Foto:  iStock/vchal
Inhalt
  1. Was ist eine Milie?
  2. Wer entfernt eine Milie?
  3. Wie entfernt man eine Milie?
  4. Warum bekommt man überhaupt eine Milie?
  5. Warum haben Babys Milien?
 

Was ist eine Milie?

Eine Milie ist eine kleine, weiße Zyste, die hauptsächlich im Gesicht – meist um die Augen herum – , aber auch am restlichen Körper vorkommen kann. Diese Zyste bildet sich an den Ausgängen der Talgdrüsen und besteht aus einer Mischung aus Talg und Keratin, dem körpereigenen Protein, welches die Milie fest werden lässt.

Eine Milie sieht aus wie eine griesartige Perle, die eine Größe von etwa ein bis drei Millimeter hat. Da sie nur an der äußersten Hautschicht ‚hängt‘, ist sie von außen gut zu sehen. Ihr Erscheinungsbild ähnelt einem kleinen, beige-gelblichen Knötchen, weswegen sie auch als Grieskorn oder Hautgrieß bezeichnet wird.

Bei einer Milie wird zwischen der primären und der sekundären Form unterschieden. Für die primäre Form ist es typisch, dass sich die Symptome einer Milie im Gesicht bemerkbar machen. Vielfach tritt sie in einer Region gehäuft auf, als würden die Grieskörner Grüppchen bilden. Sie zeigen sich aber auch einzeln. Bevorzugte Bereiche sind die Wangen und die Schläfen, aber auch unter den Augen kann eine Milie entstehen. Dort wird das Symptom optisch meistens als besonders störend empfunden.

Bei der sekundären Form zeigen sich hingegen dort Symptome, wo die vorherige Grunderkrankung zu sehen war. Meist sind dies vorangegangene Hautkrankheiten, die mit einer Blasenbildung einhergehen. Beispiele sind Verbrennungen oder eine Gürtelrose (Herpes Zoster). Nach dem Abheilen bleibt oftmals eine oder mehrere Milien zurück (etwa eine Verbrennung). Diese sekundäre Form der Milie können Betroffene prinzipiell in jedem Bereich des Körpers entdecken.

 

Wer entfernt eine Milie?

Grundsätzlich ist bei einer Milie eine Behandlung nicht erforderlich, da es sich nicht um eine Krankheit handelt, sondern um eine harmlose Hautveränderung. Eine Milie ist, anders als ein Pickel, nicht entzündlich und verursacht auch keinen Juckreiz. Sie lässt sich auch nicht so einfach ausdrücken, wie ein Pickel. Stattdessen wird sie nur härter, je länger sie sich unter der Haut befindet. Aus einer Milie kann auch keine Folgeerkrankung entstehen, sodass eine Behandlung zur Vorbeugung weiterer Veränderungen nicht notwendig ist. Die Entfernung einer Milie erfolgt daher ausschließlich aus kosmetischen Gründen.

Ob es sich wirklich um eine Milie handelt, kann nur ein Dermatologe feststellen, da für den Laien nicht unbedingt erkennbar ist, ob es sich bei den Knötchen nicht doch beispielsweise um Ausprägungen von Akne handelt oder um Anzeichen einer Infektionskrankheit.

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Wie entfernt man eine Milie?

Vorab muss gesagt werden, dass nur eine primäre Milie bei Erwachsenen entfernt werden kann. Eine Milie der sekundären Form bildet sich häufig von allein zurück. Sie kann jedoch auch wachsen. In manchen Fällen platzt die äußere Hülle dann sogar auf, der Inhalt entleert sich, und die Haut heilt problemlos ab. Bei einer primären Milie ist eine Behandlung der einzige Weg, den Hautgries zu entfernen, da eine Spontanheilung nicht zu erwarten ist.

Welche Behandlungsformen einer Milie gibt es?

Es gibt zwei Methoden zur Behandlung einer Milie. Der klassische Weg ist das chirurgische Entfernen des Knötchens. Dafür ritzt der Arzt mit einem sogenannten Moncorps-Messer oder mit einer Kanüle das Grieskorn leicht an und drückt das Keratin-Talg-Gemisch heraus. Die Wunde verheilt anschließend von selbst. Prinzipiell kann auch ein erfahrener Kosmetiker diese Behandlung vornehmen. Ein Arztbesuch ist dennoch die bessere Alternative, da besonders bei einer größeren Milie die Gefahr besteht, dass Narben zurückbleiben, wenn die Behandlung nicht absolut korrekt ausgeführt wird. Bei einer Milie unter dem Auge sollte auf jeden Fall ein Dermatologe aufgesucht werden.

Diese chirurgische Behandlung einer Milie ist auch der Grund dafür, warum Betroffene für die Diagnose unbedingt einen Facharzt aufsuchen sollten. Wird eine kleine Warze beispielsweise mit einer vermeintlichen Milie verwechselt, könnte solch ein Schnitt zu einer deutlichen Verschlechterung führen. Denn es gibt Warzentypen, die durch Viren verursacht werden, und diese verbreiten sich unter Umständen durch unsachgemäßes Aufschneiden.

Entfernung einer Milie wird nicht von der Krankenkasse übernommen

Die zweite Möglichkeit zur Behandlung einer Milie ist eine Laser-Therapie. Beispielsweise mit einem Erbium-Laser wird die oberste Hautschicht sehr gezielt abgetragen. Die modernen Laser-Typen verdampfen im Bruchteil einer Sekunde das Wasser in der Haut. Dabei wird das übrige Gewebe vereinfacht gesagt ‚mitgerissen‘. Relevante Wärmeschäden entstehen auf diese Weise in der Regel nicht. Anschließend bildet sich eine kleine Kruste, die nach wenigen Tagen abfällt. Die Haut, die sich darunter neu gebildet hat, ist frei von Zysten. Eine Narbenbildung tritt bei dieser Form der Milien-Behandlung normalerweise nicht auf, weswegen sie für kosmetische Eingriffe im Gesicht häufig eingesetzt wird. Nach einer solchen Behandlung ist auf jeden Fall für einige Tage direkte Sonneneinstrahlung zu meiden, um die Wunde zu schonen.

Die Frage, ob und wann eine Behandlung der Milie erfolgen sollte, lässt sich nicht beantworten, da es sich bei diesem Grieskorn um eine harmlose Hautveränderung handelt. Die Betroffenen müssen also nach ihrem subjektiven Empfinden beurteilen, ob sie die kleine Zyste als störend empfinden. Oftmals ist das der Fall, wenn die Milien Gruppen bilden und optisch daher stärker auffallen. Da Hautgries keine Krankheit ist, wird die Entfernung der Milie auch nicht von der Krankenkasse bezahlt. Zudem handelt es sich um eine rein symptomatische Behandlung. Das heißt, der Arzt entfernt zwar die bestehende Milie, hat aber keinen Einfluss darauf, ob sich eine neue Zyste bildet.

Krankheiten & Behandlung Zysten

 

Warum bekommt man überhaupt eine Milie?

Die genaue Ursache für die Entstehung einer Milie ist nicht bekannt. Experten beobachten aber eine familiäre Häufung, sodass vermutlich eine genetische Veranlagung bei Milien zu den Ursachen zählt.

Medikamente erhöhen im weiteren Sinne das Risiko für eine Milie

Es gibt Medikamente, die dazu führen, dass die Lichtempfindlichkeit der Haut krankhaft erhöht ist und bei langer Einnahme unter Umständen Folgeerscheinungen ausgelöst werden, zum Beispiel durch bestimmte Antibiotika oder Diuretika. Das Risiko für die Bildung einer sekundären Milie ist dann erhöht, sodass entsprechende Medikamente im weiteren Sinne zu den Ursachen gerechnet werden können.

In allen Fällen gilt aber, dass die tatsächliche Ursache für die Bildung einer Milie bis heute nicht eindeutig bekannt sind und vorangegangene Krankheiten und andere Szenarien lediglich als mögliche Risikofaktoren zu werten sind. Bei trockenen Hauttypen scheinen Milien häufiger aufzutreten.

 

Warum haben Babys Milien?

Warum schon Babys Milien haben, ist genauso wenig entschlüsselt, wie der Grund, wieso Milien überhaupt auftreten. Da diese Hauterscheinung vor allem bei jungen Frauen und eben auch bei Babys auftritt, liegt außerdem der Schluss nahe, dass hormonelle Veränderungen zu den Ursachen für die Bildung einer Milie zählen könnten.

Eine Milie bei Babys, auch Milia neonatorum genannt, beschränkt sich in der Regel auf das Gesicht, da es sich um eine primäre Milie handelt. Sie tritt auch gemeinsam mit Hauterkrankungen wie Neugeborenen-Akne oder Kopfgneis (Milchschorf) auf. Eine Milie bei Babys kann aber auch auf dem Zahnfleisch vorkommen. Entsteht diese Zyste in der Linie zwischen hartem und weichem Gaumen, bezeichnet man diese Milie als Epstein-Perle. Eine Milie bei Babys ist ebenfalls nicht schmerzhaft und bildet sich normalerweise nach wenigen Wochen von selbst wieder zurück.

Quellen:

Technau-Hafsi, Kristin + et al. (2009), NETTERs Dermatologie, Stuttgart, Thieme Verlag 

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