Milder Krankheitsverlauf bei Corona-Variante Omikron: Was bedeutet das?

Annika Hansen Medizinredakteurin

Überall ist zu lesen, dass Omikron im Vergleich zur vorherigen Coronavirus-Variante Delta bei den meisten Betroffenen einen milden Krankheitsverlauf verursacht. Doch was ist damit gemeint? Und welche Symptome haben Infizierte bei einem schweren Verlauf?

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Inhalt
  1. Corona-Infektion: Welche Krankheitsverläufe gibt es?
  2. Omikron: Was bedeutet ein milder Krankheitsverlauf?
  3. Milder Krankheitsverlauf bei Omikron: Was sind die Symptome?
  4. Wie verläuft eine schwere Corona-Infektion?

die erstmals in Südafrika entdeckte Omikron-Variante des Coronavirus breitet sich immer weiter in Deutschland und in vielen Ländern weltweit aus. Die Corona-Variante betrifft mittlerweile 73,3 Prozent der Covid-19-Fälle, wie das Robert Koch-Institut mitteilte. Zum Vergleich: In der Vorwoche waren es nur 44,3 Prozent Corona Erkrankte, bei denen eine Omikron-Infektion nachgewiesen wurde.

Omikron ist zwar ansteckender als Delta, doch die Mehrheit der Covid-19-Patienten hat einen milden Krankheitsverlauf bei Omikron. Deshalb kommt immer wieder die Hoffnung auf, dass mit dieser Virusvariante ein Pandemie-Ende in Sicht ist. Denn ein milder Verlauf klingt für viele erstmal harmlos. Doch der Schein trügt: Auch bei vermeintlich milden Symptomen fühlen sich Betroffene oftmals sehr krank.

 

Corona-Infektion: Welche Krankheitsverläufe gibt es?

Das Robert Koch-Institut unterscheidet insgesamt vier mögliche Krankheitsverläufe bei Covid-19:

  • Asymptomatisch: Corona-Test fällt positiv aus, keine Symptome.
  • Leicht/moderat: Kein schwerer oder kritischer Verlauf. Viele Symptome, die jedoch nicht zur schweren oder kritischen Kategorie zählen.
  • Schwer: Schwere, auf einem Röntgenbild erkennbare Pneumonie (Lungenentzündung), die Sauerstoffsättigung liegt bei 90 bis 94 Prozent, mehr als 30 Atemzüge pro Minute.
  • Kritisch: Künstliche Beatmung, ARDS (akutes Lungenversagen), Sepsis (Blutvergiftung) oder multiples Organversagen.

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Omikron: Was bedeutet ein milder Krankheitsverlauf?

Ein milder Krankheitsverlauf – was sich so harmlos liest, ist für Menschen, die sich mit Omikron infiziert haben, trotzdem eine Qual. Denn Infizierte haben bei milden Symptomen nicht einfach nur leichte Kopfschmerzen oder ein Unwohlsein. Sie sind oftmals sehr angeschlagen, sodass an Arbeit oder anderen Alltagsaufgaben nicht zu denken ist.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft Covid-19-Verläufe als mild sein, die keine Lungenentzündung oder keinen einen messbaren Sauerstoffmangel im Blut aufweisen. Das RKI hingegen stuft alle Fälle als mild ein, die „keine Kriterien einer schweren oder kritischen COVID-19“ Infektion erfüllen.

 

Milder Krankheitsverlauf bei Omikron: Was sind die Symptome?

Symptome, die bei einem milden Covid-19-Verlauf auftreten können, sind zum Beispiel:

  • Nachtschweiß
  • Fieber
  • Trockener Husten
  • Schnupfen
  • Unwohlsein
  • Geruchs- und Geschmacksstörungen
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Starke Kopfschmerzen
  • Starke Gliederschmerzen
  • Schwierigkeiten beim Atmen
  • Appetitlosigkeit

Auch eine Lungenentzündung zählt zu einem milden Verlauf, wenn die Sauerstoffsättigung noch bei über 95 Prozent liegt. Bei diesen Symptomen fühlen sich Betroffene trotz milden Verlaufs einige Tage sehr krank.

Leichte Symptome zu Beginn der Erkrankung können im weiteren Verlauf zu schweren Symptomen führen, bis hin zur Hospitalisierung. Zum Schutz gegen einen schweren Krankheitsverlauf hilft in erster Linie die Corona-Schutzimpfung, sowohl die doppelte als auch die dritte Impfung.

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Wie verläuft eine schwere Corona-Infektion?

Im Gegensatz zu Patient:innen, bei denen milde Symptome auftreten, müssen Infizierte bei einem schweren Verlauf in der Regel im Krankhaus behandelt werden. Betroffene entwickeln eine schwere Lungenentzündung und ihr Sauerstoffgehalt im Blut liegt bei 90 bis 94 Prozent. Aus diesem Grund atmen sie schneller, etwa 30-mal pro Minute – 12 bis 20 Atemzüge ist hingegen die normale Frequenz.

Aufgrund des Sauerstoffmangels wird die Atmung der Erkrankten im Krankenhaus mithilfe einer Sauerstoffmaske oder eines Nasenschlauchs unterstützt. Kritisch ist der Krankheitszustand, wenn Betroffene durch eine Herz-Lungen-Maschine maschinell auf der Intensivstation beatmet werden müssen.

Die gute Nachricht ist jedoch: Omikron führt im Vergleich zu Delta viel seltener zu schweren Krankheitsverläufen, wie Studien aus Großbritannien und Südafrika nahelegen. Dennoch sind auch milde Verläufe sehr unangenehm für Betroffene.

Quelle:

Hinweise zur Erkennung, Diagnostik und Therapie von Patienten mit Covid-19, in: rki.de

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