Milchzähne: Vorsorge und Infos über das Milchgebiss und das erste Zahnen

Redaktion PraxisVITA

Die ersten Zähne eines Kindes heißen Milchzähne. Was sie von den Zähnen Erwachsener unterscheidet, wann und wie sie wachsen und ausfallen und worauf Eltern bei der Pflege achten sollten; alle Infos hier.

Foto: iStock
Milchzähne haben eine relativ kurze Lebensdauer Foto:  iStock/FluxFactory
Inhalt
  1. Die ersten Milchzähne: Zahlen und Aufbau des Milchgebisses
  2. Wann bekommen Kinder die ersten Milchzähne?
  3. Hilfe beim Zahnen
  4. Was unterscheidet Milchzähne von Zähnen Erwachsener?
  5. Milchzähne gesund halten
  6. Die richtige Pflege der Milchzähne
  7. Wann fallen Milchzähne aus?

Viele Eltern warten mit Vorfreude, aber auch mit einer gewissen Sorge auf den Moment, in dem sich die ersten Milchzähne ihren Weg durch das Zahnfleisch ihres Kindes bahnen. Denn kurz vor und während des Zahnens werden die meisten Kinder von unangenehmen Begleiterscheinungen geplagt. Doch was genau sind die Milchzähne eigentlich und wie können Eltern zur Mundgesundheit beitragen?

 

Die ersten Milchzähne: Zahlen und Aufbau des Milchgebisses

Das Milchzahngebiss besteht aus 20 Milchzähnen. Zehn im Ober- und zehn im Unterkiefer. Das erste Gebiss hat insgesamt:

  • 8 Milchschneidezähne
  • 4 Milcheckzähne
  • 8 Milchbackenzähne

Ihren Namen haben die ersten Beißer aufgrund der Tatsache, dass sie eine leicht milchig-bläuliche Farbe haben.

Beauty Die besten Tipps für gesunde Zähne

Aber auch der Zeitpunkt des Zahnens hängt damit zusammen, schließlich ernähren sich die Kinder zu Beginn meist noch von (Mutter-)Milch. Auch Milchzähne verfügen schon über Zahnschmelz – er ist etwa ein Millimeter dick.

 

Wann bekommen Kinder die ersten Milchzähne?

Was viele nicht wissen: Milchzähne, auch Milchgebiss genannt, sind bereits im Kiefer des ungeborenen Kindes angelegt. Meist bis zur achten Schwangerschaftswoche werden die Zahnleisten am Ober- und Unterkiefer gebildet. Sichtbar werden die Zähnchen allerdings erst später. In der Regel durchbricht der erste Zahn zwischen dem fünften und achten Lebensmonat das Zahnfleisch. Meist zeigen sich zunächst die beiden unteren mittleren Schneidezähne, oft fast parallel. Die oberen Milchschneidezähne folgen.

Wichtig: Eltern sollten sich keine Sorgen machen, wenn sich die Milchzähne nicht in dieser Reihenfolge zeigen. Jede Entwicklung ist anders. Der gesamte Prozess des Zahnens samt Backenzähne kann bis zum dritten Lebensjahr dauern, dann ist beim Kind das Milchgebiss komplett.

Auch das Tempo des Zahnens kann variieren. Trotzdem sollten Sie regelmäßig zum Zahnarzt gehen, um die Entwicklung fachkundig beobachten zu lassen.

 

Hilfe beim Zahnen

Besagte Sorge mancher Eltern vor dem Thema Zahnen hat auch mit den oft unangenehmen Nebenwirkungen zu tun. Nicht selten ist das Kind quengelig, weint häufiger als sonst und hat stark erhöhten Speichelfluss. Auch wird vermehrt mit den Händen in den Mund gefasst. Manche Kinder haben zudem ein gerötetes Gesicht, Verdauungsprobleme, schlafen schlecht oder sogar leicht erhöhte Temperatur.

All das sind aber normale Reaktionen auf das Wachstum der Milchzähne, die den kleinen Körper beuteln. Sollte das Baby allerdings hohes Fieber bekommen oder sollten andere Krankheitssymptome auftreten, ist es besser, einen Arzt zurate zu ziehen.

Leidet das Baby unter besonders starken Schmerzen, können theoretisch leichte Schmerzmittel verabreicht werden – diese natürlich nur in kindgerechter Menge und am besten in Absprache mit einem Arzt. Auch gibt es lokal anwendbare Schmerzstiller wie leicht betäubende Gele, die auf die wunden Stellen am Zahnfleisch aufgetragen werden können. Auch hier ist die Dosierung genau zu beachten.

Frau bei einer Zahnarztbehandlung
Service Zahnfüllungen: Welche Materialien sind am besten?

Zunächst können es Eltern aber mit Hausmitteln oder einfachen Tipps probieren. Zu den bewährten Mitteln zählen:

  • Ein Stück nasser Stoff oder ein Waschlappen zum Kauen
  • Beißringe, idealerweise gekühlt (aber nur im Kühlschrank, nicht im Eisfach – das ist zu kalt)
  • Viel trinken (aber möglichst ungezuckerte Getränke)
  • Sanfte Massage der Kauleiste

Wichtig: Als Hilfe beim Zahnen werden oft auch gekühlte Lebensmittel oder Bernsteinketten empfohlen, die ebenfalls kühlend wirken sollen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung rät allerdings von beidem ab, weil Verletzungs- oder Verschluckungsgefahr bestehe.

 

Was unterscheidet Milchzähne von Zähnen Erwachsener?

Zunächst einmal die Zahlen: Das bleibende Gebiss eines Erwachsenen besteht aus 28 Zähnen – rechnet man die vier Weisheitszähne hinzu (die nicht jeder Mensch bekommt) sind es 32. Im Gegensatz zu den bleibenden Zähnen ist bei den Milchzähnen nicht nur der Zahnschmelz dünner, auch der Mineralstoffgehalt ist geringer.

 

Milchzähne gesund halten

Zwar ist das Milchzahngebiss nur ein temporäres – das heißt aber nicht, dass es weniger gepflegt werden muss, im Gegenteil. Denn die Tatsache, dass der Zahnschmelz dünner ist, macht die Milchzähne auch anfälliger für Karies und andere Zahnkrankheiten. Regelmäßiges Putzen ist daher, wie bei Erwachsenen auch, unabdingbar.

Im Fokus vieler Diskussionen steht Fluorid. Die Salze des Fluors helfen bei der Prophylaxe von Karies, darin sind sich Experten einig. “Sie machen den Zahnschmelz widerstandsfähig und schützen ihn so vor Zahnfäule (Karies)”, schrieb das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) 2018. Nur in zu hoher Dosis ist die Substanz giftig und kann den Knochen schaden.

Mann tippt in den Taschenrechner
Service Bonusheft beim Zahnarzt: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Fluorose, weiße Flecken auf den Zähnen, kann ebenfalls die Folge einer Überdosierung sein. Da Kinder Zahnpasta oft verschlucken und daher größere Mengen aufnehmen können, sollte entweder eine fluoridhaltige Paste oder Fluoridtabletten verwendet werden – aber nicht beides zusammen.

 

Die richtige Pflege der Milchzähne

Generell gilt: In verträglichen Mengen wird die Anwendung bei der Zahnpflege empfohlen, auch bei Kleinkindern. Laut BfR gilt:

  • Ab Milchzahndurchbruch: 1 x täglich Zähne putzen mit einem dünnen Film fluoridhaltiger Zahnpasta mit 500 ppm Fluorid
  • Ab dem zweiten Lebensjahr: 2 x täglich Zähne putzen mit erbsengroßer Menge, ebenfalls mit fluoridhaltiger Zahnpasta
  • Ab den ersten bleibenden Zähnen kann eine Zahnpasta für Erwachsene mit 1000 ppm genutzt werden – ebenfalls 2 x am Tag

Wichtig ist, Babys und Kleinkinder früh ans Zähneputzen heranzuführen und, möglichst spielerisch, dabei für positive Erlebnisse zu sorgen.

Gehen Eltern zu streng vor oder tut sich das Kind mit der Zahnbürste weh oder verschluckt sich, wird es immer schwieriger, es zum Putzen zu bewegen. Wichtig sind auch kindgerechte, rutschfeste Zahnbürsten, die gut zu halten sind und im besten Fall niedlich aussehen. 

Baby schreit
Kindergesundheit Das Baby zahnt: Welche Symptome deuten auf eine ernste Erkrankung hin?

 

Wann fallen Milchzähne aus?

Die Milchzähne haben eine relativ kurze Lebensdauer. Sind sie oft erst mit dem dritten Lebensjahr komplett, werden sie ab dem sechsten Lebensjahr schon wieder ausgetauscht. In diesem Alter bekommen viele Kinder ihren ersten bleibenden Zahn, meist einen Backenzahn.

Der richtige Zahnwechsel beginnt meist einige Monate später, wenn auch die vorderen bleibenden Zähne sich ihren Weg an die Oberfläche bahnen – dann fallen die Milchzähne reihenweise aus, oft also im Einschulungsalter. Bis alle 28 Zähne ausgebildet sind, kann es bis ins Teenager-Alter dauern, meist ist das Gebiss mit zwölf oder 13 Jahren komplett.

Quellen:

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2020 praxisvita.de. All rights reserved.