Milchschorf - wenn die Haut bei einem Baby schuppt und juckt

Redaktion PraxisVITA
Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursache
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Milchschorf ist ein lästiges Hautekzem bei Babys: es bilden sich Schuppen, nässender Schorf und entzündete Hautareale, die starken Juckreiz auslösen. Eltern verwechseln die Krankheit häufig mit Kopfgneis, bei dem sich ebenfalls eine schuppige Kruste bildet, die insgesamt jedoch harmlos ist. Was sind die Unterschiede zwischen den Krankheitsbildern? Und wann muss ich mit meinem Kind zum Arzt? Praxis Vita klärt auf.

Milchschorf bei einem Baby
Bei Milchschorf entsteht eine schuppige Kruste auf der Haut des Babys. Es kann zu Entzündungen und nassen Ekzemen kommen© iStock

Milchschorf ist ein Hautleiden, das bei Babys auftritt. Auf der Haut bilden sich Schuppen, es kann zu Entzündungen mit nässenden Ekzemen kommen. Die betroffenen Kinder spüren einen starken Juckreiz. Häufig versuchen sie, sich zu kratzen, sie quengeln und weinen. Von Milchschorf sind sämtliche Körperbereiche des Babys bzw. Kleinkindes betroffen, vorzugsweise treten die Symptome jedoch an der Streckseite der Arme und Beine sowie im Gesicht auf.

 

Der Kopfgneis ähnelt dem Milchschorf, ist aber harmlos

Häufig wird Milchschorf mit einer anderen Krankheit verwechselt: dem Kopfgneis. Bei diesem entsteht ebenfalls eine schuppige Kruste auf der Haut des Babys. Dennoch ist die Krankheit vergleichsweise harmlos. Im Gegensatz zum Milchschorf haben die Kinder keine Beschwerden und leiden nicht unter einem quälenden Juckreiz. Milchschorf kommt seltener vor als Kopfgneis und entsteht in der Regel nach dem dritten Lebensmonat. Bei einigen Kindern entwickelt sich der Milchschorf zu einer Neurodermitis und verläuft chronisch.

Es gibt viele Ursachen für die Entstehung von Milchschorf. Mediziner gehen davon aus, dass bestimmte Gene und Umwelteinflüsse Milchschorf auslösen. Hat das Kind eine Neigung zu Allergien und zu trockener Haut, ist die Wahrscheinlichkeit, an dem Hautleiden zu erkranken, ebenfalls hoch. Welche Faktoren Milchschorf tatsächlich verursachen, lässt sich laut Experten kaum untersuchen. In Fachkreisen wird diskutiert, ob das Stillen von Kindern die Krankheit verhindert.

 

Milchschorf: Eltern sollten Behandlungswege mit dem Kinderarzt absprechen

Milchschorf muss nicht behandelt werden – weder von den Eltern noch von Kinderärzten. Aus medizinischer Sicht gibt es keine Notwendigkeit, die Schuppen zu entfernen. Der Kinderarzt wird in der Regel Mittel verschreiben, die den Juckreiz bekämpfen. Viele Eltern stören sich jedoch an dem Hautleiden, sodass sie etwas gegen die lästigen Schuppen unternehmen wollen. Hierfür sollten sie unbedingt Rücksprache mit dem Arzt halten. Er kann spezielle Salben bzw. Tinkturen verschreiben, die auf die Haut des Kindes gerieben werden. Anschließend können die Schuppen mit einem Nissenkamm vorsichtig entfernt werden. In vielen Fällen umfasst die Behandlung mehrere Tage.

Bei Milchschorf sollte kein Oliven- oder Sonnenblumenöl angewendet werden
Viele Eltern bekommen den Tipp, die schuppige Kruste ihres Babys mit Oliven- oder Sonnenblumenöl zu behandeln. Mittlerweile raten Mediziner von diesem Schritt ab. Das Öl schwäche demnach die natürliche Abwehr der Haut von Neugeborenen© iStock

Eltern sollten hartnäckig festsitzende Schuppen niemals lösen, weder mit den Fingernägeln noch mit anderen Mitteln, da hierbei Verletzungen entstehen könnten, die Erregern als Eintrittstor dienen. Auf Oliven- oder Sonnenblumenöl sollten Eltern bei der Behandlung der Schuppen nicht zurückgreifen, da hierbei die Barriere der Haut des Babys angegriffen wird. Vorbeugende Maßnahmen gegen Milchschorf gibt es bisher nicht. Empfehlenswert ist es, bei den entsprechenden Symptomen zügig einen Kinderarzt aufzusuchen, damit dieser entscheidet, welche medizinischen Schritte nötig sind.  

Ursache
Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.