Milchiger Ausfluss: Was bedeutet das?

Michelle Kröger

Die Farbe des vaginalen Ausflusses sagt viel über die Gesundheit der Frau aus. Doch was, wenn der Ausfluss milchig und trüb ist? Handelt es sich um das normale Erscheinungsbild des Scheidensekrets oder steckt eine Erkrankung dahinter? Dr. med. Barbara Heeckt hat uns einige Fragen zum Thema beantwortet. Die erfahrene Frauenärztin führt eine eigene Gynäkologische Privatpraxis in Hamburg.

Inhalt
  1. Milchiger Ausfluss – was ist das und wann tritt er auf?
  2. Milchiger Ausfluss – wann zum Arzt?
  3. Vaginaler Ausfluss: Was ist normal? 
  4. Auf was kann wässriger Ausfluss hinweisen?
  5. Schleimiger Ausfluss in der Schwangerschaft – ist das normal?
 

Milchiger Ausfluss – was ist das und wann tritt er auf?

Das milchig-weißliche Sekret fließt täglich aus der Scheide einer Frau: Ausfluss (auch: Fluor vaginalis oder Fluor genitalis) ist also absolut nichts Ungewöhnliches. „Es handelt sich um eine Flüssigkeitsabsonderung aus der Scheide”, sagt die Hamburger Gynäkologin Dr. med. Barbara Heeckt. „Der vaginale Fluor hat die Funktion, die Scheide feucht und sauber zu halten.” Durch das Sekret werden Gebärmutterhalsschleim und Zellen aus der Scheide geschleust. Darin enthalten sind auch viele Milchsäurebakterien, die ein saures Scheidenmilieu schaffen (pH-Wert 4,0) und Bakterien abwehren. Außerdem sorgt der Ausfluss dafür, dass die Spermien nicht in die (zyklusbedingt) noch unvorbereitete Gebärmutter eindringen können. Vaginalausfluss zeigt sich meistens erstmals einige Jahre vor der Pubertät und hält bis zu den Wechseljahren an. Menge, Geruch, Konsistenz und Farbe können von Frau zu Frau unterschiedlich ausfallen. 

Und wann genau tritt milchiger Ausfluss üblicherweise auf? „Bei vermehrter Östrogenwirkung. Also zumeist vor und nach dem Eisprung, in der Schwangerschaft oder unter Östrogeneinnahme”, sagt Dr. Heeckt. Der vaginale Ausfluss ist normalerweise in der Geschlechtsreife milchig, zu Beginn des Zyklus aber eher wenig und von festerer Konsistenz. „Mit zunehmendem Östrogeneinfluss Richtung Zyklusmitte wird der Ausfluss immer mehr und flüssiger, um dann am Eisprung fast wässrig klar zu sein. Jetzt lässt das Sekret die Spermien gut durch.“

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Milchiger Ausfluss – wann zum Arzt?

„Milchiger, homogener und leicht süßlich riechender Ausfluss ist grundsätzlich normal und nicht abklärungsbedürftig”, sagt Dr. Heeckt. „Bei Schmerzen, Juckreiz und Hautreizungen sollte jedoch auch bei unauffälligem Ausfluss eine Vorstellung bei einem Frauenarzt/ärztin erfolgen.” Suchen Sie Ihren Frauenarzt auf, wenn: 

  • sich die Menge des Scheidensekrets (nicht zyklusbedingt) verändert. 
  • sich die Farbe des Ausflusses ändert, beispielsweise grün, weiß oder gelb.
  • sich die Konsistenz des Ausflusses (nicht zyklusbedingt) verändert, etwa krümelig oder klumpig.
  • sich der Geruch des vaginalen Ausflusses ändert, bei fischigem Geruch kann es sich etwa um eine Infektion handeln.
  • zusätzliche Beschwerden wie Juckreiz, Brennen, Schmerzen (beim Wasserlassen oder Geschlechtsverkehr) oder häufiger Harndrang hinzukommen.
  • zusätzlich ein allgemeines Krankheitsgefühl oder Fieber auftritt.
 

Vaginaler Ausfluss: Was ist normal? 

„Der vaginale Ausfluss variiert über den Zyklus und von Frau zu Frau. Er kann klar bis milchig sein; die Konsistenz flüssig, cremig bis zäh und dabei zumeist homogen (glatt). Ein normaler Ausfluss riecht nur leicht und meist süßlich”, erklärt die Frauenärztin. Da das normale Scheidensekret weißlich-milchig ist, spricht man auch häufig vom sogenannten „Weißfluss”. Kurz gesagt: Ausfluss kann also im Laufe des Zyklus verschiedenartig aussehen, dabei ist er normalerweise:

 

Auf was kann wässriger Ausfluss hinweisen?

In den meisten Fällen handelt es sich bei wässrigem Ausfluss um unbedenklichen Zervixschleim, denn in den fruchtbaren Tagen einer Frau beziehungsweise kurz vor dem Eisprung wird der Ausfluss immer transparenter und flüssiger – ja, fast wässrig. „Doch wässriger Ausfluss kann auch auf eine bakterielle Infektion hinweisen, zum Beispiel auf Trichomonaden, Chlamydien oder Gardnerellen. Hält der wässrige Ausfluss länger an, sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen”, rät Dr. Barbara Heeckt.

 

Schleimiger Ausfluss in der Schwangerschaft – ist das normal?

Einige Frauen fühlen sich vom teilweise sehr starken Ausfluss in der Schwangerschaft leicht verunsichert. Doch das ist nicht nötig, die vermehrte Produktion des Scheidensekrets ist meistens ganz normal. Doch was, wenn in der Schwangerschaft der Ausfluss ungewohnt schleimig ist? In der Schwangerschaft kann es auch zu einer gefährlichen Scheideninfektion kommen. Jede Art der Ausflussveränderung sollte dem Frauenarzt mitgeteilt werden. „Klarer, schleimiger Ausfluss in der Schwangerschaft – ggf. mit etwas Blutbeimengung – kann auch auf eine Gebärmutterhalsverkürzung und/oder Muttermundsöffnung hindeuten und sollte unbedingt ärztlich abgeklärt werden”, so die Gynäkologin.

Quelle:

Unsere Experten

Dr. med. Barbara Heeckt: Frauenärztin in Hamburg,
www.frauenaerztin-heeckt.de

 

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