Milchbildung anregen: Das hilft stillenden Müttern

Redaktion PraxisVITA

Es kann vorkommen, dass der Milcheinschuss nicht von alleine einsetzt – dann können verschiedene Methoden und Hausmittel die Milchbildung anregen. Von verschiedenen Stillmethoden bis hin zur richtigen Ernährung: Wir erklären Ihnen, wie Sie die Milchbildung fördern können. 

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Ernährung, Wärme und Entspannung können Stillprobleme mindern Foto:  istock/seventyfour
Inhalt
  1. Milchproduktion anregen – ganz natürlich für unseren Körper
  2. Anzeichen für zu wenig Muttermilch
  3. Häufiges Stillen erhöht die Milchproduktion
  4. Milchbildung fördern – Fehler beim Stillen vermeiden
  5. Mit der richtigen Ernährung die Bildung der Muttermilch anregen
  6. Milchproduktion anregen mit Wärme und Massagen

In der Regel tritt beim Stillen der Milcheinschuss ganz natürlich und automatisch ein – passiert das nicht, gibt es verschiedene Methoden, mit denen sich die Milchbildung anregen lässt. 

 

Milchproduktion anregen – ganz natürlich für unseren Körper

Die Milchbildung tritt automatisch einige Tagen nach der Geburt des Kindes ein. In den ersten ein bis zwei Tagen sind geringe Milchmengen ganz normal und kein Grund zur Sorge. Danach nehmen das Volumen der Brüste und die Milchmenge noch einmal kräftig zu. Sind Komplikationen in der Schwangerschaft oder während der Geburt aufgetreten, kann der Milcheinschuss verzögert einsetzen. In diesem Fall ist Beratung und das richtige Stillmanagement inklusive regelmäßigen Abpumpens sehr wichtig.

Entgegen der weit verbreiteten Meinung, kleinere Brüste würden weniger Milch produzieren als größere, trifft dieses Vorurteil nicht zu. Auch kleine Brüste produzieren ausreichend Muttermilch. Somit haben das Brustvolumen und der Umfang keinerlei Einfluss auf den Milchfluss.

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Anzeichen für zu wenig Muttermilch

Wenn Bedenken bestehen, dass das Baby zu wenig Muttermilch bekommt, sollte man sich zunächst an eine Hebamme wenden oder den Arzt oder Ärztin um Rat fragen. Diese können eventuell die Sorgen nehmen oder mit individuellen Tipps weiterhelfen. An folgenden Merkmalen kann festgemacht werden, dass es dem Baby gut geht:

Das Baby...

  • nimmt zu (ca. 110 bis 330 Gramm pro Woche),
  • macht sich bemerkbar mit Unruhe, Weinen oder Schreien als Anzeichen für Hunger,
  • saugt, schluckt und nimmt die Muttermilch auf,
  • ist glücklich und macht nach dem Stillen einen zufriedenen Eindruck und 
  • ist munter, wachsam, aktiv und hat eine rosige Haut

Hinweise auf Probleme beim Stillen und mit der Milchaufnahme können dagegen ein Gewichtsverlust, verzögerter Stuhlgang, verringerter Harnfluss, Schläfrigkeit sowie Frustration des Babys beim Stillen sein. Werden diese Anzeichen bemerkt, sollte auf jedem Fall eine Stillberaterin oder Hebamme aufgesucht werden.

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Häufiges Stillen erhöht die Milchproduktion

Je häufiger das Baby gestillt wird, umso höher wird die Milchproduktion. Generell wird empfohlen, das Baby tagsüber alle anderthalb bis zwei Stunden zu stillen sowie nachts alle drei Stunden. Das klingt viel, ist aber notwendig, um die Milchbildung zu fördern und zu gewährleisten, dass das Baby die richtige Menge an Nährstoffen erhält, die es benötigt. Schläft das Baby, können Sie es sanft wecken. Eine Alternative bietet das Abpumpen der Muttermilch, um auf diese Weise die Brust zu leeren und die Milchproduktion wieder anzuregen. Leiden Sie aufgrund des häufigen Stillens unter wunden und geschwollenen Brüsten, prüfen Sie, ob das Baby die Brust richtig nimmt. Hierbei kann die Ärztin, der Arzt, eine Hebamme oder Stillberaterin helfen.

 

Milchbildung fördern – Fehler beim Stillen vermeiden

Eine der häufigsten Ursachen für Probleme mit dem Milchfluss sind Stillfehler. Um das Baby mit ausreichend Milch zu versorgen, sollten diese Fehler während der Stillzeit vermieden werden:

  • Falsche Anlagetechnik
  • Unregelmäßiges Stillen
  • Trennung von Mutter und Kind
  • Saugverwirrung des Babys

Besonders wichtig für das Baby ist ein gutes Stillmanagement. Das bedeutet, dass regelmäßig und häufig gestillt wird. Außerdem kann man sich die richtige Anlagetechnik von einer Hebamme erklären lassen. Viel Körper- und Hautkontakt zwischen Mutter und Kind unterstützt das Stillen zusätzlich.

 

Mit der richtigen Ernährung die Bildung der Muttermilch anregen

Auch spezielle Lebensmittel können die Milchbildung fördern. Vor allem Bockshornklee ist ein häufig verwendetes Hausmittel, um den Milchfluss anzuregen. Weitere Kräuter und Gewürze, wie z.B. Brennnessel, Fenchel, Anis, Koriander und Eisenkraut, haben sich ebenso als Zugabe in Stilltees und Nahrungsergänzungsmitteln für Stillende bewährt.

Außerdem haben stillende Frauen einen erhöhten Energiebedarf. Am besten sollten Sie rund 300 bis 500 Kalorien mehr zu sich nehmen, als vor der Schwangerschaft. Besonders günstig auf den Milchfluss sollen sich Lebensmittel wie Grieß, Malz, Gerste, Hafer und Spargel auswirken. Die positive Wirkung auf die Milchbildung ist allerdings nicht wissenschaftlich bewiesen. Bei manchen Frauen kann sie eintreten, bei anderen jedoch nicht.

In jedem Fall sollten Sie während der Stillzeit ausreichend trinken, denn nur so kann die Milchproduktion problemlos funktionieren. Hierfür eignen sich Leitungs- oder Mineralwasser mit wenig Kohlensäure sowie ungesüßte Tees und Säfte.

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Milchproduktion anregen mit Wärme und Massagen

Wichtig ist, dass Sie sich vor der Stillzeit keinen Stress machen. Die Milchproduktion ist etwas ganz Natürliches, genauso wie das Stillen des Babys. Es gibt also keinen Anlass zur Sorge, dass etwas nicht so funktioniert, wie man es sich vorstellt. Mit dieser positiven Einstellung sollten Sie der Stillzeit entgegenblicken. Unterstützen können dabei Entspannungsübungen, wie Yoga und Meditation, bei denen man sich ganz auf sich selbst und den Körper konzentrieren kann.

Sind Sie ruhig und entspannt, kann auch die Milch fließen. Außerdem hilft Wärme direkt vor dem Stillen und Abpumpen, den Milchfluss zu fördern und die Milchbildung auf diese Weise ganz natürlich anzuregen. Auch eine Massage der Brüste kann eine positive Wirkung auf die Milchproduktion haben.

Quellen

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