Mikroangiopathie im Gehirn? Machen Sie den „Bein-Test“

Ein-Beinstandzeit verrät Hirnschlag-Risiko
Wenn Ihre maximale "Ein-Beinstandstandzeit" zu kurz ist, könnte das ein Anzeichen für eine Erkrankung im Gehirn sein © Corbis

Wie lange schaffen Sie es auf einem Bein zu stehen? Ein ernsthafter Versuch könnte sich lohnen. Denn Forscher haben herausgefunden, dass es einen direkten Zusammenhang der „Ein-Bein-Standzeit“ und einer Mikroangiopathie im Gehirn gibt, die zu Schlaganfällen oder geistigen Verfall führen können.

Für die Studie untersuchte das Forscherteam um Professor Yasuharu Tabara von der Kyoto University in Japan die Standfestigkeit von 841 Frauen und 546 Männern mit einem Durchschnittsalter von 67 Jahren. Die Probanden sollten für 60 Sekunden mit offenen Augen auf einem Bein stehen. Dabei wurde nicht nur gemessen, wie lange sich die Frauen und Männer auf einem Bein halten konnten, sondern auch wie sehr sie sich anstrengen mussten, um die Balance zu halten. Darüberhinaus untersuchten die Mediziner mit einem Magnetresonanztomographen die Gesundheit der Gefäße im Gehirn der Probanden.

Mikroangiopathie und lakunäre Hirninfarkte

Mindestens 20 Prozent aller Hirninfarkte sind sogenannte lakunäre Hirninfarkte. Die Ursachen sind in der Regel Mikroangiopathien (Mikroblutungen), bei denen es – oft im Zusammenhang mit langjährigem Bluthochdruck – im Bereich sehr kleiner Blutgefäße zu einer Beschädigung der Gefäßwände kommt. Das führt zu Gefäßverschließungen und Unterdurchblutung des Gehirns und letztlich zu einem Hirninfarkt. Die Folgen können Symptome wie z.B. Lähmungen oder starke motorische Einschränkungen sein. Beide Gefäßerkrankungen ­– Mikroangiopathien und lakunäre Hirninfarkte – treten aber auch ohne klinische Symptome auf, wodurch viele Betroffene nicht behandelt werden und die Erkrankungen bis zum Eintreten der Symptome unentdeckt bleiben.

 

"Ein-Bein-Standzeit" verrät Mikroangiopathie im Gehirn

Das Ergebnis: Die Forscher fanden einen deutlichen Zusammenhang zwischen einer „Ein-Bein-Standzeit“ von weniger als 20 Sekunden und Schädigungen von Blutgefäßen im Gehirn, sogenannten Mikroangiopathien (Mikroblutungen). Diese zerebrale Kleingefäßerkrankung kann – so erklären die Forscher – zu Folgeerkrankungen, wie z.B. einem Hirninfarkt oder einer gefäßbedingten Verringerung der geistigen Leistungsfähigkeit, führen.

Die Messergebnisse zeigten zudem, dass – umgekehrt – 30 Prozent der Personen, bei denen die magnetresonanztomographische Untersuchung Hinweise auf mindestens zwei Mikroangiopathien angezeigt hatte, nicht in der Lage waren für länger als 20 Sekunden die Balance zu halten. Die Messung der "Ein-Bein Standzeit“ ist demnach ein zuverlässiger Anhaltspunkt für „die Anwesenheit oder Abwesenheit von gefährlichen Anomalien im Gehirn.

 

Mikroangiopathien? Machen Sie den Test

Machen Sie den „Ein-Bein-Standzeiten“-Test zuhause: Stellen Sie sich dafür auf ein Bein – und stoppen Sie Ihre Standzeit. Der Untergrund auf dem Sie den Test machen, sollte eben sein und Sie selbst nicht übermüdet, betrunken oder krank. Wiederholen Sie diesen Vorgang schließlich noch zwei weitere Mal. Die so gewonnenen Standzeiten rechnen Sie zusammen und teilen sie durch drei. Sie haben nun einen Mittelwert Ihrer „Ein-Bein-Standzeit“.  Sollte dieser Wert unter 20 Sekunden liegen, empfiehlt es sich einen Arzt aufzusuchen und weitere Untersuchungen vornehmen zu lassen.

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