Migräne erhöht Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Verena Elson
Frau mit Migräne
Migräne-Patienten haben ein erhöhtes Risiko für bestimmte Erkrankungen – sie sollten darum verstärkt auf Vorbeugemaßnahmen achten © iStock/9nong

Migräne-Patienten haben ein erhöhtes Risiko für Schlaganfall und Herzerkrankungen, zeigt eine aktuelle Studie. Das sollten Betroffene jetzt wissen.

Wissenschaftler der Universitätsklinik Aarhus werteten Daten von 51.032 Patienten aus, von denen 70 Prozent weiblich waren (Migräne betrifft Frauen häufiger als Männer). Im Schnitt waren die Patienten 35 Jahre alt, als bei ihnen Migräne diagnostiziert worden war. Die Kontrollgruppe umfasste 510.320 Personen, die nicht an Migräne litten. Die Studie wurde in dem Fachblatt British Medical Journal (BMJ) veröffentlicht.

In dem Studienzeitraum von 19 Jahren beobachteten die Forscher, wie häufig die folgenden Erkrankungen in den beiden Gruppen auftraten: Herzinfarkte, Schlaganfälle, Vorhofflimmern, Herzinsuffizienz, Hirnblutung (aufgrund eines gerissenen Gefäßes dringt Blut ins Hirngewebe ein und löst Durchblutungsstörungen ähnlich wie bei einem Schlaganfall aus) die periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK, auch Schaufensterkrankheit genannt) und venöse Thromboembolien (Ein Venenverschluss, beispielsweise in Bein- oder Beckenvenen, der zur Lungenembolie führt).

 

Diese Krankheiten kommen bei Migräne-Patienten häufiger vor

Das Ergebnis: Im Verhältnis zur Zahl der Studienteilnehmer kamen all diese Erkrankungen in der Migränegruppe häufiger vor - während bei den Migräne-Patienten beispielsweise 25 von 1.000 einen Herzinfarkt erlitten, waren es in der Kontrollgruppe nur 25 von 1.000. Noch deutlicher war der Unterschied bei Schlaganfällen: Von 1.000 Migräne-Patienten erlitten 45 einen Schlaganfall, in der Kontrollgruppe waren es nur 25.

Die Wissenschaftler berücksichtigten bei ihrer Auswertung auch andere Risikofaktoren wie etwa Übergewicht, Rauchen oder Bluthochdruck. Rechneten sie diese Faktoren heraus, blieb der Unterschied bei Herzinsuffizienz und PAVK nicht bestehen. Bei den anderen Erkrankungen ergaben sich deutlich höhere Risiken für Migräne-Patienten: Demnach haben Betroffene ein 2,3-faches Schlaganfall-Risiko und ein 1,5-faches Herzinfarkt-Risiko. Die Wahrscheinlichkeit, an Vorhofflimmern zu erkranken, ist bei Migräne-Patienten 1,3 mal so hoch wie bei Personen ohne Migräne, ihr Risiko für Hirnblutungen ist 1,9 mal so hoch und ihr Risiko für venöse Thromboembolien ist auf das 1,6-Fache erhöht. Bei Patienten, die an Migräne mit Aura leiden, fällt der Unterschied sogar noch deutlicher aus.

Allerdings handelte es sich bei den Migräne-Patienten in der Studie ausschließlich um solche, deren Diagnose im Krankenhaus gestellt wurde - es liegt also nahe, dass sie besonders starke Migräneanfälle hatten. Demnach ist es möglich, dass bei Patienten mit leichten Migräneattacken das Risiko für die aufgeführten Erkrankungen weniger stark erhöht ist.

 

Vorbeugung: Das sollten Migräne-Patienten beachten

Um dem Problem zu begegnen, plädieren die dänischen Forscher neben einer engmaschigeren Betreuung von Migräne-Patienten und regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen für die Forschung nach speziellen Präventionsmaßnahmen für Betroffene. Doch es gibt einiges, was Migräne-Patienten sofort selbst tun können, um ihr Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt zu verringern. Dazu gehören neben einem Rauchverzicht eine gesunde Ernährung (beispielsweise nach dem Vorbild der mediterranen Diät) und ausreichend Bewegung (drei- bis viermal pro Woche eine halbe Stunde Sport - am besten Ausdauersportarten wie Schwimmen, Walken oder Joggen).

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