Migräne als Vorbote für einen Schlaganfall?

Schlaganfall
US-amerikanische Wissenschaftler fanden heraus, dass Menschen mit Migräne doppelt so häufig einen Schlaganfall erleiden, wie solche ohne © Fotolia

Migräne führt zu einem erhöhten Risiko von „stummen“ Schlaganfällen. Ein US-amerikanisches Forscherteam fand einen Zusammenhang zwischen Migräne und Schlaganfällen und belegt nun, dass mit der Behandlung von Migräne auch das potentielle Risiko für einen Schlaganfall verringert werden kann. Praxisvita hat für Sie die wichtigsten Fakten und gibt Ihnen hilfreiche Tipps, wie Sie Migräne vorbeugen können.

Eine aktuelle Studie der Miller School of Medicine an der Universität von Miami – veröffentlicht am 15. Mai in der Fachzeitschrift Stroke – zeigt den Zusammenhang zwischen Migräne und einem um das doppelte erhöhte Risiko für den sogenannten „stummen“ Schlaganfall, im Vergleich zu Menschen ohne Migräne. Bei der Auswertung der Studiendaten waren zuvor alle anderen Risikofaktoren für Schlaganfälle von den Forschern berücksichtigt und bezüglich der gewonnenen Ergebnisse entsprechend ausgeschlossen worden.

 

Migräne behandeln, Schlaganfall vermeiden

Die Forscher empfehlen vor dem Hintergrund der neuen Studie, in Zukunft Schlaganfälle dadurch vorzubeugen, dass Migränepatienten medizinisch besser überwacht und gezielter behandelt werden. Besonderes Augenmerk soll dabei auf ältere Menschen gelegt werden, da diese von dem Phänomen am häufigsten betroffen seien.

Die Wissenschaftler um Professor Teshamae Monteith hatten in der breit angelegten Studie mit einem Magnet-Resonanz-Tomographen (MRT) die Gehirnstrukturen von Menschen mit und ohne Migräne untersucht und mithilfe dieser Daten nach Anzeichen für einen „stummen“ Schlaganfall in den Gehirnen der Probanden geforscht.

 

„Stumme“ Schlaganfälle – Vorboten des Schlaganfalls

Bei einem „stummen“ Schlaganfall verstopfen wichtige Arterien im Gehirn. Anders als bei Schlaganfällen kommt es bei dieser Durchblutungsstörung oder den Blutgerinnseln nicht zu den typischen Symptomen wie Lähmungen oder Sprachstörungen – weswegen sie oft unbemerkt bleiben. „Stumme“ Schlaganfälle stehen aber im Verdacht, Auslöser für schwere Schlaganfälle und Demenz zu sein.

Nach Aussagen der Forscher war die Studie ursprünglich nicht darauf ausgelegt, die nun entdeckte Verbindung zwischen Migräne und dem erhöhten Risiko für „stumme“ Schlaganfälle zu beweisen. Die Entdeckung sei vielmehr zufällig gemacht worden. In der Studie wird deswegen ausdrücklich betont, dass weitere Untersuchungen nötig seien, um den Zusammenhang zwischen Migräne und einem Schlaganfall gründlicher zu erforschen.

Migräne ist – der Studie zufolge – nicht nur potentieller Vorbote für einen Schlaganfall, sondern auch eine für sich leidvolle Krankheit. Hier finden Sie wichtige Hinweise darüber, wie Sie potenzielle Auslöser vermeiden, um Migräne vorzubeugen.

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