Methocarbanol bei Rückenschmerzen

Dr. med. Dierk Heimann

Rückenschmerzen, obwohl Röntgenbilder eine gesunde Wirbelsäule und intakte Bandscheiben bescheinigen? Liegt keine akute Erkrankung vor, hilft nur noch eine Schmerztherapie. 

Inhalt
  1. Schmerzen ohne Ursache? 
  2. Wie wird man den Schmerz los? 
  3. Nebenwirkungen bei Schmerzmitteln 
  4. Schmerzmittel: Die richtige Dosierung ist entscheidend
  5. Schmerztherapie: kurze, aber intensive Einnahme von Schmerzmitteln

Mein Patient klagt über starke Rückenschmerzen im Lendenbereich. Er kennt das schon. Der 42-jährige, selbständige Landschaftsgärtner teilt seit Jahren das belastende Schicksal von Millionen Deutschen: Wirbelsäule und Bandscheiben sind auf den Röntgenbildern in Ordnung – trotzdem hat er Schmerzen.

 

Schmerzen ohne Ursache? 

Bei etwa 85 Prozent aller Rückenschmerz-Patienten lässt sich keine genaue Ursache finden – man nennt sie unspezifisch. Ich frage meinen Patienten, ob er sein Wasser halten kann und volle Kontrolle über seinen Stuhlgang hat. Beides wären Warnzeichen, die eine sofortige Operation nötig machen würden. Weil er diesbezüglich keine Probleme hat, beginne ich mit der Schmerzbehandlung

 

Wie wird man den Schmerz los? 

Der junge Mann hat bereits zu den Schmerzstillern Diclofenac und Ibuprofen gegriffen – ohne eine nennenswerte Verbesserung. Schon bei der orientierenden Untersuchung spüre ich: Seine Muskeln sind total verspannt. Sie haben ‚zu‘ gemacht. Jede Bewegung ist die Hölle. Ich verordne daher das Methocarbamol. Es ist in der Lage, verspannte Muskeln zu entspannen und so schnell die Schmerzen zu lindern. Zudem kann es mit anderen Schmerzmitteln wie dem Ibuprofen kombiniert werden. Erst nach dem Abklingen der Schmerzen können Training und Krankengymnastik dauerhaft helfen, erneute Rückenprobleme zu vermeiden.

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Nebenwirkungen bei Schmerzmitteln 

Müdigkeit, Schwindel und Benommenheit sind Nebenwirkungen, die ich – bei sehr guter Wirkung – immer wieder beobachte. Deshalb rate ich Patienten, möglichst kein Auto zu fahren, wenn sie das Methocarbamol einnehmen.
Bei Patienten, die unter Nervenerkrankungen leiden oder Bewusstseinsstörungen aufweisen, sollte die Substanz nicht eingesetzt werden. Gleiches gilt in der Schwangerschaft und Stillzeit. Vorsicht ist geboten, wenn die Nieren oder die Leber bereits geschädigt sind. Dann muss die Dosis runter.

 

Schmerzmittel: Die richtige Dosierung ist entscheidend

Auch wenn die Dosierungsempfehlung am ersten Tag viermal 1500 Milligramm vorsieht, empfehle ich eine geringere Dosierung. Schwindel tritt – nach meiner Erfahrung – dann deutlich seltener auf. Möglich sind sogar bis zu 7000 Milligramm pro Tag. Eine sehr hohe Dosis, die ich jedoch nie einsetze.

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Schmerztherapie: kurze, aber intensive Einnahme von Schmerzmitteln

Im Gegensatz zu vielen anderen Muskelrelaxantien hat das Methocarbamol kein Suchtpotential. Dennoch sollte es maximal einen Monat lang eingesetzt werden, um akute Beschwerden zu lindern. Das Beseitigen von Rückenbeschwerden mit einer Kombination aus Schmerzmitteln und dem Methocarbamol kann auf Dauer schmerzhafte Schonhaltungen verhindern und den Weg für eine hilfreiche Physiotherapie oder Rehasport freimachen.

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