Methadon statt Chemo

Methadon als Chemotherapie-Ersatz
Der Heroinersatz Methadon zerstört Leukämiezellen, indem er die Teilung der Krebszellen hemmt © Fotolia

Das könnte bald der Fall sein. Denn der Heroin-Ersatzstoff zerstört Blutkrebszellen. Das Mittel hemmt die Teilung der Blutkrebszellen und damit auch ihre Vermehrung.

Besonders für die an Blutkrebs (Leukämie) erkrankten Patienten ein Hoffnungsschimmer. In Deutschland trifft diese Krebsform jährlich mehr als 10 000 Menschen. Die Prognose hängt von der Form der Leukämie und dem Ansprechen des Patienten auf die jeweilige Behandlung ab.

„Entscheidend ist, dass das Methadon die gesunden Blutzellen nicht angreift", erklärt Studienleiterin Claudia Friesen. Die Ulmer Wissenschaftler hatten sich zunutze gemacht, dass Leukämiezellen an ihrer Oberfläche zahlreiche Stellen aufweisen, die Methadon binden.

 

Methadon bei Krebs genauso wirksam wie Chemotherapie oder Bestrahlung

Der Ersatzstoff schnitt im Labortest an Krebszellen genauso erfolgreich ab wie Chemotherapie oder Bestrahlungen. Und im Gegensatz zur Chemo greift Methadon keine gesunden Zellen an. Ein weiterer Pluspunkt ist: Methadon zerstörte auch solche Krebszellen, die auf eine Chemotherapie nicht mehr ansprechen.

Friesen hofft, dass Methadon auch bei anderen Krebsarten wirksam ist. Methadon sei gut erforscht und werde in der Schmerztherapie bereits eingesetzt, erklärt Friesen, die weitere Tests plant.

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