Metamizol – eine Übersicht

Redaktion PraxisVITA
Inhalt
  1. Was ist Metamizol?
  2. Wogegen hilft Metamizol?
  3. Anwendung und Dosierung: Wie wird Metamizol eingenommen?
  4. Wann darf ich Metamizol nicht verwenden?
  5. Metamizol in Schwangerschaft und Stillzeit
  6. Dauer der Anwendung von Metamizol
  7. Was sind mögliche Nebenwirkungen von Metamizol?
  8. Wechselwirkungen
 

Was ist Metamizol?

Bei dem Mittel Metamizol handelt es sich um ein rezeptpflichtiges Medikament, das gegen starke Schmerzen, Krämpfe und Fieber wirkt. Es wird seit den 1920-er Jahren eingesetzt und vor allem in Krankenhäusern verwendet. Metamizol gehört zur Gruppe der nicht-opioden Schmerzmittel: es hemmt die Bildung von entzündungsfördernden Gewebshormonen und setzt die Sensibilität der Schmerzrezeptoren im Gewebe herab.

 

Wogegen hilft Metamizol?

Metamizol wird verschrieben bei:

  • Schmerzen nach Operationen und Verletzungen
  • Koliken
  • Tumorschmerzen
  • Fieber, das sich durch andere Mittel nicht senken lässt
Fakten zu Metamizol

-Rezeptpflichtiges Medikament
-Wirkt gegen Fieber und starke Schmerzen
-Wird vor allem in Krankenhäusern verwendet

 

Anwendung und Dosierung: Wie wird Metamizol eingenommen?

Metamizol gibt es in Form von Tropfen, Tabletten, Zäpfchen und als Injektion
Die übliche orale Einzeldosis für Erwachsene liegt bei 500 bis 1000 Milligramm. Die maximale Tagesdosis liegt bei 3000 bis 4000 Milligramm, verteilt auf drei bis vier Einnahmen.

Bei Kindern richtet sich die Dosierung nach dem Gewicht: Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 14 Jahren mit einem Körpergewicht von 32-53 Kilogramm nehmen ein- bis viermal täglich eine Tablette mit 500 Milligramm Wirkstoff unabhängig von den Mahlzeiten. Jugendliche ab 53 Kilogramm Körpergewicht und Erwachsene nehmen ein- bis viermal täglich ein bis zwei Tabletten unabhängig von den Mahlzeiten. Nehmen Sie die Tabletten mit etwas Flüssigkeit ein.

Metamizol in Zäpfchenform darf an Kinder über vier Jahre in der Stärke 300 Milligramm gegeben werden. Jugendliche ab 15 Jahren können Zäpfchen mit 1000 Milligramm Wirkstoff bekommen.

Tropfen und Injektionen dürfen erst Kindern ab drei Monaten gegeben werden, wobei eine Injektion in den Muskel und nicht in die Vene gegeben werden muss.
Wenn Sie unter einer Leber- und Nierenfunktionsstörung leiden, sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen, welche Dosierung für Sie angemessen ist.

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Wie nehme ich Medikamente richtig ein?

 

Wann darf ich Metamizol nicht verwenden?

Verwenden Sie Metamizol nicht:

  • bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
  • bei Unverträglichkeit von anderen Schmerzmitteln (allergische Reaktion nach Anwendung)
  • bei bestimmten Leberfunktionsstörungen wie einer akuten hepatischen Porphyrie
  • bei Erkrankungen des blutbildenden Systems und Störungen der Knochenmarksfunktion
  • bei Glucose-6-phosphat-dehydrogenase-Mangel (vererbbare Stoffwechselerkrankung)
  • bei Kindern unter zehn Jahren

In folgenden Fällen sollte der Arzt eine Nutzen-Risiko-Abwägung treffen:

  • Nieren- und Leberfunktionsstörungen
  • Hohes Fieber
  • Verengungen der Hirngefäße, der Herzkranzgefäße und bei einem Herzinfarkt
  • Niedriger Blutdruck und Kreislaufbeschwerden
  • Allergisches Asthma
 

Metamizol in Schwangerschaft und Stillzeit

Der Wirkstoff kann bei Schwangeren vom ungeborenen Kind aufgenommen werden. Von einer Einnahme in der Schwangerschaft wird abgeraten, da es kaum Daten zu möglichen Folgen für das Kind gibt. In Einzelfällen muss der Arzt entscheiden, ob der therapeutische Nutzen höher ist als das Risiko und das Medikament während der Schwangerschaft eingenommen werden kann.

Der Wirkstoff gelangt in die Muttermilch. Stillende Mütter sollten erst wieder 48 Stunden nach der letzten Einnahme stillen.

 

Dauer der Anwendung von Metamizol

Lassen Sie sich von Ihrem Arzt zur Dauer der Anwendung von Metamizol beraten. Der Anwendungszeitraum ist abhängig von der Schwere der Schmerzen und der Dauer der Erkrankung.

 

Was sind mögliche Nebenwirkungen von Metamizol?

Zu möglichen unerwünschten Wirkungen gehören:

NebenwirkungHäufigkeit
Allergischer Hautausschlaggelegentlich
Niedriger Blutdruckgelegentlich
Agranulozytose (Blutbildungsstörung mit starker Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen)selten
Asthmasehr selten
Blutplättchenmangelsehr selten
Kreislaufschocksehr selten
Nierenfunktionsverschlechterung, Eiweiß im Urinsehr selten
Angst und Depressionsehr selten

Um eine Agranulozytose rechtzeitig diagnostizieren zu können, sollten Patienten nach der Einnahme auf Symptome wie Fieber, Muskelschmerzen und entzündeten Schleimhäute achten.

 

Wechselwirkungen

Besprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, ob das Risiko einer Wechselwirkung mit einem anderen Medikament besteht.

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