Überraschender Risikofaktor für Demenz entdeckt

Eine finnische Meta-Studie legt einen Risikofaktor für Demenz und kognitiven Verfall offen, der die gesamte Menschheit betrifft.

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Beeinflusst die Zahnhygiene eines Menschen dessen Risiko, an Demenz zu erkranken? Dieser Frage sind Forscher:innen im Rahmen einer Meta-Studie nachgegangen. Mit eindeutigen Ergebnissen.

Zahngesundheit und Demenz: Direkter Zusammenhang

47 Studien sind in die finnische Meta-Studie eingeflossen – 23 zum Thema Demenz und 24 zum Thema kognitiver Verfall. Die Wissenschaftler:innen konnten herausarbeiten, dass schlechte Zahnhygiene und ein erhöhtes Risiko, an Demenz zu erkranken oder kognitiven Verfall zu erleiden, in Zusammenhang stehen.

Schlechte Zahnhygiene wie Parodontitis, Zahnverlust oder auch tiefe parodontale Taschen und Knochenabbau erhöhen demnach das Risiko für eine Demenz um 21 Prozent und für kognitiven Verfall um 23 Prozent.

Die finnische Meta-Studie erschien im "Journal of the American Geriatrics Society".

Zähne: Risikofaktor für Demenz

In die finnische Meta-Studie flossen auch die Ergebnisse einer früheren Meta-Studie der New York University von 2021 mit ein. Diese umfasste 14 zuvor durchgeführte Studien mit über 34.000 Teilnehmenden und erschien im "Journal of the American Medical Directors Association".

Auch hier zeigte sich ein Zusammenhang zwischen der Zahngesundheit und Demenz beziehungsweise kognitiven Krankheiten. So wiesen Erwachsene, die an Zahnausfall litten, ein 1,28 Mal höheres Demenz-Risiko als Vergleichspersonen ohne Zahnausfall auf. Ihr Risiko, eine andere kognitive Krankheit zu entwickeln, war indes 1,48 Mal so hoch.

Jeder Zahn zählt

Die Meta-Studie aus New York wies auf einen weiteren Risikofaktor hin: Jeder verlorene Zahn mehr erhöht auch das Risiko für Demenz und kognitiven Verfall. Wie die Wissenschaftler:innen errechneten, hatten zahnlose Erwachsene ein 1,40 Mal höheres Demenz-Risiko und ein 1,54 Mal höheres Risiko, eine kognitive Krankheit zu entwickeln.

Die finnischen Forscher:innen betonten in ihrer Meta-Studie deswegen, wie wichtig eine gute Zahngesundheit in jedem Alter ist: "Aus klinischer Sicht betonen unsere Ergebnisse die Bedeutung der Überwachung und des Managements der parodontalen Gesundheit im Rahmen der Demenzprävention."

Quellen:

Periodontal health, cognitive decline, and dementia: A systematic review and meta-analysis of longitudinal studies, in: Journal of the American Geriatrics Society

Dose-Response Meta-Analysis on Tooth Loss With the Risk of Cognitive Impairment and Dementia, in: Journal of the American Medical Directors Association