Mers-Virus in Deutschland – Gefahr für die Bevölkerung?

Eingang zur Isolierstation
Ein deutscher Mers-Patient wird zurzeit auf einer Isolierstation in Osnabrück behandelt © Fotolia

Ein Deutscher hat sich im Urlaub in Abu Dhabi mit dem lebensgefährlichen Mers-Virus infiziert. Alles zu seinem Zustand und die Gefahr weiterer Ansteckungen erfahren Sie hier.

Ein Besuch auf dem Kamelmarkt, ein Ritt auf einem Dromedar oder ein spannendes Kamelrennen – diese Attraktionen gehören einfach zum Urlaub im Nahen Osten. Doch sie können einen gefährlichen Ausgang nehmen – so auch im Fall eines 65-jährigen Deutschen, der seinen Urlaub in Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate) verbrachte. Er infizierte sich mit dem sogenannten Mers-Virus (Middle East Respiratory Syndrome) – Experten vermuten, dass die Ansteckung bei dem Kontakt mit Dromedaren erfolgt ist.

Zurzeit liegt der Patient auf einer Isolierstation des Marienhospitals in Osnabrück und wird künstlich beatmet. Sein Zustand ist laut Angaben der behandelnden Ärzte sehr schlecht.

Um weitere Ansteckungen auszuschließen, wurden etwa 100 Menschen aus dem Umfeld des Patienten auf das Virus getestet. Dies sei eine reine Vorsichtsmaßnahme, betonen die Verantwortlichen, denn eine Übertragung von Mensch zu Mensch sei unwahrscheinlich. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestehe nicht, ließ auch das niedersächsische Gesundheitsministerium vermelden. Nun sollen jedoch Mitreisende des Deutschen untersucht werden – auch sie könnten sich bei dem Kontakt mit Dromedaren angesteckt haben.

 

Symptome des Mers-Virus

Das seit 2012 bekannte Mers-Virus (Middle East Respiratory Syndrome) gehört wie das Sars- und viele Erkältungsviren zu den sogenannten Coronaviren. Der Name (lateinisch: corona – Krone) leitet sich von ihren unter dem Mikroskop sichtbaren kronenförmigen Proteinstrukturen ab. Die ersten Symptome bei Mers ähneln denen einer Grippe: Husten, Fieber und Kurzatmigkeit. Im weiteren Verlauf kann es zu Komplikationen wie Lungenentzündungen oder, wie im Fall des 65-jährigen Patienten aus Deutschland, Nierenversagen kommen.

Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden seit der Entdeckung von Mers bis zum 6. März 2015 weltweit 1.040 Fälle registriert – rund 40 Prozent der Erkrankten starben an dem Virus. Der aktuell Erkrankte ist der dritte Betroffene aus Deutschland.

Bisher gibt es weder einen Impfstoff noch eine Heilmethode gegen Mers – die Therapie besteht darum in der Behandlung der Symptome. Besonders gefährdete Gebiete sind Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Jordanien, Oman und Kuwait. Das Auswärtige Amt rät Reisenden in diesen Gebieten, den Kontakt zu Kamelen und Dromedaren zu meiden.

Hamburg, 9. März 2015

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