Mercurius solubilis: Homöopathie gegen Entzündungen

Julia Klinkusch Medizin- und Wissenschaftsjournalistin

Mercurius solubilis ist ein homöopathisches Mittel, das aus Quecksilber gewonnen wird. Es wird vor allem bei entzündlichen Krankheiten angewendet. Was ist bei der Anwendung zu beachten?

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Inhalt
  1. Was ist Mercurius solubilis?
  2. Bei welchen Beschwerden wird Mercurius solubilis angewandt?
  3. Die richtige Dosierung und Anwendung von Mercurius solubilis
  4. Mercurius solubilis für Baby und Kind?
 

Was ist Mercurius solubilis?

Bei Mercurius solubilis, auch Mercurius solubilis hahnemanni genannt, handelt es sich um Quecksilber. Es ist eines der Homöopathika, die Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, selbst entwickelt hat, was den Namenszusatz erklärt. Es wird aus schwarzem Quecksilberoxid gewonnen, da dies weniger Nebenwirkungen verursacht und weniger giftig ist als reines Quecksilber. Quecksilber ist das einzige Metall, das schon bei Zimmertemperatur flüssig ist.

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Man nutzte es bereits früh für medizinische Zwecke, beispielsweise gegen Syphilis. Die Anwendung führte oft zu Vergiftungen. In der Homöopathie wird der Wirkstoff deshalb stark verdünnt (potenziert) eingesetzt.

 

Bei welchen Beschwerden wird Mercurius solubilis angewandt?

Mercurius solubilis wird vor allem bei entzündlichen Krankheiten und Zuständen des Körpers eingesetzt. Für das Mittel gibt es folgende Anwendungsgebiete:

  • Entzündungen von Mandeln und Mittelohr
  • Entzündungen der Mundschleimhaut (Aphthen)
  • Darmentzündungen (Colitis)
  • Hautentzündungen wie Akne
  • eitrige Hautentzündungen wie Abszesse und Furunkel
  • Zahnwurzelentzündung
  • Bindehautentzündung
  • Nasennebenhöhlenentzündung und Schnupfen
  • Gürtelrose

Zu den Leitsymptomen, die darauf hinweisen, dass Mercurius solubilis das richtige Mittel zur Behandlung sein könnte, zählen übelriechende Körperausscheidungen (Schweiß, Speichel, Mundegeruch) ebenso wie brennende oder stechende Schmerzen, schmerzende Lymphknoten und großer Durst bei verstärktem Speichelfluss.

Auch wenn sich die Symptome bei Kälte und Feuchtigkeit, bei Wetterwechsel, durch Druck und Berührung, nach dem Essen sowie durch geringste Anstrengung verschlimmern, oder bei Ruhe und moderaten Temperaturen verbessern, kann Mercurius solubilis die Lösung sein.

 

Die richtige Dosierung und Anwendung von Mercurius solubilis

Egal ob Streukügelchen (Globuli), Tabletten oder Tropfen – die gängigsten Potenzen für die Anwendung von Mercurius solubilis sind C12, D6 und D12. Sie werden auch in der Selbstbehandlung eingesetzt. Wer bezüglich der Potenz und Dosierung unsicher ist, kann sich an einen Homöopathen wenden.

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Je nach Potenz kann Mercurius solubilis pro Tag in unterschiedlicher Häufigkeit eingenommen werden. Die Potenz C12 höchstens viermal am Tag, D12 nicht öfter als sechsmal am Tag und D6 nicht mehr als zehnmal. Eine Gabe sind zwei bis drei Globuli.

 

Mercurius solubilis für Baby und Kind?

Bei Babys und Kindern kommt Mercurius solubilis vor allem bei wiederkehrenden Ohrenentzündungen zur Anwendung. Heilpraktiker empfehlen es auch zur begleitenden Behandlung von Durchfällen und Halsschmerzen.

Auch bei Kindern sind übelriechende Körperausscheidungen und geschwollene Lymphknoten Anzeichen dafür, dass Mercurius solubilis das passende Mittel sein könnte.

Bei schwerwiegenden Infekten sollte jedoch unbedingt ein Kinderarzt hinzugezogen werden. Unter bestimmten Umständen kann Mercurius solubilis die schulmedizinische Behandlung unterstützen.

Hinweis: Die spezifische Wirksamkeit von Homöopathie wird in der Wissenschaft diskutiert. Dennoch ist Homöopathie als sanfte Heilmethode sehr beliebt.

Quellen:

Mercurius solubilis Hahnemanni, in: dhu-globuli.de

Sommer, S. (2015): Homöopathie. Alltagsbeschwerden selbst behandeln. Gräfe und Unzer Verlag, München.

Stumpf, W. (2015): Homöopathie für Kinder. Gräfe und Unzer Verlag, München.

Wiesenauer, M. & Kirschner-Brouns, S. (2007): Homöopathie – Das große Handbuch. Gräfe und Unter Verlag, München.

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