Menthol bessert neuropathische Schmerzen bei Tumorpatienten

Menthol lindert Nervenschmerzen
Eine Untersuchung der Universität Edinburgh ergab, dass Menthol auf der Haut neuropathische Schmerzen lindern kann © Fotolia

Neuropathische Schmerzen treten vermehrt bei Tumorwachstum auf. Forscher haben jetzt entdeckt, dass Menthol auf der Haut Schmerzen in den betroffenen Gebieten nahezu unterdrücken kann. Zu den Ergebnissen.

Schmerzen, die infolge einer Krebserkrankung auftreten, können verschiedene Ursachen haben und sich unterschiedlich äußern – je nachdem in welchem Organ oder Gewebe der Tumor heranwächst. Zu den häufigsten Schmerzen, die direkt vom Tumor ausgelöst werden, gehören Nervenschmerzen (sogenannte neuropathische Schmerzen). Sie werden hervorgerufen, wenn einzelne Nerven, das Gehirn oder das Rückenmark geschädigt werden. Druck durch eine Schwellung, Entzündungen und das Einwachsen von Tumorzellen in das Nervengewebe können der Grund sein. Neuropathische Schmerzen können aber auch eine Folge von Chemo- oder Strahlentherapien sein. Schmerzen, die direkt vom Tumor verursacht werden, stellen bei über der Hälfte der Fälle den Schwerpunkt der zu behandelnden Beschwerden dar.

 

Studie zur Wirkung von Menthol auf Nervenschmerzen

Auf der Haut aufgetragenes Menthol lindert durch die Chemotherapie hervorgerufene neuropathische Schmerzen (CIPN) sowie narbenbedingte Schmerzen bei Tumorpatienten. Dies zeigte eine am Krebsforschungszentrum der Universität Edinburgh durchgeführte Studie. In diese wurden 51 Tumorpatienten (20-89 Jahre), davon 35 mit Chemotherapie-induzierter peripherer Neuropathie (CIPN) und 10 mit schmerzhaften Narben, eingeschlossen. Die Patienten verteilten über einen Zeitraum von sechs Wochen zwei Mal täglich eine einprozentige Menthol-haltige Creme gleichmäßig auf die schmerzhaften Hautareale. Von 38 Patienten konnten die Daten ausgewertet werden. In 82 Prozent der Fälle besserten sich die Schmerzen deutlich. Auch bei den untersuchten psychischen Faktoren (Stimmungslage, Pessimismus) sowie körperlichen Funktionen (Gehfähigkeit, Reaktionen auf physikalische Reize) zeigten sich spürbar Verbesserungen.


 

Wirkungen von Menthol

Bereits kleinste Mengen Menthol lösen spontan ein Kälteempfinden auf der Haut aus. Dieses Kälteempfinden, das durch die Anregung von Kälte-Rezeptoren ausgelöst wird, ist der Grund für die schmerzstillende Wirkung des Menthols. Die Rezeptoren senden ein Signal zum Rückenmark, das die Schmerzübertragung hemmt. Kommen ausreichend viele solcher hemmenden Signale zusammen, ist die Schmerzübertragung auf ihrem Weg zum Gehirn gestoppt. Die Folge: Der Betroffene registriert nur Kälte, aber keinen Schmerz.

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