Mental Load: 5 Tipps für gestresste Mütter

Katharina Flick

Mental Load beschreibt die vielen unsichtbaren Dinge, die immer wieder auf der eigenen To-Do-Liste landen. Dies kann zu psychischer Überlastung führen, ähnlich eines Burn-Outs. Aber warum sind vor allem Frauen betroffen und wie kann man sich dem Hamsterrad entziehen?

Eine gestresste Mutter mit ihrem Kind auf dem Arm leidet unter dem Mental Load zwischen Kind und Haushalt
Mental Load betrifft oft Frauen und Mütter - warum ist das so? Foto:  iStock / FluxFactory
Inhalt
  1. Mental Load: Was ist das?
  2. Warum betrifft Mental Load vor allem Frauen?
  3. 5 Strategien gegen den Mental Load
 

Mental Load: Was ist das?

Mental Overload beschreibt den Zustand innerer Erschöpfung und Überlastung, der dann entsteht, wenn sich zu viele vermeintlich kleine, nicht auf den ersten Blick ersichtliche Aufgaben, ansammeln. Ob es die letzte Rolle Toilettenpapier ist, der Geburtstag eines Familienmitglieds oder die Einladung zum Grillabend, für den noch ein Salat fertiggemacht werden muss – diese kleinen inneren Notizen können schnell zur Vollzeitaufgabe anwachsen.

Der Mental Load bezieht sich dabei immer auf das Privatleben und Aufgaben rund um Haushalt und Familie. Das Gegenstück bildet das Burn-out, bei dem das Ausgebranntsein besonders durch eine stetige Überforderung im Beruf entsteht.

 

Warum betrifft Mental Load vor allem Frauen?

Auch wenn sich die Verteilung der Aufgaben im Haushalt in den letzten Jahren in vielen Familien bereits verändert hat und auch Männer und Väter sich engagieren, ist das "managen" der Familie doch meist Frauensache. Frauen und speziell Mütter haben oft eine nicht enden wollende To-Do-Liste im Kopf, die über den Tag um immer mehr Kleinigkeiten ergänzt wird, die ihnen vor die Füße fallen. Und das oft im wahrsten Sinne des Wortes: "Schnell die dreckigen Kleidungsstücke der Kinder aufheben und in den Wäschekorb bringen. Mist! Der Korb ist schon wieder voll, dann wird eben noch schnell die Wäsche angestellt. Waschmittel ist auch nicht mehr so viel da, kommt mit auf den Einkaufszettel. Wenn man es schon dabei ist, einen Einkaufszettel zu schreiben, könnte man auch noch schnell den Inhalt des Kühlschranks überprüfen. Milch fehlt. Apropos Milch, am Freitag müssen alle einen Kuchen für die Kita beisteuern, der sollte am besten Morgen gebacken werden." Dieser Gedankengang ließe sich noch endlos fortführen und beschreibt gut, warum Mental Overload oft Mütter betrifft.

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5 Strategien gegen den Mental Load

1. Listen schreiben

Gut sichtbar an den Kühlschrank pinnen, was zu tun ist und abhaken, wenn es getan wurde. Wichtig dabei: Es geht nicht darum, aufzuzeigen: Ich mache viel mehr als du, sondern gemeinsam die Liste abzuarbeiten. Wer sechs Häkchen machen konnte und wer nur drei, hängt oft eben auch von den zusätzlichen Aufgaben bei der Arbeit oder der Kinderbetreuung ab.

2. Planung ist das halbe Leben

Sonntag abends einmal gemeinsam den Familienplaner füllen. Welche Arbeitsevents stehen an, wann ist ein Familienmitglied verabredet, wie sieht es mit Terminen vom Kind, wie Kinderarzt oder ähnliches, aus? So kann man gut vorab besprechen, wer das Kind in die Kita bringt und abholt, was noch für den Kindergeburtstag besorgt werden muss, wann die längst fälligen Sandalen gekauft werden und ob das Schwimmtraining eigentlich schon wieder stattfindet. Erarbeitet man das Ganze gemeinsam, sind diese Verpflichtungen viel präsenter und man denkt mehr gemeinsam daran oder teilt sie sich einfach direkt auf.

3. Abgeben lernen

Wer immer alles an sich reißt und "Ach lass mal, ich mach das schon" schreit, der wird im Zweifel eben am Ende auch alles "mal eben machen". Stattdessen lieber feste Aufgaben verteilen und sich auch mal Raum für sich schaffen. Ein Beispiel: Das Kind wacht noch immer jede Nacht auf. Statt jede Nacht gemeinsam genervt davon zu sein, sich lieber zwei Nächte die Woche räumlich trennen – einmal schläft der eine im Kinderzimmer, einmal der andere. So bekommt jeder einmal eine ganze Nacht Schlaf und das fühlt sich gut an!

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4. Einfach mal was liegen lassen

Im Bad liegt die halbe Sandkiste in der Dusche, der Wäschekorb quillt über und die Steuererklärung sollte auch schon längst im Briefkasten sein. Auf keiner dieser Aufgaben steht in Leuchtbuchstaben der eigene Name. Und keine dieser Aufgaben muss sofort erfüllt werden. Manchmal hilft es, ein wenig Chaos in den eigenen vier Wänden zuzulassen und statt eine halbe Stunde das Bad zu putzen, eine halbe Stunde einfach mal die Füße hochzulegen, einen Eiskaffee zu trinken und die Wäsche Wäsche sein zu lassen.

5. Hilfe suchen

Wenn bestimmte Aufgaben besonderen Stress verursachen, könnte eine Auslagerung eine Lösung sein. Steigt einem der eigene Haushalt über den Kopf, kann eine Putzfrau, die einmal die Woche gründlich all das macht, was sonst auf der eigenen Liste steht, einem diese Aufgabe abnehmen. Ist das Lernen mit älteren Kindern ein Problem, kann ein Nachhilfelehrer Abhilfe schaffen. Ein Babysitter, der einmal die Woche abends kommt, kann Platz für Paarzeit machen, in der man auch einmal ungestört über den Stress sprechen kann, den die immer wieder auftauchenden To-Dos machen.

Eine Familie braucht keinen CEO – viele kleine Mikromanager mit eigenen Aufgabengebieten sorgen dafür, dass der Mental Load gleichmässig verteilt wird.

Kinderärztin Dr. Nadine Hess
Stress Woran merke ich, dass mein Kind stark gestresst ist?

Quelle:

Was ist Mental Load, in Equal Care Day

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